Anwenderkongress Steckverbinder 2025 Verbindungen, die verbinden: Das war der 19. Steckverbinderkongess

Von Kristin Rinortner 7 min Lesedauer

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Mehr als 400 Fachleute, 49 Speaker und 64 Aussteller kamen beim Steckverbinderkongress 2025 in Würzburg zusammen. Der Kongress bot den Teilnehmern vielfältige Möglichkeiten, sich über aktuelle Herausforderungen, neue Lösungen und Best Practices auszutauschen und von Expertenwissen zu profitieren.

Steckverbinderkongress 2025: Ende Mai pilgerten mehr als 400 Teilnehmer zum 19. Anwenderkongress Steckverbinder nach Würzburg.(Bild:  Stefan Bausewein)
Steckverbinderkongress 2025: Ende Mai pilgerten mehr als 400 Teilnehmer zum 19. Anwenderkongress Steckverbinder nach Würzburg.
(Bild: Stefan Bausewein)

Der Steckverbinderkongress 2025 hat sich auch im 19. Jahr des Bestehens erneut als zentraler Branchentreffpunkt in Europa für die Verbindungstechnik gezeigt. Vom 26. bis 28. Mai fanden sich im Vogel Convention Center in Würzburg mehr als 400 Teilnehmer, 49 Speaker und 64 Aussteller zusammen, um aktuelle Trends, technische Innovationen und Herausforderungen der Branche zu diskutieren. Die Veranstaltung bot ein abwechslungsreiches Programm, das von praxisorientierten Basisseminaren und hochkarätigen Fachvorträgen über kreative Präsentationsformate bis hin zu intensiven Workshops und vielfältigen Networking-Möglichkeiten reichte.

Grundlagenwissen, EMV und Posterslam

Der erste Kongresstag startete mit den PreConference-Seminaren, die sich gezielt an Neueinsteiger und Quereinsteiger richteten. In diesen wurden wichtige Kennwerte und Begriffe bei Steckverbindern, Grundlagen zur Kontaktphysik, Wissen zum Einsatz von Steckverbindern, Werkstoffthemen (Kupfer und Kunststoffe), Beschichtungstechniken sowie die Grundlagen von Kabeln- und Leitungen vermittelt.

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Im Fokus stand auch diesmal die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) – ein immer wichtigeres Thema angesichts zunehmender Miniaturisierung und Komplexität elektronischer Systeme. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre Grundlagenkenntnisse und ihr Know-how zu vertiefen und sich auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

Ein weiteres Highlight bot dann zum Ausklang der PreConference der Poster-Slam, bei dem sechs Referenten in 5-minütigen Kurzvorträgen ihre Poster (eine Übersicht der Inhalte, zu denen auf dem jeweiligen Poster-Stand ausführlich informiert wurde) den Zuhörern vorstellen – die dann jeden Vortrag bewerteten.

Mit seinem unterhaltenden und zugleich interessanten Poster-Slam „Nickelphosphor: Eine Herausforderung für die Röntgenfluoreszenzmesstechnik?“ konnte Konstantinos Panos, Leiter Applikationslabor bei Helmut Fischer Messtechnik, dabei die meisten Zuhörer für sich gewinnen.

Innovation, Praxis, Workshops und Networking

Am zweiten Tag standen Innovationen und praxisnahe Lösungen im Mittelpunkt. Den Auftakt bildete die Keynote von Freya Stonawski, Head of Innovation Management bei Lapp Holding SE, die die Bedeutung eines flexiblen Innovationsmanagements für Unternehmen in einer sich rasant wandelnden Welt herausstellte. Sie zeigte auf, wie neue Ansätze und Prozesse die Innovationsfähigkeit stärken und auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.

Das Thema Single Pair Ethernet (SPE) nahm eine ebenfalls zentrale Rolle ein: Thomas Keller, Projektleiter bei Rosenberger, und Tim Kindermann, Senior Specialist bei Phoenix Contact, informierten über Produktvielfalt und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie in der industriellen Kommunikation. Andreas Huhmann und Harald Müller (PROFIBUS & PROFINET International) legten das Thema aus der Sicht des Arbeitskreisleiters der PNO dar.

Weitere Fachvorträge befassten sich mit neuen Entwicklungen wie der Laserstrukturierung von Stanzgittern für mediendichte Steckverbinder für Batterieeinheiten, der Simulation von Luft- und Kriechstrecken und EMV, der Metall-Kreislaufwirtschaft der Steckverbinderindustrie sowie Steckverbindern im Umfeld von KI.

Automotive-Steckverbinder und deren nachhaltige Fertigung

Der dritte Tag widmete sich traditionell dem Bereich Automotive. Einen speziellen Wissens-Peak bot der Vortrag von Thomas Fili, Director Engineering bei TE Connectivity, zum Thema „Reliability Engineering für automobile Steckverbinder – Risiken und Chancen zugleich“, der die besonderen Anforderungen bei der Ermittlung von Zuverlässigkeitswerten im Automobilbereich beleuchtete.

In weiteren Vorträgen wurde diskutiert, wie Steckverbinder-Kennwerte optimiert und die Fertigung nachhaltiger gestaltet werden können – sei es durch den Einsatz optimierter Werkstoffe, umweltfreundlicher Materialien oder ressourcenschonender Fertigungsverfahren. Die Branche zeigte sich offen für neue Ansätze, die sowohl die Performance als auch die Umweltverträglichkeit der Produkte verbessern.

Den Abschluss bildete ein Block zu Beschichtungen für High-Performance-Anwendungen und Alterungsphänomenen bei Kunststoffen.

Workshops als zentrales Element des Kongresses

Weiteres zentrales Element des Steckverbinderkongresses sind die zahlreichen Workshops am zweiten und dritten Kongresstag, die den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, sich intensiv mit spezifischen Fragestellungen und neuen Technologien auseinanderzusetzen und praxisnahe Lösungsansätze kennenzulernen. Das Spektrum der Themen reichte dieses Jahr von Fertigungstechniken und EMV-Konformität von Steckverbindern über Mess- und Prüftechnik, Oberflächentechnik und Kabelkonfektion.

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Die im Folgenden vorgestellten drei Workshops stehen stellvertretend für die inhaltliche Tiefe und Praxisnähe aller Hands-on-Seminare.

Kay Wesendrup, Produktmanager, und Christian Franke, Sales Manager bei Otto Bihler Maschinenfabrik stellten praxisnahe Lösungen für die flexible und präzise Fertigung von Steckverbindern vor. Die Teilnehmer erfuhren, wie innovative Werkzeugkonzepte, Automatisierung und digitale Prozesse die Fertigung komplexer Bauteile effizienter und zuverlässiger machen. Besonders diskutiert wurden verschiedene Fertigungslösungen sowie die Umsetzung digitaler Prozesse für die flexible Herstellung von Steckverbindern.

Dr.-Ing. Helmut Katzier, Ingenieurbüro für Aufbau- und Verbindungstechnik, präsentierte aktuelle Anforderungen und Lösungen für das EMV-konforme Design und den EMV-konformen Einsatz von Steckverbindern. Er erläuterte Prüfmethoden, typische Störquellen und Gegenmaßnahmen, insbesondere für Automotive und Industrieanwendungen. Die Teilnehmer profitierten von praxisnahen Tipps und dem direkten Austausch mit dem Experten.

Joachim de Buhr, Produktspezialist Bauelemente bei Euroconnectors, und Werner Häring, Abteilungsleiter Industrial Engineering Elektromechanik bei Lacon, stellten in ihrem Workshop die Qualitätskriterien und Prüfmethoden für Kabelkonfektionen vor. Sie zeigten u.a., welche Verbindungsarten sich für welche Anwendungen eignen, wie Steckverbinder und Kabel optimal aufeinander abgestimmt werden können oder wie sich die Kosten bei Steckverbindungen beeinflussen lassen. Praxisnahe Testverfahren und anwenderspezifische Prozesse wurden ebenfalls diskutiert. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit rege, eigene Fragestellungen einzubringen und sich mit den Experten auszutauschen.

Zahlreiche Möglichkeiten zum Networking

Der Steckverbinderkongress bietet immer weit mehr als rein fachlichen Input – er ist ein zentraler Treffpunkt für den persönlichen Austausch innerhalb der Branche. Die Teilnehmer nutzten auch in diesem Jahr wieder die zahlreichen Möglichkeiten, sich mit Ausstellern, Kolleginnen und Kollegen sowie Wettbewerbern zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Besonders geschätzt wurde die Abendveranstaltung am Dienstag im Nikolaushof Würzburg, die in entspannter Atmosphäre viel Raum für anregende Gespräche und den fachlichen Austausch bot.

Der 20. Steckverbinderkongress findet vom 22. bis 24. Juni 2026 statt – noch bis 31. August 2025 kann das Blind Ticket zum erheblich vergünstigten Sonderpreis gebucht werden.

Alle Vorträge sind in Fachartikel-Form im Tagungsband gesammelt. Der Tagungsband ist in Fachbibliotheken, dem Fachbuchhandel und im Vogel-Buchverlag erhältlich.

Das sagen die Teilnehmer

Viele Teilnehmer des Kongresses hoben hervor, wie wertvoll die Tage in Würzburg für die eigene fachliche Weiterentwicklung und die Gewinnung neuer Ideen ist – wie auch einige der nachfolgenden Statements eindrucksvoll zeigen.

„Mein Aufgabenbereich liegt in einem entwicklungsbegleitenden Labor: Ich führe Freigabeprüfungen und Reklamationsprüfungen durch. Von meinem Studium der Metallkunde her bin ich technisch geprägt und neben der Laborarbeit auch an der Produktentwicklung beteiligt, insbesondere an der Entwicklung von Kontakten in Steckern. Das finde ich sehr, sehr interessant. Auf dem Steckverbinderkongress bin ich dieses Jahr gemeinsam mit meinem Kollegen, mit dem ich das Basisseminar zur Oberflächentechnik besucht habe. Die Vorträge waren für mich sehr relevant, weil sie aktuelle Trends und Herausforderungen in der Oberflächentechnik aufgezeigt haben. Es war spannend, neue Impulse zu bekommen und zu sehen, wie sich die Anforderungen an unsere Produkte weiterentwickeln. Neben den fachlichen Inhalten schätze ich besonders den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche.“ Irene Appel, Entwicklungsbegleitendes Labor, Belden Deutschland GmbH.

„Ich arbeite in der Abteilung Forschung und Entwicklung der Fa. Inovan im Bereich Entwicklung passiver elektromechanischer Bauelemente und besuche den Steckverbinderkongress mit meinen Kollegen aus dem Vertrieb. Von besonderem Interesse für mich ist das Thema elektromagnetische Verträglichkeit von Steckverbindern. Wir haben kürzlich ein Projekt realisiert, bei dem die EMV eine entscheidende Rolle spielte. Auf dem Steckverbinderkongress will ich mich deshalb gezielt über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit informieren und entsprechende Kontakte knüpfen. Deshalb hatte ich mich bereits im Vorfeld für einen Workshop entschieden, der sich mit diesen Themen beschäftigt. Der Workshop war für mich sehr bereichernd, da ich sowohl neue Erkenntnisse als auch praktische Anregungen für unsere Entwicklungsarbeit mitnehmen konnte. Desweiteren habe ich mir auch die entsprechenden Kongressvorträge ausgesucht. Insgesamt bietet der Steckverbinderkongress eine hervorragende Gelegenheit, sich über technische Trends auszutauschen, innovative Produkte kennenzulernen und das Netzwerk in der Branche zu erweitern.“ Carsten Henrion, Forschung und Entwicklung, Inovan GmbH & Co. KG.

Trends und Technologien kennenlernen

„Das ist mein erster Besuch auf dem Steckverbinderkongress, und es ist für mich einfach spannend, hier live zu erleben, was sich in der Branche tut. Ich will neue Trends und Technologien kennenlernen, sehen, wohin die Entwicklung geht, und natürlich auch die Chance nutzen, mit anderen Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Besonders schätze ich die Möglichkeit, hier aktuelle technische Impulse zu bekommen – etwa in den Vorträgen oder im Gespräch mit Kollegen aus anderen Unternehmen. Mein Ziel ist es, mich auszutauschen und mein Netzwerk auszubauen.“ Alexander Nickel, Qualitätstechniker, Festo SE & Co. KG.

„Von Seiten Yamaichi Electronics sind wir seit vielen Jahren regelmäßig auf dem Steckverbinderkongress vertreten – in unterschiedlichen Besetzungen, meist mit Kollegen aus der Entwicklung und dem Produktmanagement. Denn der Kongress bietet ideale Möglichkeiten, sich auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen, Branchenkollegen zu treffen und sich auch mit Wettbewerbern und Zulieferern auszutauschen. Besonders interessant ist für uns die Vielfalt der Anwendungsfelder, die auf dem Kongress abgedeckt werden. Ich habe den Kongress schon mehrfach besucht und war auch bereits als Referentin aktiv, sodass ich die Veranstaltung aus verschiedenen Perspektiven kenne. Insgesamt bietet der Steckverbinderkongress für uns eine hervorragende Mischung aus fachlichem Input, praxisnahen Workshops und wertvollen persönlichen Begegnungen.“ Manuela Gutmann, Division Manager Connector Solutions, Yamaichi Electronics GmbH.

„Auf den Messen finden wir Einkäufer. Hier können wir direkt mit den Entwicklern sprechen. Das ist perfekt, da genau unsere Zielgruppe.“ Magnus Bende, Leiter Vertrieb und Marketing, kaiser&waltermann.

„Der Steckverbinderkongress ist der perfekte Ort für uns, um mit Ingenieur:innen in Kontakt zu treten.“ Marius Restle, Junior Manager, JX Advanced Metals. (kr)

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