60 Mio. Euro Investition in Detmold Weidmüller eröffnet Elektronikwerk für kurze Wege und mehr Kapazität

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Nach knapp zwei Jahren Bauzeit nimmt Weidmüller sein Elektronikwerk am Hauptsitz in Detmold offiziell in Betrieb. Der Neubau bündelt Leiterplattenbestückung, Kunststofffertigung und Montage. Das Werk fertigt für Europa vor Ort und soll Lieferketten robuster machen.

(v.l.n.r) Dr. Timo Berger (Chief Technology Officer), Dr. Sebastian Durst (Chief Executive Officer), Dr. Christian von Toll (Chief Sales Officer) und André Sombecki (Chief Financial Officer)(Bild:  Weidmüller)
(v.l.n.r) Dr. Timo Berger (Chief Technology Officer), Dr. Sebastian Durst (Chief Executive Officer), Dr. Christian von Toll (Chief Sales Officer) und André Sombecki (Chief Financial Officer)
(Bild: Weidmüller)

Am 5. September 2025 hat Weidmüller das neue Elektronikwerk in der Ohmstraße eröffnet. Das Familienunternehmen investierte rund 60 Millionen Euro in das Bauprojekt, eine der größten Einzelinvestitionen der Firmengeschichte. Zur Eröffnung kam auch Daniel Sieveke, Staatssekretär im NRW-Digitalisierungsministerium. Er sagte: „Das neue Elektronikwerk ist mehr als ein Gebäude – es ist ein Versprechen für Chancen, Fortschrift und eine starke Zukunft hier in Detmold, in Ostwestfalen-Lippe und ganz Nordrhein-Westfalen. Es ist ein Ort, an dem Ideen zu Innovationen werden und Menschen gemeinsam Zukunft gestalten.“

Weidmüller knüpft das Werk eng an den Hauptsitz. Die Nähe zur Entwicklung und zum internen Maschinen- und Anlagenbau mit Werkzeugbau soll Abstimmungen beschleunigen, Anläufe verkürzen und Transportwege reduzieren.

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Fertigung am Hauptsitz, kurze Wege

Der Neubau konzentriert wesentliche Prozessschritte unter einem Dach: die Bestückung von Leiterplatten, die Kunststofffertigung, die Montage und die Logistik. CEO Dr. Sebastian Durst begründet die Standortwahl so: „Unsere Entscheidung, das neue Elektronikwerk in Detmold zu bauen, haben wir ganz bewusst getroffen. An unserem Hauptsitz profitieren wir von Verbundvorteilen wie der Nähe zu unserer Entwicklungsabteilung sowie zu unserem Maschinen- und Anlagenbau, inklusive Werkzeugbau“ und weiter: „Unser neues Werk zahlt voll in unsere Strategie ‚In der Region, für die Region‘ ein: In Deutschland produzieren wir hauptsächlich für den europäischen Markt, um uns – auch vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen – regional resilient aufzustellen und Störungen in den Lieferketten vorzubeugen.“

Bereits jetzt laufen erste Serien: Das I/O‑System u‑remote entsteht im neuen Gebäude. Es verbindet Maschinenebene und Steuerung, etwa in Produktionslinien, Förderanlagen oder der Prozesstechnik. Auch der kompakte Trennverstärker und Messumformer Picopak kommt aus Detmold. Alle Verarbeitungsschritte, von der Leiterplattenbestückung bis zur Kunststoff- und Metallverarbeitung, finden im Werk statt, was Wege und Zwischenlager spart.

Auf Wachstum ausgelegt bis 2030

Weidmüller plant den Ausbau in Stufen. Bis 2030 soll die Zahl der Maschinen und Anlagen verdoppeln. Die Belegschaft wächst im gleichen Zeitraum von derzeit rund 70 auf etwa 300 Mitarbeitende. Durst sieht darin Rückenwind für die technologische Agenda des Unternehmens: „Durch das Elektronikwerk eröffnen sich für uns völlig neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Als Technologietreiber werden wir Elektronikinnovationen entwickeln und produzieren, mit denen wir die Megatrends Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung mitgestalten. Kurzum: Hier entsteht Zukunft“.

Energie- und Baukonzept: effizient, mit eigener PV

Die mehrgeschossige Produktionshalle bietet knapp 19.000 m² Nutzfläche. Reversible Wärmepumpen übernehmen Heizen und Kühlen. Weidmüller nutzt Abwärme aus der Produktion per Wärmerückgewinnung, zusätzlicher Bedarf kommt aus dem Fernwärmenetz. Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage mit 640 kWp Leistung Strom, der einen großen Teil des Betriebsbedarfs deckt.

Der Zeitplan hielt. Der Baustart lag im zweiten Quartal 2023, die Grundsteinlegung im Sommer 2023. Ende Januar 2025 erfolgte die Abnahme durch den Generalunternehmer. Der Umzug der Anlagen lief planmäßig, der Produktionshochlauf begann schrittweise in den vergangenen Monaten. (mc)

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