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3. Der Scrum Master als Enabler

Agile zu machen, bedeutet lediglich, ein Rahmenwerk einzuführen, das einige Vorteile hat und Dysfunktionen in der Organisation sichtbar machen kann. Der Scrum Master jedoch führt die Menschen in der Organisation zum Agil sein. Agil zu sein heißt, Produkte zu entwickeln, die Kunden begeistern. Es heißt, in regelmäßigen, kurzen Zeitabständen Nutzerfeedback in die Lösung zu integrieren und so den Wert des Produkts zu steigern. Es heißt, in kurzen Zeitzyklen mit einer konstanten Geschwindigkeit hochqualitative Software zu liefern.
Agil zu werden und agil zu bleiben, bedeutet Arbeit und Fokussierung. Vorgehensweisen, Gewohnheiten, Ziele und Prozesse müssen kontinuierlich geprüft, angepasst und verbessert werden.
Dem Scrum Master kommt bei diesen Bemühungen eine Schlüsselrolle zu. Er verliert sich nicht in fachlichen oder technischen Details, sondern betrachtet die Organisation aus systemischer Sicht. Er weist gegebenenfalls auf Strukturen hin, die geschäftskritische Prozesse ausbremsen, zeichnet die Wertschöpfungsprozesse auf und zeigt Engpässe, wo sich Arbeit anstaut.
Im Hinblick auf das Produktentwicklungsteam sorgt er dafür, dass die Wertschöpfung durch die Förderung der technischen Fähigkeiten gesteigert wird. Darüber hinaus hält er organisatorische Hindernisse vom Team fern und befähigt es, diese selbst zu bewältigen.
Der Wert eines Scrum Masters als Enabler:
- Er führt die Organisation zum Agil sein.
- Kosteneinsparungen durch die Beseitigung unnötiger Arbeit und höhere Gewinne durch die Fokussierung auf wertschöpfende Tätigkeiten.

4. Der Scrum Master als Konfliktnavigator
Wenn Menschen zusammenkommen, um etwas zu erreichen, geht das meistens nicht ohne Konflikte. Es ist auch nicht gewünscht, eine Arbeitsumgebung zu haben, wo alle stets der gleichen Meinung sind, denn ein homogenes Team tendiert zu einer eingeschränkten Sicht. Große Risiken werden dabei oft ignoriert.
Eine Chance, die Entdeckung potenzieller Risiken zu erhöhen, besteht darin, mit heterogenen Teams zu arbeiten. In einem echt heterogenen Team herrscht ständig eine gewisse Konfliktatmosphäre. Die Herausforderung für den Scrum Master besteht darin, das Team in dieser produktiven Konfliktatmosphäre zu halten.
Entscheidend dabei ist, dass ein grundlegender Respekt füreinander herrscht und dass jedes Teammitglied akzeptiert wird. Wenn die Teammitglieder einander vertrauen, kann sich das Potenzial jedes Einzelnen entfalten, wodurch nicht zuletzt die Produktivität deutlich gesteigert wird.
Es ist die Pflicht des Scrum Masters, diese Atmosphäre zu erzeugen. Manchmal muss er dafür ein zu homogenes Team herausfordern, manchmal muss er eskalierte Konflikte navigieren. Das kann jedoch nur gelingen, wenn er als unparteiisch wahrgenommen wird – er kann daher nicht gleichzeitig Entwickler oder Produkt Owner und Scrum Master sein.
Der Wert eines Scrum Masters als Konfliktnavigator:
- Er stellt einen bewussten Umgang mit Risiken sicher.
- Er sorgt für ein sicheres Arbeitsumfeld.
- Er bewirkt eine Steigerung der Produktivität.

5. Der Scrum Master als Mensch
Der Scrum Master behandelt alle gemäß der Überzeugung, dass jeder zu jedem Zeitpunkt nach bestem Wissen, Gewissen und Kenntnisstand gehandelt hat. Gründe für ein Scheitern und dafür, dass nicht in jedem Sprint ein perfektes Produktinkrement erstellt wird, gibt es immer. Im Rahmen von Retrospektiven finden der Scrum Master und das Team diese Gründe heraus.
Der Scrum Master erkennt an, dass die Teammitglieder keine betriebswirtschaftlichen Ressourcen sind, sondern Menschen mit individuellen Eigenschaften, Träumen und Ängsten. Wenn er es schafft, dies jedem Einzelnen klar zu machen, wird auch das Unternehmen irgendwann erkennen, dass die Mitarbeiter nicht Ressourcen, sondern das Herz der Organisation sind. Das ist der Wert, den der Scrum Master als Mensch erzeugt.

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