Non-verbale Kommunikation Versteckte Botschaften der Körpersprache richtig gedeutet, hilft nicht nur Personalern
Jedes Gespräch enthält versteckte Botschaften, etwa über die Körpersprache und die Stimme. Diese richtig gedeutet, hilft Personalern in Vorstellungsgesprächen, aber auch Chefs und Mitarbeitern in schwierigen Verhandlungen.
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Allein die Stimme kann viel über Menschen verraten. „Wenn jemand sehr gestresst ist, dann tendiert die Stimme dazu, ungewöhnlich hoch und schrill zu sein“, erzählt der Schauspieler und Kommunikationstrainer Michael Rossié. Jemand, der sich besonders profilieren wolle, säusele eher. So sprächen zum Beispiel Führungskräfte, wenn sie von der Fortbildung kommen.
„Eine leicht näselnde Stimme wiederum könnte ein Indiz für großes Selbstbewusstsein sein“, fügt der Experte für non-verbale Kommunikation hinzu. Die leichte Vibration im Kopf genössen arrogante Menschen ganz besonders. Jemand, der den Unterkiefer nicht aufbekomme, könne etwas verbergen oder Ärger unterdrücken.
Die besten Lügendetektoren sind gute Augen und Ohren
. Das Problem dabei: „Wir schauen nicht richtig hin, beschäftigen uns oft mit uns selbst und vergessen, auf die Signale des Gegenübers zu achten.“ So ergehe es auch vielen Personalern, die in zahlreichen Trainings verlernt hätten, auf ihren gesunden Menschenverstand zu hören.
Viele Vorstellungsrunden liefen nach dem Handbuch für Bewerbungsgespräche ab – etwa mit der obligatorischen Frage nach schlechten Eigenschaften. Antworten darauf verrieten den Recruitern zumeist wenig, da die Bewerber ihre Antworten einstudierten. Am meisten erfahre der Interviewer, indem er öfter nachfrage und Ungereimtheiten anspreche.
Ob im Vorstellungsgespräch oder in der Kommunikation mit einem Mitarbeiter, der Motivationsprobleme hat – meistens habe das Gegenüber eine sogenannte Hidden Agenda. Manchmal seien Jobkandidaten einfach nervös. Oder ein Mitarbeiter ärgere sich über eine Kleinigkeit, die er aber nicht von sich aus anzubringen wage. „Personaler und Führungskräfte sollten es ansprechen, wenn ihnen etwas an einem Mitarbeiter und Bewerber auffällt – und zwar so, dass der Gesprächspartner das Gefühl hat, dass er unter wohlwollender Beobachtung steht.“
Inhalte pointieren statt Körperhaltung trainieren
Wenn Personalverantwortliche der Belegschaft unangenehme Botschaften vermitteln müssen oder in den Medien ihre Positionen vertreten sollen, kommt es auch für sie darauf an, non-verbal nichts anbrennen zu lassen. Doch Michael Rossié rät von Standardlösungen ab: „Hören Sie nicht auf irgendwelche Trainer.“
Hände auf Gürtelhöhe im neutralen Bereich, nicht in die Hosentasche, Standbein – Spielbein, nicht die Beine überschlagen, gerades Rückgrat – so lauten meistens die Vorgaben für die gelungene Präsentation. Der Schauspieler Rossié hält diese Anweisungen für wenig zielführend. „Ein Schauspieler schafft es, Markierungen auf dem Boden zu sehen, Emotionen herzustellen, den Text zu kennen und den Partner anzuschauen.“
„Normalsterbliche“ könnten meist kein vernünftiges Gespräch mehr führen, wenn sie ihre ganze Energie auf die Haltung verwendeten. „Deshalb sollten sie sich darauf konzentrieren, das Gegenüber mit spannenden Inhalten zu fesseln – und dann fällt dem Zuhörer auch die Handhaltung nicht auf.“
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