Fenster ins All Weltgrößtes Radioteleskop steht vor der Feuertaufe
Der Bau des mit 500 Meter Spiegeldurchmesser größten Radioteleskops der Welt ist Anfang Juli abgeschlossen worden. Das FAST-Teleskop (Five-hundred Meter Aperture Spherical Telescope) steht in der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas. Das Instrument soll unter anderem weit entfernte Pulsare und Quasare erforschen.
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Das schüsselförmige Teleskop wurde in eine natürliche Karstsenke im Bezirk Pingtang hineingebaut. Vorbild für das Instrument ist das Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico, das bereits seit 1963 betrieben wird. Arecibo, das auch in Kinofilmen wie Contact oder dem James-Bond-Streifen GoldenEye gezeigt wurde, verfügt allerdings lediglich über eine Öffnungsweite von knapp 305 Metern.
Ab September soll das Teleskop erprobt werden. Die Test- und Kalibrierungsphase ist auf zwei Jahre angelegt, danach soll das Instrument nach Signalen von weit entfernten Objekten wie Pulsaren (Neutronensterne) und Quasaren lauschen. Derartige Himmelsobjekte können in der Regel viel besser über ihre Radiowellen-Emissionen beobachtet werden als durch die klassische optische Astronomie.
In der Anfangsphase werden bevorzugt chinesische Wissenschaftler mit dem FAST-Teleskop arbeiten. Generell soll das Instrument aber Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Welt offenstehen. „Der Einfluss dieses weltgrößten Radioteleskops auf die Astronomie wird außergewöhnlich sein, und es wird sicherlich auch andere Bereiche der Naturwissenschaft revolutionieren“, hofft Nan Rendong, der Leitende Wissenschaftler des FAST-Projekts.
Für viele Menschen steht die Suche nach außerirdischem Leben im Vordergrund, wenn sie an ein Radioteleskop denken. 1974 wurde vom Arecibo-Teleskop eine Funknachricht von der Erde an mögliche Außerirdische verschickt, die in einem einfachen Binärcode verschlüsselt Informationen über die Menschen und das Sonnensystem enthielt.
Auch für diese Aufgabe scheint FAST gut gerüstet. „Das Potenzial des Teleskops, eine fremde Zivilisation zu entdecken, ist fünf- bis zehnmal größer als mit den bisher verfügbaren Instrumenten“, sagt Peng Bo, Leiter des Radioastronomie-Laboratoriums der Nationalen Astronomiebehörde, gegenüber der Nachrichtenagentur Xinghua.
Zum Betrieb eines Radioteleskops ist es nötig, elektromagnetische Emissionen in der Umgebung so gering wie möglich zu halten. Deshalb wurden 9110 Bewohner aus einem Umkreis von fünf Kilometern um das Teleskop in nahe gelegene Städte umgesiedelt.
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