Stellungnahme zum Autofrachter-Brand in der Nordsee VDI: „E-Fahrzeuge brennen nicht öfter als konventionelle PKW“

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Es wird vermutet, dass die Lithium-Batterie eines der 500 E-Autos an Bord der „Fremantle Highway“ die Ursache für den verheerenden Brand des Autofrachters in der Nordsee war. In einer Stellungnahme ordnet eine Expertin des VDI das tatsächlich von E-Fahrzeugen ausgehende Brandrisiko ein und zeigt Ansätze zum Umgang mit diesem Risiko auf.

E-Auto-Batterie als Auslöser? Der verheerende Brand des Autofrachters "Fremantle Highway" in der Nordsee.(Bild:  Coast Guard Netherlands / dpa)
E-Auto-Batterie als Auslöser? Der verheerende Brand des Autofrachters "Fremantle Highway" in der Nordsee.
(Bild: Coast Guard Netherlands / dpa)

Bevor die "Fremantle Highway" in einen sicheren Hafen geschleppt ist und Experten das Innere des riesigen Autofrachters genau inspizieren können, lässt sich der Auslöser für dessen Brand in der Nordsee vor der niederländischen Küste nicht eindeutig bestimmen. Als wahrscheinlich gilt jedoch, dass der Lithium-Akku eines der 500 Elektroautos an Bord des Frachters in Brand geraten ist und dieses Feuer dann weitere Fahrzeuge auf den riesigen Parkdecks im Inneren des Rumpfes in Brand gesetzt hat. Stellen E-Fahrzeuge also ein zu großes Risiko für solche Neuwagentransporte per Schiff dar?

„Wenn man genauer hinschaut, zeigt sich, dass Elektrofahrzeuge nicht häufiger brennen als konventionelle Autos. [..] Falls es doch zu einem Brand kommt, sind die zu erwartenden Folgen allerdings komplexer“, sagt VDI-Expertin Dr. Dana Meißner. Sie leitet den Bereich Forschung & Entwicklung am Institut für Sicherheitstechnik/Schiffssicherheit e.V. in Rostock-Warnemünde und fügt hinzu: „Aber es hilft nicht weiter, das Elektroauto zu dämonisieren. Wir werden lernen müssen, mit den neuen Risiken umzugehen, und dafür gibt es mittlerweile eine ganze Menge gute Ansätze.“

Dr. Dana Meißner, VDI: "Es hilft nicht weiter, das Elektroauto zu dämonisieren."(Bild:  Institut für Sicherheitstechnik / Schiffssicherheit e.V.)
Dr. Dana Meißner, VDI: "Es hilft nicht weiter, das Elektroauto zu dämonisieren."
(Bild: Institut für Sicherheitstechnik / Schiffssicherheit e.V.)

Wie Dr. Meißner weiter ausführt, sei die Gefahr einer Übertragung eines Brands auf benachbarte Fahrzeuge im Falle eines E-Auto-Brands höher zu bewerten – vor allem durch das längere Brennen und auch die Möglichkeit von Stichflammen oder wegfliegenden Teilen aus einer Lithium-Ionen-Traktionsbatterie.

Größere Abstände zwischen den Fahrzeugen können helfen

Als mögliche Maßnahmen, um eine Ausbreitung eines E-Fahrzeugbrands auf benachbarte Fahrzeuge einzuschränken, nennt Dr. Meißner die Unterteilung von großen Parkflächen in kleinere Brandabschnitte oder die Installation von wasserbasierten Löschanlagen. „Auch die Erhöhung der Abstände zwischen den Fahrzeugen kann sinnvoll sein“, betont sie in einem Experteninterview der VDI-eigenen Automobiltechnischen Zeitschrift (ATZ). „Zudem kann man besser präventiv tätig werden, indem man auf einer Fähre einen Gefahrguttransport nicht neben ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug stellt.“

Batteriemanagementsystem des Fahrzeugs als „Alarmanlage“ nutzen

Um eine anbahnende Gefahrensituation besser zu erkennen und agieren zu können, empfiehlt Dr. Meißner die Weitermeldung durch das Batteriemanagementsystem des Fahrzeugs: „Dieses sorgt dafür, dass die Batterie zuverlässig arbeitet, und erkennt in der Regel viel frühzeitiger Probleme wie eine unzulässige Temperaturerhöhung, als dies durch extern installierte Detektionssysteme möglich wäre. Es wäre daher wünschenswert, wenn das Batteriemanagementsystem kritisch einzustufende Parameter zum Beispiel in Form eines optischen oder akustischen Signals nach außen weitergeben würde, ähnlich dem Alarm bei einer Diebstahlsicherung“. (cg)

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