Glühdrahtprüfung nach IEC 60695 Wärme- und Feuerbeständigkeit von Isolierstoffen
Die Bestimmungen für die Feuer- und Wärmebeständigkeit von Isolierstoffen wurden erheblich verschärft. War in der Vergangenheit ein bestandener Glühdrahttest ausreichend, so fordert die neue Bestimmung gleich zwei zu bestehende Glühdrahtprüfungen. Die Anforderungen sind in der IEC 60695 festgehalten und gelten für sogenannte unbeaufsichtigte elektrische Geräte. Was ist dabei zu beachten?
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Bis zum 31. Januar 2007 war es für Geräte mit einer Stromstärke von weniger als 0,5 A ausreichend, wenn ihre elektrischen Verbindungen einen bestandenen Glühdrahttest mit 550 °C vorweisen konnten. Zum 1. Februar 2007 wurden die Bestimmungen für die Feuer- und Wärmebeständigkeit von Isolierstoffen jedoch erheblich verschärft.
In den neuen Bestimmungen ist definiert, dass die Isolierstoffe in Geräten, deren elektrische Verbindungen einen Strom von mehr als 0,2 A transportieren, zwei Glühdrahtprüfungen durchlaufen müssen.
Im ersten Schritt wird eine Glühdrahtprüfung mit 850 °C durchgeführt und im zweiten mit 750 °C. Erst wenn beide Glühdrahtprüfungen erfolgreich bestanden sind, gelten die erhöhten Anforderungen an die Feuer- und Wärmebeständigkeit erfüllt.
Der genaue Prüfablauf und die Prüfbedingen sind in der IEC 60335-1 festgehalten. Vorgeschrieben werden die Glühdrahtprüfungen durch die IEC 60695. Die verschärften Anforderungen gelten für sogenannte unbeaufsichtigte elektrische Geräte.
Der Einsatz der IEC 60335-1 im industriellen Umfeld
Die umgangssprachlich als „Hausgerätenorm“ bezeichnete Vorschrift definiert als „Hausgerät“ mechanische oder elektrische Geräte, welche im privaten, gewerblichen und insbesondere auch im industriellen Umfeld eingesetzt werden.
Speziell der Teil 2-40 der IEC 60335 (1995, modifiziert, +A1:2000) befasst sich mit den erhöhten Anforderungen an die sogenannten unbeaufsichtigten Geräte.
Hierzu zählen elektrisch betriebene Wärmepumpen, Klimageräte und Raumluftentfeuchter. Ebenfalls zu dieser Klasse gehören Geräte zum Kühlen und Gefrieren, Geräte mit Fernwirkung, klassische Regel- und Steuergeräte, die mit Betriebsmitteln wie Elektrizität, Gas, Öl, Solar oder einer Kombination hiervon zusammenwirken, sowie Geräte mit Zeituhr. Der neuen „verschärften“ Norm IEC 60335-1 unterliegen somit die meisten Geräte im Bereich Klimatechnik.
Norm ist zugleich VDE-Bestimmung nach VDE 0022
Die Norm ist zugleich eine VDE-Bestimmung im Sinne der VDE 0022. Der genannte Teil gilt für die Sicherheit elektrischer Wärmepumpen, einschließlich Brauchwasserkonvektoren, wenn deren maximale Bemessungsspannungen nicht mehr als 250 V für Einphasengeräte und 600 V für alle anderen Geräte betragen.
Umfassende Diskussionen über die Energiekosten haben ein grundlegendes Umdenken bei den Spezialisten in der Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Kältetechnikbranche bewirkt. Mittlerweile werden gezielt alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Sicherheit zu erhöhen.
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