Ruwel Werk Wetter mit dem Unternehmensbereich Sondertechnik verkauft
Nach Grassau trennt sich die Ruwel GmbH auch von seinem Spezialitäten-Geschäft in Wetter. Das Werk bei Marburg wird im Rahmen einen Mangement Buy Out verselbstständigt und als Schoeller-Electronics GmbH von Ruwel-Geschäftsführer Ralf Ebeling und Werkleiter Wolfgang weitergeführt. Die Zustimmung des Kartellamts steht noch aus.
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Ruwel müsse sich den veränderten Herausforderungen im weltweiten Umfeld stellen und sich vom „regionalen europäischen Generalisten“ zum „spezialisierten Global Player“ wandeln. Das Ziel sei, „zukunftsgerichtete, tragfähige Strukturen zu schaffen, die den einzelnen Werken mehr Flexibilität und Investitionskraft für ihre Wachstumsstrategien bieten“, heißt es in der Presseerklärung.
Aus diesem Grund werden die verschiedenen Geschäftsbereiche der Ruwel-Gruppe neu geordnet: Vor drei Wochen hatte Ruwel bereits bekannt gegeben, dass das Großserien-Werk Grassau künftig durch die Lamitec-Gruppe aus Neu-Ulm betrieben wird. Lamitec wird in Grassau den Geschäftsbereich mit Dickkupfer-Leiterplatten für die Kfz-Elektronik und Fotovoltaik konzentrieren.
Nun wird das Werk Wetter mit dem bisher eigenständigen „Spezialitäten-Geschäftsbereich“ innerhalb der Gruppe verkauft. Im Rahmen eines Management Buy Outs (MBO) wird das Werk verselbständigt und vom bisherigen Ruwel-Geschäftsführer Ralf Ebeling gemeinsam mit dem Leiter des Werkes Wolfgang Winkelmann unter dem neuen Namen Schoeller-Electronics GmbH geführt.
Werk Wetter ist Spezialist für HF-Leiterplatten und Strarflex-Schaltungen
1996 hatte Ruwel das Werk Wetter des traditionsreichen Leiterplattenherstellers Schoeller übernommen und dort den Geschäftsbereich Sondertechnik-Schaltungen konzentriert. Heute gilt der Standort mit 330 Mitarbeitern und einem Umsatz von 42 Mio. Euro im Jahr 2008 als weltweit führender Anbieter von HF-Leiterplatten und in Europa als Marktführer bei Starrflex-Schaltungen.
Mit dem Verkauf des Werkes Wetter scheidet Ralf Ebeling aus der Ruwel-Geschäftsführung aus. Kapitalgeber des MBO ist der institutionelle Investor NORD Holding in Hannover, der weitere Zukäufe in der Branche nicht ausschließe. Die NORD Holding sei bekannt dafür, Unternehmen langfristig zu halten und zu entwickeln. Die Transaktion findet unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts sowie einer tariflichen Vereinbarung für den Standort Wetter statt.
Ruwel konzentriert sich Multilayer-Fertigung in Geldern und Asien
Die Ruwel GmbH werde den Unternehmenshauptsitz in Geldern sowie das Werk Pfullingen weiter auf die Kernkompetenzen der Herstellung qualitativ und technologisch hochwertiger Multilayer und die Anforderungen der Automobilindustrie, Medizintechnik und Industrieelektronik ausrichten. Hierzu beabsichtigen Gesellschafter und Geschäftsführung durch geeignete Kapazitäten in Asien das internationale Wachstum in diesem Segment voranzutreiben, um allen Stückzahlen liefern zu können.
Große und mittlere Serien werden weiterhin aus dem Werk Geldern geliefert. Pfullingen deckt hingegen den Markt für kleine Losgrößen sowie Quick Turnaround Business (QTA) ab und bedient unter anderem die Entwicklungsabteilungen mit Mustern und Prototypen.
Die künftige Geschäftsführung setzt sich aus Bruno Hälg, Thomas Wittig und Jos van Kempen zusammen. Thomas Wittig folgt in der Funktion dem ausscheidenden Ralf Ebeling nach. Jos van Kempen verstärkt mit seiner langjährigen Leiterplattenerfahrung das Managementteam.
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