Smart Metering

Vorteile intelligenter Stromzähler für die Verbraucher sind fraglich

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Wie schätzen Sie diese Entwicklung persönlich ein? Wird sich der Aufwand für die Umrüstung sowie die Umsetzung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kunden, vor allem die Unternehmen, auszahlen?

Vor Verabschiedung des Gesetzes wurden unter anderem von der Opposition erhebliche Bedenken bezüglich der Sicherheit und dem Schutz der ermittelten Verbrauchsdaten der Smart Meter geäußert. Das Bundeswirtschaftsministerium ist jedoch der Auffassung, dass die Daten sicher sind. Hierfür sollen Profile und Richtlinien dienen, die unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und dem Bundesbeauftragten für Datenschutz erarbeitet wurden. Eine stetige Fortentwicklung dieser Profile und Richtlinien ist durch das Gesetz gewährleistet.

Digitale Infrastruktur wird aber auch immer Missbrauch oder Angriffe durch Hacker anziehen – es wird sich zeigen, ob diese Profile und Richtlinien mit der technischen Entwicklung und den denkbaren Bedrohungsszenarien mithalten können. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung aber auch Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle. Durch die Datenbasis der Smart Meter eröffnen sich spannende Anwendungsszenarien im Bereich Heimautomatisierung, der durch das Gesetz in den nächsten Jahren einen weiteren Schub bekommen könnte.

Zu berücksichtigen ist, dass die Kunden Teile der Mehrkosten für den Einbau tragen müssen, auch wenn es Kostenobergrenzen gibt. Die Privathaushalte werden dabei nur wenige Möglichkeiten haben, ihren Stromverbrauch so anzupassen, dass er am Ende die Mehrkosten ausgleicht. Spannend könnte es aber für Unternehmen werden, wenn diese tatsächlich durch variable Stromtarife bestimmte Maschinen nachts laufen lassen können und dann von niedrigeren Stromtarifen profitieren. Aktuell sind solche Stromtarife aber noch nicht abzusehen. Ob sich also unmittelbar wirklich Vorteile für die Letztverbraucher ergeben, ist zunächst fraglich.

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