Energiewende Wasserstoffspeicher im Ostfriesland wird befüllt

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das Engagement der Bundesregierung zum Wasserstoff-Kernnetz rückt das Pilotprojekt H2Cast Etzel ins Rampenlicht. In der ostfriesischen Gemeinde wurden zwei Kavernen für die Speicherung von Wasserstoff umgewidmet. Der erste Wasserstoff wird inzwischen in den Tank gefüllt.

Wasserstoffbefüllung der H2Cast-Projektkaverne auf dem Kavernenverteilerplatz 16 in Etzel.(Bild:  Storag Etzel)
Wasserstoffbefüllung der H2Cast-Projektkaverne auf dem Kavernenverteilerplatz 16 in Etzel.
(Bild: Storag Etzel)

Im ostfriesischen Etzel wird im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts H2Cast von Storag Etzel die Eignung von Salzkavernen für die großvolumige Wasserstoffspeicherung untersucht – und inzwischen auch demonstriert. Zwei Kavernen wurden in Zusammenarbeit mit Partnern und mit Unterstützung durch das Land Niedersachsen und das BMWK für die Speicherung von Wasserstoff umgewidmet. Übrigens, nicht das einzige Projekt seiner Art: Insbesondere im Nordwesten des Landes wird die Wasserstoffspeicherung erforscht und vorangetrieben.

Zum Jahreswechsel 2024 wurde jetzt mit der Einspeicherung von 90 Tonnen Wasserstoff begonnen, nachdem die Dichtheitstests erfolgreich abgeschlossen wurden. Der Wasserstoff wird dabei unter einem Druck von 300 bar per Lkw angeliefert und verdrängt dabei die Sole aus den Kavernen. Bis Ende Januar 2025 wurden mehrere Tonnen Wasserstoff sicher gespeichert. Das Projekt plant die vollständige Befüllung der Kavernen bis 2026, um den Standort „H2-ready“ zu machen. Die Forschungsergebnisse sollen als Blaupause für ähnliche Standorte in Deutschland dienen. 

Chance Wasserstoff-Kernnetz

H2Cast soll als Vorzeigeprojekt für die Wasserstoffspeicherung dienen, um bestehende Infrastruktur nachhaltig für die Energiewende zu nutzen. Das Projekt setzt auf bewährte Technik sowie Forschungsergebnisse, die auch überregional Anwendung finden sollen. Allerdings gilt es, zuvor einige Herausforderungen zu meistern. H2Cast ist nicht an eine Pipeline angeschlossen, weswegen der Wasserstoff aktuell per Lkw geliefert werden muss. Und der Wasserstoffmarkt befindet sich noch in der Entwicklungsphase, was die Beschaffung erschwert.

Schema des Wasserstoff-Pilotprojektes H2Cast.(Bild:  Storag Etzel)
Schema des Wasserstoff-Pilotprojektes H2Cast.
(Bild: Storag Etzel)

Doch es zeigt sich ein Silberstreif am Horizont. Bis 2032 soll, so wurde es im Oktober 2024 beschlossen, Europas größtes Wasserstoffnetz mit einer Länge von 9.040 Kilometern und einem Investitionsvolumen von 18,9 Milliarden Euro fertiggestellt werden. Die Bundesregierung hat den Anschluss von H2Cast an das Wasserstoff-Kernnetz bestätigt. Für dieses Kernnetz werden etwa 60 Prozent der Leitungen aus bestehenden Gasleitungen umgerüstet, während 40 Prozent neu gebaut werden. Bereits dieses Jahr sollen erste Wasserstoffmengen durch das Netz transportiert werden. Das Netz hat das Potenzial, 278 TWh grünen Wasserstoff bereitzustellen und soll eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Industrie und dem Erreichen der Klimaneutralität spielen.

Entsprechend konzentrieren sich künftige Arbeiten an H2Cast sich auf die Entwicklung von Technologien zur Wasserstoffreinigung und zur Effizienzsteigerung. Dazu wird eine oberirdische Testanlage gebaut, um ab Winter 2025 wichtige Prozesse wie Gastrocknung, Reinigung und Druckregelung durchzuführen. (sb)

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