Bauteilebeschaffung

Warum Wolfgang Endrich in der Rezession ein eigenes Unternehmen startete

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Bauelemente für die florierende deutsche Hifi-Industrie

Im ersten Jahr ihres Bestehens stand die Firma auf ziemlich wackeligen Füßen, was sich erst verbesserte, als man einen Großauftrag mit guter Marge für Lautsprecher-Anschlussklemmen bekam. Schon bald begann Herr Endrich, seine Fühler nach Japan auszustrecken. Erster japanischer Partner war die Firma Violet, die Potentiometer für die Lautstärkeregelung von Lautsprechern lieferten – damals sehr interessant für die florierende deutsche Hifi-Industrie.

Das langsam boomende Halbleitergeschäft aus USA war bereits in festen Händen der bestehenden Distributoren, so dass Herr Endrich den Schwerpunkt auf passive Bauelemente aus Japan legte. Diese Waren zeichneten sich von vornherein durch ausgezeichnete Qualität, Lieferzuverlässigkeit und annehmbare Preise aus. Durch laufende Reisen nach Fernost – erst Japan, dann später auch Taiwan – konnte das Produktportfolio kontinuierlich ausgebaut werden.

Neben mehreren Mitarbeiterinnen wurde 1979 der erste Außendienstmitarbeiter eingestellt. Frau Endrich musste fast täglich mit ihrem PKW die importierten Luftfrachtsendungen vom Flughafen in Stuttgart abholen, beim Zollamt in Calw verzollen, dann daheim neu verpacken und den Versand organisieren, während Herr Endrich zusammen mit dem Außendienstmitarbeiter möglichst viele Aufträge generierte. Jetzt war eine solide Umsatzhöhe erreicht, die vernünftige Gewinne abwarf, um das wachsende Unternehmen zu finanzieren. Kredite und öffentliche Fördermittel brauchte die Firma nicht in Anspruch zu nehmen.

Die Entscheidung, sich auf asiatische Lieferanten zu konzentrieren, war sehr erfolgreich, denn die meisten deutschen Distributoren hatten sich nach USA orientiert. Damals reifte bei Endrich der Plan, die Firma auf sechs Produktsäulen zu stellen. Dazu gehörten aktive Bauelemente soweit aus Fernost verfügbar, passive Bauelemente, Hochspannungselemente, Schallgeber, Optoelektronik und Sensoren.

1984 konnte Endrich die Vertretung von Sanyo Osaka für LCD Anzeigen, LED-Leuchtdioden und Elektrolytkondensatoren gewinnen. Bis zu diesem Jahr geht auch die Zusammenarbeit mit Citizen Elektronik zurück, die damals noch Schallgeber und Trimmerkondensatoren herstellte. Nennenswert sind ferner Namen wie Hughes Microelectronic, die nicht-flüchtige E²-Promms herstellten, sowie UMC mit Controllerbausteinen und Speichern.

Das immer größer werdende Lieferprogramm ermöglichte es, ab 1982 die ersten Vertriebsbüros in Deutschland zu eröffnen. Mit schließlich neun solcher Büros unterhielt die Firma damit ein engmaschiges Vertriebsnetz, was sich vergleichsweise nur Großfirmen leisten konnten. Ziel war eine maximale Kundennähe, denn jeder Kunde sollte in spätestens zwei Autostunden vom nächstgelegenen Vertriebsbüro aus erreichbar sein.

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