SoCs für Auto-IT Volkswagen plant, auf Snapdragon-Chips von Qualcomm zu setzen

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Ab 2027 sollen SoCs von Qualcomm für Infotainment und Konnektivität in Volkswagens zonale Software-Defined-Vehicle-Architektur fließen. Die gemeinsame Absichtserklärung umfasst auch 5G- und V2X-Technik.

VW ID.EVERY1: Volkswagen will mit Qualcomm-Snapdragon-SoCs die zonale SDV-Architektur ab 2027 in den ID.EVERY1 und künftige SSP-Elektrofahrzeuge bringen.(Bild:  Volkswagen AG)
VW ID.EVERY1: Volkswagen will mit Qualcomm-Snapdragon-SoCs die zonale SDV-Architektur ab 2027 in den ID.EVERY1 und künftige SSP-Elektrofahrzeuge bringen.
(Bild: Volkswagen AG)

Beide Unternehmen haben eine Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) für eine langfristige Lieferkooperation unterschrieben. Der Kern: Qualcomm soll ab 2027 leistungsstarke System-on-Chips (SoCs) für fortschrittliche Infotainment-Funktionen liefern und dabei als zentraler Technologieanbieter für den Start von Volkswagens zonaler Software-Defined-Vehicle-Architektur fungieren, die der Konzern für die westliche Hemisphäre im Joint Venture mit Rivian Automotive, Inc. entwickelt (Rivian and Volkswagen Group Technologies, „RV Tech“).

Die Ankündigung zielt auf Infotainment- und Konnektivitätsfunktionen auf Basis von Qualcomms Snapdragon Digital Chassis. Volkswagen verknüpft die LOI zudem ausdrücklich mit einer Beschaffungsstrategie: weniger Streuung bei Schlüsselkomponenten, mehr Kompetenz bei der Integration von Halbleitern und KI-Technologien in die eigene Fahrzeugarchitektur.

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Zentrale Rechner statt Steuergeräte-Teppich

In der SDV-Architektur sollen leistungsstarke, modulare Zentralrechner sämtliche Fahrzeugfunktionen steuern. Volkswagen stellt dabei Over-the-Air-Updates als tragendes Prinzip heraus: Funktionen sollen sich nachträglich aktualisieren und erweitern lassen.

Für die Plattformseite nennt Volkswagen Bausteine, die Qualcomm liefern soll: Für das Cockpit ist die Snapdragon Cockpit Platform vorgesehen, inklusive KI-gestützter Funktionen wie personalisierte Klima- und Sitzkomfort-Einstellungen, Routenoptimierung sowie Sprach- und Gestensteuerung. Zusätzlich wollen die Konzernmarken Snapdragon 5G Modem RF und V2X technology in SDV-basierte Fahrzeuge integrieren, um schnelle Konnektivität und Fahrzeug-zu-Umfeld-Kommunikation abzudecken.

Beschaffung und Abhängigkeiten: Volkswagen bündelt, Qualcomm liefert

Volkswagen betont, dass Infotainment und Fahrerassistenzsysteme einen wachsenden Anteil am Fahrzeugwert haben. Karsten Schnake, Beschaffungsvorstand der Marke Volkswagen Pkw und Mitglied der Erweiterten Konzernleitung, sagt: „Infotainment und Fahrerassistenzsysteme werden immer wichtiger für die Differenzierung unserer Produkte und haben einen deutlich gesteigerten Wertanteil am Fahrzeug. Mit Qualcomm als Partner für die Zukunft sichern wir langfristig unseren Zugang zu den dafür wichtigen Halbleitern.“

Die LOI ist dabei noch kein fertiger Liefervertrag, sondern eine Absichtserklärung für eine langfristige Lieferkooperation. Volkswagen schreibt, die angestrebte Zusammenarbeit werde derzeit aktiv von Audi AG und der Marke Volkswagen Pkw vorangetrieben, mit dem Ziel einer konzernweiten Wirkung. Sollte daraus ein konzernweiter Standard werden, stärkt das die Skalierung über Marken und Modellreihen, erhöht aber gleichzeitig die Bedeutung eines zentralen Zulieferers für Kernfunktionen im Fahrzeug.

Automated Driving Alliance: Snapdragon Ride Elite für hochautomatisiertes Fahren

Parallel zur Infotainment-Schiene verweisen Volkswagen und Qualcomm auf die bestehende Zusammenarbeit in der Automated Driving Alliance (ADA), einer Initiative von Cariad und Bosch. Dort soll Snapdragon Ride Elite als Rechenplattform dienen. Das Ziel beschreibt Volkswagen als KI-basiertes Gesamtsystem für hochautomatisiertes Fahren, welches marken- und modellübergreifend skalierbar und vollständig kompatibel mit der SDV-Architektur ist. (mc)

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