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Die richtigen Bauelemente beflügelten den Fortschritt
Die frühen Ideen von Volta, Ritter, Ohm oder Faraday zündeten so richtig erst mit der Entwicklung der passenden Bauelemente. So ist die Geschichte der Elektrotechnik immer auch eine Geschichte der Bauelemente. Ohne stromdurchflossene Spulen können weder Zeiger- noch Morsetelegraph ihre Signale senden. Um Sprache auf Fernsprechleitungen zu übertragen, bedurfte es Pupinspulen und Papierkondensatoren. So fertigten die Siemens-Schuckert-Werke 1904 erste Kondensatoren, 1923 überträgt der Deutsche Rundfunk erstmals Sendungen.
Siemens entwickelte zur damaligen Zeit passive Bauelemente und Entstörbauelemente für Radios. Erste Keramikkondensatoren fertigt man 1932, der 1934 entwickelte Ferrit-Werkstoff Sirufer von Siemens gilt als ein weiterer Meilenstein. Der Name ist zugleich Programm: Siemens-Rundfunk-Ferrum verbirgt sich hinter dem bekannten Kürzel. Im Jahr 1946 beginnt Siemens mit dem Wiederaufbau, man hat bereits neben Papier und Elektrolykondensatoren auch Schicht- und Drahtwiderstände im Programm sowie Spulen und Übertrager. Elektrotechnik elektrisiert die Gesellschaft.
Neben der Starkstromtechnik kam die Nachrichtentechnik
Wenn man Starkstromtechnik und Nachrichtentechnik als die zwei tragenden Säulen der elektrotechnischen Entwicklung definiert, dominierte anfangs die Starkstromtechnik den Fortschritt. Trotz allem entwickelte man in den Hochzeiten der Starkstromtechnik parallel dazu die Nachrichtentechnik weiter.
Einige technische Meilensteine: Als Erfinder des Telefons gelten Philipp Reis 1860 und Alexander Graham Bell 1876, Siemens entdeckt 1878 das elektrodynamische Telefon und David Edward Hughes entwickelt das Kohlekörnermikrofon. Telefonieren konnte man damals durchaus über Entfernungen von 2000 km.
Das Telefon ist eine „Killerapplikation“ würde man heute sagen. Die Welttelefonstatistik von 1910 will damals über 10 Millionen Teilnehmer-Sprechstellen gezählt haben, 38,6 Millionen Kilometer an Fernsprechleitungen sind vermessen worden. Davon verzeichnete man in Deutschland etwa 940000 Sprechstellen und 4,4 Millionen Leitungslänge. Das Telefon hat sich als Massenphänomen etabliert.
Der Siegeszug der Elektronik nahm seinen Lauf
Mit zu den wohl wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts gehört die Leiterplatte. Paul Eisler hatte 1936 die Idee der „Printed Circuit“, nämlich die Leitungen auf eine Ebene zu legen. Er schlug als Ausgangsmaterial einen kupferkaschierten Isolierträger vor. Eine Idee, die es ermöglichte, Leiterplatten einfach herzustellen. Etwas später, nämlich 1948, erfanden John Bardeen, Walter Brattain und William Bradford Shockley den Transistor.
Beide Erfindungen schufen die Voraussetzungen für die heutige Massenfertigung elektronischer Geräte. Weder Radio, Fernsehen oder Computer kommen heute ohne Leiterplatten und Halbleitertechnik aus. Der Siegeszug der Elektronik nahm seinen Lauf.
In den USA bekamen die Menschen 1951 erstmals farbige Fernsehbilder zu sehen, und in München nahm 1962 das erste elektronisch gesteuerte Fernsprechamt seinen Betrieb auf. Durch einen symbolischen Druck auf den roten Knopf läutet Willy Brandt dann 1967 in der Bundesrepublik die Ära des Farbfernsehens ein.
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