Stromversorgung Vom richtigen Umgang mit Akkus und Batterien
Angeblich lassen sich leere Batterien auf der Heizung wieder fit machen und letzte Energiereserven aus der Batterie herausholen – das ist ein Ratschlag, der nichts bringt und gefährlich sein kann.
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Bei der Umstellung von Zink-Kohle- zur dauerhafteren Alkalinetechnologie, bei deren Fertigung weniger feste Abfälle entstehen, hatte Duracell in der Batterie-Industrie eine Vorreiterposition. Dem Unternehmen war es gelungen, etwa vier bis fünf Mal mehr Energie und Energieressourcen bereitzustellen. Um zu vermitteln, dass diese Alkaline-Batterien länger halten als herkömmliche und günstige Zink-Kohle-Batterien, wurde 1973 der Duracell-Hase erfunden. Das pinkfarbene Plüschtier funktionierte mit Duracell-Alkaline-Batterien, die ihm in unterschiedlichen Sportdisziplinen dann noch Energie gaben, wenn andere Hasen kraftlos zu Boden fielen. Auch bei den Bemühungen der Industrie, gefährliche Stoffe aus Alkalinebatterien zu verbannen, war Duracell nach eigenen Angaben eine treibende Kraft, mit dem Resultat, dass die Alkalineprodukte seit den frühen 1990er Jahren frei von Quecksilber, Cadmium und Blei sind.
Um Batterien und Akkus ranken sich zahlreiche Mythen: So könnten Batterien bei falscher Handhabung explodieren. Oder Akkus sollten am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Außerdem gibt es Ratschläge, wie man das Leben einer Batterie verlängern kann. Da lassen sich angeblich letzte Reserven aus einer fast leeren Batterien herausholen, wenn man sie auf die Heizung legt. Das ist ein gefährlicher Trick, warnt Duracell, denn die modernen Batterien können überhitzen. Einwegbatterien sind vorwiegen mit Alkali- und Nickellösungen gefüllt. Wenn die überhitzte Batteriehülle birst, können ätzende Stoffe oder giftige sowie entzündbare Gase freiwerden.
Können Batterien im Betrieb plötzlich explodieren?
Was passiert, wenn die Akkuzellen im Dauerbetrieb heiß werden? Immer wieder gibt es Berichte über explodierende Lithium-Akkus in Mobiltelefonen und Notebooks. Die gute Nachricht: Dass dies passiert, ist in der Praxis höchst unwahrscheinlich. Die meisten Akkus verfügen über eine Temperaturkon-trolle, die sie vor Überhitzung und damit auch vor einer Explosion schützt. Damit es zu einer Explosion kommen könnte, müssten die einzelnen Zellen des Akkus beschädigt sein. Erst dann ist eine chemische Verbrennung möglich, die durchaus explosionsartig ablaufen kann. In den wenigen Fällen, in denen Akkus in Notebooks und Smartphones explodierten, war dies auf Produktionsfehler und Produktfälschungen ohne Brandschutz (Temperaturschutz) zurückzuführen. Keinerlei Explosionsgefahr besteht dagegen bei Batterien und Akkus auf Basis von Alkali-Manganoxid (Alkaline) oder Nickel-Cadmium (NiCd) und Nickel-Metall-Hydrid (NiMH).
Haben alle Akkus einen Memory-Effekt?
Kaum jemand weiß wirklich, wie die Energiezellen von unterschiedlicher Form und Größe funktionieren und wie mit ihnen umzugehen ist. Zu den sich am hartnäckigsten haltenden Mythen zählt der so genannte Memory-Effekt. Demnach verliert ein Akku einen Teil der Kapazität, wenn er zu früh wieder aufgeladen wird. Das heißt: Kommt ein Akku mit 30% Restenergie ans Netz, merkt er sich diesen Stand und lässt sich fortan nur noch bis zur 30%-Marke leeren. Das galt für Ni-Cd-Akkus aus früherer Zeit und stimmt aus heutiger Sicht nicht mehr. Denn die modernen Nickel-Metall-Hydrid-Zellen (NiMH), die in den heute üblichen Standardformat-Akkus zum Einsatz kommen, besitzen keinen Memory-Effekt mehr. Sie nehmen andere Dinge übel, etwa Überhitzung, Überladung und Tiefentladung. Daher sollte man NiMH-Akkus nur mit einem intelligenten Ladegerät aufladen, das den Ladestrom automatisch regelt, und sie niemals vollständig entlädt. Auch Lithium-Akkus (Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer) für Digitalkameras, Handys und andere Mobilgeräte sind nicht vom Memory-Effekt betroffen. Auch diese Zellen sollte man jedoch vor Überladung und Tiefentladung schützen.
Soll man die Akkus im Kühlschrank lagern?
Kühl gelagerte Akkus leben tatsächlich länger. Jede Energiezelle altert mit jedem Ladezyklus, verliert aber auch einfach mit der Zeit an Leistung. Dabei verkürzt sich die Lebensdauer von Batterien und Akkus besonders bei höheren Temperaturen. Lagert ein typischer Notebook-Akku (Lithium-Ionen) bei einer Temperatur von 25 °C, besitzt er nach einem Jahr etwa noch 80% seiner Ausgangsleistung. Im laufenden Betrieb kann sich ein Notebook-Akku auf etwa 45 °C erhitzen. Wer sein Notebook vorwiegend zu Hause nutzt, sollte daher besser auf Netzbetrieb umschalten und den Akku kühl lagern, aber nicht zu kalt. Doch wie kühl sollte es sein? Empfehlenswert sind etwa 15 bis 18 °C. Ein Lithium-Ionen-Akku sollte dabei etwa zu 50% bis 70% geladen sein. Wer seinen Akku für länger kaltstellt, sollte ihn nach einigen Monaten wieder etwas aufladen und ihn so immer auf mittlerem Niveau halten. Der oft gehörte Tipp, grundsätzlich den Akku in den Kühlschrank zu legen, bringt kaum mehr und ist zudem riskant. Es kann sich schädliches Kondenswasser bilden, wenn der Akku nicht mit einer Plastikbox oder -hülle geschützt wird. Ein trockener Keller ist daher der beste Lagerort. Minustemperaturen vertragen die Akkuzellen auf keinen Fall, gleich ob Lithium oder NiMH. Sie verlieren an elektrischer Spannung und können ab einem bestimmten Grenzwert keinen Strom mehr abgeben.
Sind die Akkus auch für Fernbedienungen geeignet?
Ein Akku ist der Batterie nicht in jedem Gerät vorzuziehen. Überall dort, wo nur selten und kurzzeitig Energie verbraucht wird, sind beispielsweise NiMH-Akkus wenig sinnvoll. Das ist bei Fernbedienungen und Uhren der Fall, aber auch in Notfall-Geräten wie Rauchmeldern oder Taschenlampen. Denn problematisch ist, dass NiMH-Akkus sich mit der Zeit selbst entladen, etwa 5 bis 10% schon am ersten Tag nach dem Laden, danach je nach Temperatur bis zu 50% in einem Monat. Allerdings gibt es mittlerweile einige spezielle NiMH-Akkus mit deutlich reduzierter Selbstentladung, sogenannte LSD-NiMH (LSD steht für Low Self-Discharge).
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