Investitionen in Halbleiterfertigung Vietnam plant Positionierung als globales Halbleiter-Arbeitskräftezentrum

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die vietnamesische Regierung hat Ende September 2024 einen Drei-Phasen-Plan veröffentlicht, um sich bis zum Jahr 2050 als globales Halbleiter-Arbeitskräftezentrum zu positionieren. Ziel ist es, mehrere Hundert Design-Unternehmen, mehrere Halbleiter-Produktionen und zahlreiche Packaging- und Testing-Kapazitäten aufzubauen.

Vietnam möchte sich in den kommenden Jahren als wichtiger Halbleiter-Standort etablieren.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Vietnam möchte sich in den kommenden Jahren als wichtiger Halbleiter-Standort etablieren.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die vietnamesische Regierung will eigenen Berichten zufolge die kommenden 25 Jahre nutzen, um im Rahmen eines Drei-Phasen-Plans ein nennenswerter Player im globalen Halbleiter-Ökosystem zu werden. Dafür hat Premierminister Pham Minh Chinh am 21. September 2024 eine Absichtserklärung unterschrieben, die den Plan etwas ausformuliert. In der Strategie „C = SET + 1“ steht C für Chip, S für Spezialisierung, E für Elektronik, T für Talent und + 1 für Vietnam. Das Land strebt danach, ein neues und sicheres Ziel für die globale Halbleiterlieferkette zu werden.

Wie erwähnt sind dafür drei Phasen vorgesehen, die die Regierung wie folgt formuliert hat. Beginnend in diesem Jahr und bis 2030 will Vietnam seine relativ sichere, geopolitische Position dafür nutzen, um Investoren aus dem Ausland anzuziehen, sich als globales Halbleiter-Arbeitskräftezentrum zu etablieren und die Kapazitäten in Forschung, Design, Fertigung und Packaging sowie Testing spürbar zu erhöhen.

„Das Land wird selektiv ausländische Direktinvestitionen anziehen, mindestens 100 Entwicklungsunternehmen, eine kleine Produktionsfabrik und 10 Verpackungs- und Testanlagen gründen und einige spezialisierte Halbleiterprodukte für verschiedene Sektoren entwickeln“, wird der Plan detailliert. Es wird damit gerechnet, dass die heimische Halbleiterindustrie einen Jahresumsatz von mehr als 25 Milliarden US-Dollar und ein Wertschöpfungswachstum von 10 bis 15 Prozent erzielen wird. Die Elektronikindustrie strebt einen Jahresumsatz von über 225 Milliarden US-Dollar und ein ähnliches Wertschöpfungswachstum an. Damit ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Bis zum Jahr 2030, so sieht es der Plan vor, sollen mehr als 50.000 Ingenieure und Hochschulabsolventen in Vietnam in der Halbleiterei arbeiten.

Phase 2 und Phase 3: Die Meilensteine bis 2040 und 2050

Bis zum Jahr 2040 sollen wenigstens 200 Design-Unternehmen, zwei Fertigungen und 15 Packaging- und Testing-Standorte Fuß gefasst haben; bis zum Jahr 2050 wären es den Vorstellungen der vietnamesischen Regierung zufolge mindestens 300 Design-Unternehmen, drei Produktionsstätten und 20  Packaging- und Testing-Facilitys etabliert worden sein.

„Vietnam ist bestrebt, in der Halbleiter- und Elektronikindustrie eine weltweit führende Position einzunehmen und Forschung und Entwicklung (F&E) in diesen Bereichen zu beherrschen“, teilt die Regierung mit. Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, will man sich an einigen definierten Säulen orientieren; das wären die Entwicklung dedizierter Chips, der Elektronikindustrie sowie von Arbeitskräften, die Anwerbung von Talenten für den Halbleitersektor und ausländischer Direktinvestitionen für den Sektor sowie die Einrichtung eines nationalen Lenkungsausschusses für die Entwicklung der Halbleiterindustrie.

Bislang haben viele Unternehmen Vietnam nicht speziell für die Fertigung von Chips auf dem Zettel, wohl aber zahlreiche Unternehmen der Elektronikfertigung, etwa Samsung, Texas Instruments, NXP, Qualcomm oder Onsemi. Intel betreibt in der Nähe ein bedeutendes Test- und Montagewerk in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt. Wenn es nach der Regierung Vietnams geht, sollen in den kommenden Jahren noch viele Unternehmen diesem Beispiel folgen. (sb)

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