RM Components Umweltfreundliche Kondensatoren auf organischer Basis von Taiyo Yuden
Taiyo Yuden Energy Device hat eine neue Kondensator-Technologie auf der Grundlage eines Polymer-Halbleiters zur Marktreife entwickelt. Diese PAS-Technologie (Poly Acenic Semiconductor) eignet sich für rund 100.000 Lade- und Entladezyklen, ist robust gegen Schnellladung und -entladung sowie gegen Überladung und Tiefentladung. Reinhard Meyer, Geschäftsführer des autorisierten Distributors RM Components, erklärt im Interview die neue Technologie.
Anbieter zum Thema
ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Meyer, Taiyo Yuden ist bekannt als Hersteller von hochqualitativen passiven Bauelementen. Können Sie die Historie der PAS-Technologie, die Shoei Electronics im Jahre 2004 von der Firma Kanebo gekauft hat und in den letzten Jahren unter Taiyo Yuden Energy Device zur Marktreife entwickelt hat, kurz erläutern?
Reinhard Meyer: Der Grundstoff für PAS-Kondensatoren hat eine lange Geschichte. Polyacen wurde im Jahre 1981 von Dr. Shirakawa erfunden, wofür er im Jahre 2000 den Nobelpreis erhielt. Die ersten Knopfzellenkondensatoren auf der Basis dieser Erfindung wurden schon 1989 von der Firma Kanebo entwickelt. Shoei Electronics, im Jahre 1982 gegründet, hat das PAS-Business im Jahre 2004 von Kanebo übernommen.
Einen weiteren Schritt nach vorne erlebte die PAS-Technologie im Jahre 2007, als Shoei Electronics ein Mitglied der Taiyo Yuden Gruppe wurde. Seit dieser Zeit wurde das PAS-Business stark forciert. Das Ergebnis ist ein beachtliches Portfolio sowohl von Knopfzellen- als auch von Becherkondensatoren auf der Basis der PAS-Technologie.
Wie ist ein PAS-Kondensator aufgebaut und wie funktioniert er?

Ein PAS-Kondensator besteht aus dem organischen Elektrodenmaterial mit dem chemischen Namen Polyacen, das elektrische Leitfähigkeit aufweist.
Dabei handelt es sich um Benzol-Harz, das durch thermische Kondensation in den amorphen Zustand übergeht. Darin liegt auch das Geheimnis dieser Technologie, da die amorphe Struktur von Polyacen eine hohe Ladungsdichte ermöglicht und keine chemische Reaktion mit dem Elektrolyten eingeht. Beide Elektroden bestehen aus Polyacen. Beim Ladevorgang wird zwischen Plus- und Minuspol des Kondensators eine Spannung angelegt, die nicht größer sein sollte als die maximal zulässige Betriebsspannung des Kondensators. Daraufhin bewegen sich die negativ geladenen Anionen des Elektrolyten zur positiven Elektrode und werden dort ohne chemische Reaktion in die amorphe Struktur von Polyacen eingelagert.
Analog dazu bewegen sich die positiv geladenen Kationen des Elektrolyten zur negativen Elektrode und werden dort ebenfalls eingelagert. Dieser Vorgang wird im Normalfall solange fortgesetzt, bis die maximal zulässige Betriebsspannung des PAS-Kondensators erreicht ist. Bei der Entladung des Kondensators laufen die internen Vorgänge genau umgekehrt ab, wodurch ein äußerer Elektronenstrom vom Minus- zum Pluspol des Kondensators fließt.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:336511)