Netzteile Was bei Hochspannungs-Typtests zu beachten ist

Autor / Redakteur: Kent Smith * / Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Elektrische Geräte, die an Netzspannung betrieben werden, müssen einen durch die zuständigen Zulassungsstellen durchgeführten Typtest bestehen. Welches die Testanforderungen im Detail sind und welche Richtlinien für die Anforderungen an den Hersteller beim Typtest gelten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Der Hochspannungstest ist ein elektrischer Test, der angewendet wird, um die Wirksamkeit von elektrischen Isolationen zu prüfen – etwa bei Netzgeräten. Der HV-Test wird auch als Spannungsfestigkeitsprüfung bezeichnet.

Vorab sollte der Hersteller selbst testen – aber richtig

Elektrische Geräte, die an Netzspannung betrieben werden, müssen einen Typtest bestehen, der von den zuständigen Zulassungsstellen vorgenommen wird. Die in der Regel anwendbaren Normen sind die IEC60950-1 für ITE-Equipment und die IEC60601-1 für Medizingeräte. Bevor die Geräte dem Typtest unterzogen werden, wird der Stromversorgungs- oder Gerätehersteller selbst testen, um sicherzustellen, dass die Geräte die gestellten Anforderungen auch erfüllen. Allerdings können die Testbedingungen auch falsch interpretiert werden, was dazu führen kann, dass bei den Tests das Gerät zerstört wird, was zu Verzögerungen bei den Sicherheitszulassungen und damit bei der Markteinführung führen kann.

Dieser Beitrag beleuchtet die Testanforderungen und gibt grobe Richtlinien für die Anforderungen an den Hersteller beim Typtest. Zunächst wird dies für Geräte der Schutzklasse I beschrieben. Die Unterschiede zu Geräten der Schutzklasse II werden separat behandelt.

Worauf sich die Sicherheitsnormen beziehen

Die Sicherheitsnormen beziehen sich in der Regel auf folgende Isolationsanforderungen:

  • Zwischen Primärseite (AC-Eingang) und Sekundärseite (DC Ausgang) wird in der Regel eine verstärkte Isolation gefordert.
  • Zwischen Primärseite und Schutzleiter wird eine Basisisolation gefordert.
  • Zwischen Sekundärseite und Schutzleiter ist in der Regel eine Betriebsisolation gefordert.

Bei Anwendungen der Schutzklasse I kommt muss der Schutzleiter vorhanden sein. Bei Schutzklasse-II-Anwendungen dagegen wird eine doppelte oder verstärkte Isolation eingesetzt, um die Sicherheit auch ohne Schutzleiter zu gewährleisten. Bild 1 zeigt den typischen Isolationsaufbau eines Schutzklasse-I-Netzteils.

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