Cybersicherheit in der Industrie VARTA nach Cyberattacke: Ermittlungen dauern an, doch es geht vorwärts

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Ein Cyberangriff gegen die IT-Systeme von VARTA beeinträchtigt seit knapp zwei Wochen die Produktion an fünf Standorten und sämtliche IT-basierten Prozesse. Die forensische Aufarbeitung des Vorfalls zeige, dass hinter dem Angriff eine Hackergruppe mit hoher krimineller Energie stecke.

Pilotlinie für die Produktion von Elektroden bei VARTA.(Bild:  VARTA AG)
Pilotlinie für die Produktion von Elektroden bei VARTA.
(Bild: VARTA AG)

Seit dem 13. Februar 2024 steht die Produktion in fünf Standorten des Batterie- und Energiespeicherherstellers VARTA still. Der Grund dafür ist eine Cyberattacke gegen die IT-Systeme des Unternehmens. Alle Anwendungen in der Produktion und Verwaltung, die mit dem Internet verbunden sind, mussten nach Entdeckung des Angriffs auf die VARTA-Systeme vom World Wide Web getrennt und können voraussichtlich erst ab dieser Woche, also Ende Februar 2024, wieder genutzt werden. Das teilten die Verantwortlichen des Unternehmens am 22. Februar in einer neuen Pressemitteilung mit.

Mithilfe von IT-Forensikern und Datenanalysten wird demnach die schrittweise Wiederinbetriebnahme der Systeme geprüft; einen genauen Zeitplan für das vollständige Hochfahren der Produktion gab’s zu dem Zeitpunkt allerdings nicht. Bedeutet: Seit knapp zwei Wochen wird an den Standorten in Ellwangen, Nördlingen und Dischingen sowie Brasov (Rumänien) und Batam (Indonesien) kann die Belegschaft nicht viel mehr tun, als nicht-IT-basierte Prozesse zu nutzen.

Immerhin ließen sich in den Werken Wartungs-, Instandhaltungs- und Vorbereitungsarbeiten durchführen, damit einer schnellen Neuaufnahme der Produktion nichts im Wege steht. „Teile der Belegschaft, die aufgrund der Folgen der Cyberattacke ihren normalen Tätigkeiten nicht nachgehen können, werden bestmöglich für Vorbereitungsaufgaben und Prozessverbesserungen eingesetzt. Auch in der Verwaltung laufen Arbeiten zur Vorbereitung eines Vollbetriebs“, heißt es.

Hackergruppe mit krimineller Energie

Die Datenforensiker, die von VARTA beschäftigt werden, haben außerdem durchklingen lassen, dass hinter der Cyberattacke eine organisierte Hackergruppe steckt, „der es mit hoher krimineller Energie gelungen war, die hohen Absicherungsstandards der VARTA-IT-Systeme zu durchbrechen.“ Das genaue Ziel hinter der Attacke, die Höhe des möglichen Schadens und in welchem Umfang dieser von der Versicherung gedeckt ist, wird noch untersucht. Neben den IT-Spezialisten ermittelt auch die Polizei formal.

Die Auswirkungen der Cyberattacke haben außerdem Einfluss auf die Restrukturierungsmaßnahmen. Die Restrukturierung der VARTA AG allerdings, so die Verantwortlichen des Unternehmens, könnte allerdings erschwert, jedoch nicht aufgehalten werden. VARTA hatte im Frühjahr 2023 Maßnahmen zur Kostensenkung bekannt gegeben, unter anderem die Streichung von Stellen und weitere Sanierungsvorhaben. Die Restrukturierung ist bisher nicht abgeschlossen. (sb)

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