Lieferengpässe Via Broker knappe Bauteile ergattern

Von Margit Kuther 3 min Lesedauer

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Sand & Silicon ist ein Broker. Waren Broker früher häufig negativ assoziiert, hat sich das Ansehen gewandelt: Denn Broker retteten vielen Firmen in den letzten zwei Jahren den Umsatz.

Lieferkette: Bricht ein Glied, kommt sind Komponentenengpässe die Folge.(Bild:  Gerd Altmann /  Pixabay)
Lieferkette: Bricht ein Glied, kommt sind Komponentenengpässe die Folge.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay)

Während die Wirtschaft 2020 zu großen Teilen in Kurzarbeit ging und damit auch die Zeit für die Materialkrise einläutete, startete Noureddine Seddiki sein Unternehmen: einen unabhängigen Distributor namens Sand & Silicon. Sand & Silicon trat mit dem Ziel an, der beste Anbieter in puncto Kundenservice als auch Kundensupport am Markt zu werden.

Sand & Silicon ist ein Broker. Was früher häufig negativ assoziiert war, rettete vielen Firmen in den letzten zwei Jahren den Umsatz. „Man denkt immer, wir verkaufen teure Fake-Produkte – dabei hängen wir uns oft tagelang rein, um schwer beschaffbare Teile am Weltmarkt zu organisieren und damit die Produktion sicherzustellen”, erklärt Noureddine Seddiki. Und das mit Erfolg: Gestartet mit 20 Unternehmen in der DACH-Region, begleitet Sand & Silicon mittlerweile über 500 Firmen weltweit. Um die Nähe zu Kunden und Lieferanten aus Asien sicherzustellen und die Zeitzonen koordinieren zu können, expandiert das Unternehmen aus Frankfurt am Main nun auch nach Dubai.

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Doch wie arbeitet eigentlich ein Broker? Woher kommen diese schwer beschaffbaren Teile, die plötzlich ganze Produktionslinien lahm legen? „Es hat etwas mit Netzwerk, Know-how und Engagement zu tun. Wir sourcen die benötigten Teile weltweit oder geben Empfehlungen zu alternativen Bauteilen.” Oder sie greifen ganz klassisch auf den Überbestand zurück, der häufig noch auf Lager liegt – nur nirgendwo gelistet ist. Den Einkaufsabteilungen in Unternehmen fehlt dafür das Netzwerk und die Expertise, um überhaupt zu wissen, wo sie ansetzen können.

Die Unsicherheit auf Seiten der Kunden ist enorm

Während die Corona-Pandemie lange als Krise galt, die irgendwann zu Ende sein wird, jagt nun eine politische Hiobsbotschaft die nächste. „Die Kunden sind sehr verunsichert und das Vertrauen zu den Herstellern ist angeknackst, so dass es für Lieferanten extrem schwer ist, sich für die Zukunft richtig aufzustellen”, erklärt Seddiki. Dennoch sieht er auch ein Umdenken auf Seiten der Kunden. Während viele Unternehmen blauäugig in die erste Krise gesteuert sind, haben mittlerweile viele Elektronikproduzenten ihre internen Prozesse restrukturiert, um sich auf künftige Krisen vorzubereiten.

Drei Empfehlungen eines Brokers, wie sich Unternehmen für 2023 aufstellen sollten

  • Nicht blind auf bestätigte Lieferzeiten vertrauen, sondern eine gewisse Menge kritischer Bauteile über den offenen Markt sichern, um bei einer Verschiebung der Liefertermine Puffer zu haben und somit einen Line-down verhindern.
  • Regelmäßigen Austausch mit dem Distributor pflegen, um frühzeitig die neuesten Marktentwicklungen zu erhalten – speziell in volatilen Phasen.
  • Überbestände mit Brokern besprechen, um zum einen die hohen Kapitalbindungskosten zu reduzieren und zum anderen überschüssige Teile an andere Unternehmen zu verkaufen. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Entsorgung ist das ein wichtiger Punkt.

Über Noureddine Seddiki

Noureddine Seddiki ist Gründer von Sand & Silicon, einem Zulieferer für elektronische Bauteile. Bevor Noureddine Seddiki sich 2020 mit seinem eigenen Unternehmen in Frankfurt am Main selbstständig machte, begann er seine Karriere bei den größten Franchise-Distributoren und Brokern. Sein Job: Neukundengeschäft. Dort lernte er, dass persönlicher Kontakt, Netzwerk und Expertise die drei Hauptzutaten für das erfolgreiche Business sind. Als die Pandemie 2020 begann, wusste Noureddine Seddiki, dass der Bedarf an engagierten Distributoren stark steigen wird – und startete sein eigenes Business. Sein Ziel mit Sand & Silicon: Den Kunden wirklich zuhören und ihnen in den sich ständig ändernden Liefersituationen der beste Partner zu sein.  (mk)

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