Strahlungsabsorbierendes Material Weniger Hochfrequenz- und Schallemissionen in der Elektromobilität und bei RFID

Autor / Redakteur: Axel Hungsberg* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Einen neuen Ansatz für die EMV von elektronischen und/oder mechanischen Bauelementen bietet das im Kompetenzzentrum der Hörmann IMG entwickelte Hybrid-Absorbermaterial Emisonix. Das strahlungsabsorbierende Material reduziert Hochfrequenz- sowie Schallemissionen und lässt sich in der Elektromobilität und bei RFID einsetzen.

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Der neue Ansatz von Hörmann IMG ist bedingt durch den derzeitigen Stand der Technik, wobei meistens reflektierende Materialien zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung eingesetzt werden. Diese Lackierungen, Textilien oder Bleche bieten keine ausreichende Eliminierung vor Störstrahlung.

Im Gegenteil, sie können sie noch verstärken. Aus diesem Grund liegt das Hauptaugenmerk auf absorbierenden Materialien.

Eine Absorption der elektromagnetischen Felder wird durch Zugabe von hochdichtem ferritischem Pulver in ein Gummi-Granulat-Gemisch erreicht. Die Störsignale werden nicht nur reflektiert sondern weitestgehend aufgehoben, so dass sie sich mit anderen Störsignalen durch konstruktive Interferenzen nicht mehr verstärken können.

Weniger Hochfrequenz- und Schallemissionen

Prinzipskizze des Feldstärkeverhaltens (Archiv: Vogel Business Media)

Durch die Zugabe von strahlungsabsorbierenden Materialien und des hochdichten ferritischen Pulvers entsteht ein hohes Flächengewicht, welches zudem für eine hohe Reduktion der Schallemission führt. Außerdem werden Hochfrequenzemissionen reduziert.

Weiterhin entsteht durch das Zusammenspiel der verschiedenen Materialen eine flammhemmende Wirkung, was dazu führt, dass ein neuartiges hybrides Endprodukt entsteht. Dieses lässt sich flexibel verarbeiten. Alle Eigenschaften sind variabel gestaltbar, indem der Füllgrad des Gummi-Granulat-Gemisches angepasst wird. Hinzu kommen Auswirkungen auf Flexibilität, Materialdicke, Schirmdämpfung und Gewicht.

Einsatz als Elektromobilitätsmaterial

Das Produkt, welches Resonanzeffekte stark reduziert, wird bereits bei der Raumschirmung in Absorberräumen, zur Abschirmung von Gehäusen, in Straßenbahnen, KFZ und als Hochfrequenzdichtung eingesetzt. Somit lässt es sich als Elektromobilitätsmaterial verwenden. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind in der Medizintechnik und bei RFID-Anwendungen.

Vor allem in der Elektromobilität und in der RFID sehen die Nordhäuser von Hörmann IMG die Zukunft des Materials. Denn die dabei verwendeten Feldstärken werden durch die Materialdicke gut abgeschirmt und können dadurch höhere Werte erreichen und erzielen somit eine größere Effektivität mit weniger Störungen

*Axel Hungsberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für EMV und Nanotechnik bei Hörmann IMG in Nordhausen.

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