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Wird es den einheitlichen Standard geben?
Der Satz „Ich warte mit Smart Home, bis es einen einheitlichen Standard gibt“, hieße, auf den Sankt Nimmerleinstag zu warten. Den wird es nicht geben. Wo ist das Problem? Schließlich fahren wir Auto, ohne dass es dafür einen einheitlichen Standard-Kraftstoff gibt.
Dieselmotoren sind nicht kompatibel mit Benzinern. Trotzdem fahren wir. Es gibt nicht einmal ein einheitliches Bedienkonzept für Autos. Jeder Hersteller ordnet seine Schalter so an, wie er möchte, was bei der Erstbenutzung eines Autos regelmäßig zu Problemen führt. Trotzdem fahren wir.
Warum sollte es den einen Smart-Home-Superstandard eigentlich geben? Wer hätte tatsächlichen Nutzen davon? Es wird gesagt, der Endkunde könne sich dann irgendeinen Sensor oder Aktor kaufen und müsste nicht mehr darauf achten, ob es EnOcean, ZigBee, Z-Wave oder HomeMatik ist. Jede Komponente passt.
Wenn ich Zubehör oder ein Ersatzteil für meinen VW kaufe, gehe ich natürlich zu meinem VW-Händler und nicht zu Ford. Das würde auch jeder Smart-Home-Endkunde selbstverständlich so tun, wenn er eine Erweiterung für sein System sucht. Er wird zu seinem Fachhändler gehen. Beim Autozubehörhandel ist – völlig akzeptiert – spätestens die zweite Frage „für welchen Hersteller, Typ, Baujahr“?
Wir sind heute in der komfortablen Situation, dass es für die großen Industriestandards wie ZigBee, Z-Wave, EnOcean und KNX alle nur denkbaren Funktionen und Produkte gibt. Man ist als Z-Wave-Kunde nicht eingeschränkt, weil es einen ganz bestimmten wichtigen Sensor nur für HomeMatik gibt.
Jeder Standard bietet heute die ganze Produktvielfalt. Und darüber hinaus gibt es Smart-Home-Zentraleinheiten, die unterschiedliche Industriestandards verstehen: ZigBee, EnOcean oder Z-Wave sowie KNX.
TCP-IP als universeller Smart-Home-Standard
Vielleicht ist mit dem fehlenden universellen Smart-Home-Standard aber auch gemeint, dass Funktionsinseln unterschiedliche Sprachen sprechen. Die Licht-, Beschattungs- und Heizungs-Insel versteht KNX, Zig-Bee und EnOcean. Daneben gibt es die Geräte-Insel der Unterhaltungselektronik, die auf Infrarot reagieren oder - inzwischen immer häufiger – über einen IP Netzwerkanschluss verfügen.
Wie kann das Sprachkommandosystem Amazon Alexa die Rollläden und das Licht steuern? Das Internetprotokoll TCP-IP ist die Lösung und inzwischen der eigentliche universelle Smart-Home-Standard. Alle Smart-Home-Teilsysteme verstehen und sprechen TCP-IP. Damit ist allerdings nur der Austausch von Daten sichergestellt, noch nicht, was sie bedeuten.
Hierfür bietet Alexa beispielsweise ein Software Development Kit an. Damit lassen sich recht einfach sogenannte Skills erstellen, mit denen beispielsweise das Smart-Home-System für Licht, Rollo und Heizkörpersteuerung mit Alexa kommuniziert. Auch Philips Hue und Alexa verstehen sich.
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