Bitkom-Studie Unternehmen wünschen sich KI aus Deutschland

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Deutsche Unternehmen würden generative Künstliche Intelligenz (KI) aus Deutschland bevorzugen. Das behauptet der Digitalverband Bitkom und beruft sich dabei auf eine eigene Studie. Demnach würden ganze 86 Prozent der befragten Unternehmen generative KI „Made in Germany“ vor solche anderen Länder lieber nutzen. Aber auch andere Ergebnisse, wie zur Investitionsbereitschaft, zu den Hemmnissen oder zur KI-Verwendung, veröffentlicht Bitkom.

Bitkom-Studie: deutsche KI bevorzugt.(Bild:  KI-generiert)
Bitkom-Studie: deutsche KI bevorzugt.
(Bild: KI-generiert)

Die Studie, die im Rahmen des Digital-Gipfels der Bundesregierung in Frankfurt am Main vorgestellt wurde, zeigt, dass das Herkunftsland des KI-Anbieters für 84 Prozent der Unternehmen, die generative KI nutzen oder dies planen, von Bedeutung ist. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA mit 64 Prozent und die EU mit 48 Prozent. Japan (39 Prozent), Großbritannien (34 Prozent), Indien (19 Prozent) und China (14 Prozent) liegen deutlich dahinter.

Die Untersuchung verdeutlicht, dass KI in Deutschland als Schlüsseltechnologie der Zukunft angesehen wird. 73 Prozent der Unternehmen und 63 Prozent der Bevölkerung halten KI für wichtig. Bitkom stellt die eigenen Ergebnisse die einer IW-Studie gegenüber.

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Generative KI kommt im Kundenkontakt und Marketing zum Einsatz

Aktuell nutzen 20 Prozent der Unternehmen KI, während 37 Prozent den Einsatz planen oder diskutieren. Speziell generative KI wird von 9 Prozent der Unternehmen genutzt, weitere 18 Prozent planen den Einsatz. In der Bevölkerung haben 40 Prozent generative KI ausprobiert, und 28 Prozent nutzen sie regelmäßig, hauptsächlich für die Erstellung von Texten und Bildern.

Generative KI wird hauptsächlich im Kundenkontakt (89 Prozent) und im Marketing (40 Prozent) eingesetzt. Zukünftige Einsatzbereiche umfassen das Wissensmanagement und die IT-Abteilungen. Es wünschen sich 80 Prozent KI in der Cybersicherheit, 78 Prozent in der Verwaltung und im Verkehr, sowie 75 Prozent im Gesundheitswesen. Fast jeder Zweite habe schon generative KI ausprobiert.

Generative KI schafft Bedarf an Fachkräften

57 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich KI-Unterstützung bei der Arbeit, und 61 Prozent möchten sich zu KI weiterbilden. Allerdings bieten nur 21 Prozent der Unternehmen Schulungen für alle oder die meisten Beschäftigten an. Interessanterweise nutzen bereits 13 Prozent der Beschäftigten generative KI, um Aufgaben zu erledigen, und 31 Prozent sehen Potenzial für zukünftige Anwendungen. Trotz dieser Offenheit bieten nur 21 Prozent der Unternehmen Schulungen im Umgang mit generativer KI für alle oder die meisten ihrer Beschäftigten an. Zudem sind 68 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass generative KI zusätzlichen Bedarf an Fachkräften schafft.

Chancen und Gefahren der KI

Fast 8 von 10 Unternehmen (78 Prozent) sehen KI als Chance, ein Anstieg von 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Bereitschaft, in KI zu investieren, ist hoch: 32 Prozent der Unternehmen haben bereits in KI investiert, 37 Prozent planen dies im laufenden Jahr, und eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent gibt an, zukünftig Investitionen in KI tätigen zu wollen.

Unternehmen sehen zahlreiche Vorteile in der Nutzung von generativer KI, darunter schnellere und präzisere Problemanalysen (47 Prozent), zusätzliches Fachwissen (40 Prozent) und eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit (42 Prozent). Allerdings gibt es auch Hemmnisse: Datenschutzanforderungen (73 Prozent), rechtliche Unsicherheiten (68 Prozent) und die Qualität der Ergebnisse (65 Prozent) werden als größte Herausforderungen genannt.

AI Act: Unternehmen sind zwiegespalten zur EU-Regulierung

Der AI Act trat im August 2024 in Kraft und ist die erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz (KI) in der EU, die KI-Systeme nach ihrem Risiko klassifiziert und strenge Anforderungen für Hochrisiko-Anwendungen festlegt. Er zielt darauf ab, eine verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI zu fördern, indem er klare Regeln und Transparenzvorgaben für Anbieter und Nutzer schafft.

Laut der Bitkom-Studie sind die Reaktionen auf die EU-Regulierung gemischt: Nur 24 Prozent der Unternehmen haben sich bisher intensiv mit dem neuen EU-weiten Regulierungsrahmen für Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt. Weitere 21 Prozent befassen sich derzeit damit, während 29 Prozent planen, sich in Zukunft damit auseinanderzusetzen. Erstaunlicherweise haben 24 Prozent der Unternehmen noch nie von der Verordnung gehört.

Die Unsicherheit über die Auswirkungen des AI Act ist groß: 62 Prozent der Unternehmen glauben, dass der AI Act die Entwicklung und den Einsatz von KI rechtssicher machen wird, und 53 Prozent erwarten, dass er das Vertrauen in KI erhöhen wird. Gleichzeitig befürchten jedoch 45 Prozent, dass der AI Act die Entwicklung von KI in Europa behindern könnte, und 41 Prozent glauben, dass er den Einsatz von KI bremsen wird.

68 Prozent der Unternehmen geben an, Hilfe bei der Auseinandersetzung mit dem AI Act zu benötigen. Dies unterstreicht den Bedarf an klaren Richtlinien und Unterstützung seitens der Politik, um die Unternehmen bei der Umsetzung der neuen Vorschriften zu begleiten und sicherzustellen, dass Deutschland seine Position als führender KI-Standort ausbauen kann. (mc)

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