Arbeitskreis Design Chain

Wider das Schablonendenken im Leiterplatten-Design

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Aus- und Weiterbildung der PCB-Konstrukteure

Regt eine Hochschulausbildung zum Baugruppeningenieur an: Arnold Wiemers, Technischer Direktor der Berliner Leiterplattenakademie und Vertreter des Unternehmens ILFA im Arbeitskreis Design Chain.(Bild:  Roman Brodel)
Regt eine Hochschulausbildung zum Baugruppeningenieur an: Arnold Wiemers, Technischer Direktor der Berliner Leiterplattenakademie und Vertreter des Unternehmens ILFA im Arbeitskreis Design Chain.
(Bild: Roman Brodel)

Den Ansatz, diese ganze Komplexität in erster Linie mit Hilfe der automatischen Design-Tools lösen zu wollen, hält Wiemers für „grandios gescheitert“. Die Leiterplattenentwicklung sei derart komplex, dass es ausgeschlossen sei, alle Aspekte in Software abbilden zu wollen. Entscheidend seien vielmehr die Ausbildung und der Wissensstand der Personen, die mit diesen Werkzeugen arbeiten: „Die Investitionen müssen in erheblichem Maße in die Ausbildung fließen.“ Wiemers regt zum Beispiel eine Hochschul-Ausbildung zum Baugruppeningenieur an. Derzeit gebe es lediglich vier- bis fünftägige Kurse, die in das Thema einführten.

Die, so Wiemers, könnten aber lediglich ein Anfang sein. Wichtig sei es auch, die Baugruppendesigner und alle Beteiligten am Prozess kontinuierlich zu schulen und deren Kompetenz zu verbessern: „Das Dilemma, das man hat: Sie können auf wenig Substanz im Sinne von Schulungsvorlagen zurückgreifen. Der Arbeitskreis Design Chain vom ZVEI hat diese Aufgabenstellung und wird die notwendigen Dokumente veröffentlichen, zugänglich machen und erläutern.“

Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hat der Arbeitskreis „Design Chain“ insgesamt 170 Einzelthemen herausgearbeitet. Die Ergebnisse werden in eine Datenbank für die PCB-Designer einmünden. Sie können sich dann mit aktuellem Wissen versorgen, aber auch die Querverbindungen zwischen den einzelnen Themen erfassen. Ziel ist es, die bestmögliche Balance zwischen der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit der Prozesse zu finden.

Dieser Prozess, warnt der Leiter des PCB-Designs bei Zollner, wird allerdings nie fertig sein – dafür sorgen die ständigen Innovationen in der Technik. Man müsse aber so weit kommen, dass die Designer über die vor- und nachgelagerten Prozesse Bescheid wissen und mit den dafür zuständigen Spezialisten diskutieren können. Bei Zollner, so Markus Biener, komme jedes Mitglied der Design-Gruppe aus der Produktion: „Das sind Leute, die jahrelange Erfahrung in der Produktion und in der Prüftechnik haben und somit eine gute Grundlage zur Diskussion mit den Prozessbeteiligten haben.“

Dies gehe aber nur über Schulung und Erfahrung. Der Arbeitskreis leistet also Hilfestellung, damit die Entwickler nicht nur in den eigenen Schablonen denken.

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