Interview mit Christian Senger

Volkswagen ID: „Es wird ein Tablet auf Rädern“

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Was ist denn der besondere Kniff am MEB?

Zwei Sachen heben den MEB in die nächste Liga: Das sind zum einen die skalierbare Reichweite und zum anderen die neue Elektronik-Architektur. Es wird ein Tablet auf Rädern sein, damit wir den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden.

Welche sind das?

Die Menschen sind heute von intelligenten Geräten wie Mobiltelefonen, Tablets, Fernsehern oder auch Küchengeräten umgeben. Das Auto muss ein intelligentes Gerät werden und alle Apps, die wir gewohnt sind, müssen auch im Fahrzeug funktionieren. Das VW-Elektrofahrzeug soll automatisierte Fahrfunktionen mit auf den Weg bekommen. Ebenso wird es einen App-Store von Volkswagen geben. Das erleichtert Updates und lässt die Geräte in der Wahrnehmung der Menschen weniger schnell altern. Diese Umfänge entwickeln wir übrigens mit anderen Automobilherstellern zusammen und schaffen so mehr Standardisierung.

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Da kommt mir sofort die Sicherheit in den Sinn …

Ja, das Thema Sicherheit ist natürlich sehr wichtig. Datensicherheit, Ausfallsicherheit, Diagnosefähigkeit und Funktionssicherheit werden bei diesem Auto hochrelevant werden. Wir lösen diese Probleme und schlagen damit eine Brücke in das digitale Zeitalter. Wir werden deutlich weniger Steuergeräte haben als bei einem heutigen VW, bei dem etwa 40 Stück verbaut sind. An deren Stelle werden starke Rechner mit größeren Speichern treten. Das ist vor allem für die Updates wichtig, mit denen der Kunde sich verschiedene Funktionen nachladen kann.

Das passt in die VW-Strategie …

Wir glauben, dass das Elektrofahrzeug nur dann erfolgreich sein kann, wenn nicht nur der Antrieb emissionsfrei ist, sondern auch Digitalisierung und die Service-Orientierung zu Ende gedacht und umgesetzt werden. Deswegen ist das Tablet-auf-Rädern-Konzept so wichtig. Das Auto muss also zum Element einer Service-Kette werden. Das bedeutet auch, dass das Internet nicht ins Auto kommt, sondern das Auto ins Internet.

Wird das Auto dann auch Teil des Stromnetzes sein?

Ja. Damit wird die intelligente Ladesteuerung elementar. Da sich der E-Mobilitätsmarkt in jedem Land anders entwickeln wird, brauchen wir offene Software-Architekturen, um die Autos in das jeweilige Stromnetz integrieren zu können.

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