Druckausgleichselemente Typenschild schützt Getriebesteuerungs-Elektronik

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Wer als Automobilzulieferer international erfolgreich sein will, braucht schlanke Herstellungsprozesse. So sind etwa innovative Lösungen gesucht, die deutlich weniger Arbeitsschritte in der Fertigung erfordern — denn weniger Aufwand bedeutet mehr Gewinn. Wie das geht, lässt sich am Beispiel der SIMEA zeigen.

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Die Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications (SIMEA) ist eine Tochtergesellschaft von Siemens und produziert unter anderem Getriebesteuerungen für BMW. Um die sensible Elektronik dieser Steuereinheiten zuverlässig vor Umwelteinflüssen wie Straßenstaub, Salz, Öl oder Feuchtigkeit zu schützen, wird sie in ein geschlossenes Gehäuse eingebaut. Doch aufgrund von Temperatur- und Klimaschwankungen kommt es im Inneren der Gehäuse zu erheblichen Druckveränderungen, die sich negativ auf die Dichtungen auswirken. Es besteht dann die Gefahr, dass Wasser eindringt und die elektronischen Bauteile beschädigt. Um das zu verhindern, werden die Gehäuse mit Druckausgleichselementen, kurz DAE, ausgestattet. Dabei handelt es sich üblicherweise um Spritzgussbauteile mit einer integrierten Membran, die separat bereitgestellt und in einem eigenen Arbeitsschritt aufwändig von Hand montiert werden müssen.

DAE und Typenschild in einem

SIMEA suchte deshalb nach einer effizienteren Lösung und hat Schreiner ProTech mit der Entwicklung beauftragt. Der Systemanbieter für technische Funktionsfolien und Kennzeichnungslösungen hat ein alternatives Verfahren realisiert, das den hohen Ansprüchen der Automobilindustrie gerecht wird und den Herstellungsprozess deutlich vereinfacht.

Statt wie herkömmlich die Druckausgleichsmembran in ein Spritzgussteil einzubauen, hat Schreiner ProTech sie in eine selbstklebende Spezialfolie integriert. Schon das allein bringt erhebliche Vorteile im Fertigungsprozess: Denn die DAE-Folien werden auf einer Rolle an der jeweiligen Produktionseinheit bereitgestellt und lassen sich nun automatisch auf die Gehäuse verspenden. Um die Anzahl der notwendigen Arbeitsschritte noch weiter zu reduzieren, übernimmt die neue Lösung auch gleich noch die Funktion des bisher separat angebrachten Typenschilds.

Produktkennzeichnung und Druckausgleichsfunktion sind damit in einer einzigen Lösung vereint. Die neuen Spezialfolien laufen von der Rolle direkt in handelsübliche Thermotransfer-Drucker, werden hier mit allen für die weitere Prozesssteuerung relevanten Informationen bedruckt und automatisch auf die Bauteile appliziert. Hier schützen sie die sensible Elektronik im Gehäuse dauerhaft vor Umwelteinflüssen, sorgen mit ihrem integrierten DAE für eine gute Belüftung und kennzeichnen das Produkt gleichzeitig mit allen wichtigen Informationen.

Vorsprung durch Vereinfachung

Zeitintensive Montagearbeiten gehören damit der Vergangenheit an. Das senkt die Personalkosten und beschleunigt die Produktion. Auch Material-, Lager- und Logistikkosten für die bisher separat benötigten Typenschilder entfallen komplett. So lassen sich erhebliche Ressourcen einsparen, die das Unternehmen nun anderweitig investieren kann. Das bestätigt auch Stefan Petsch, Geschäftsführer von SIMEA – Gesellschaft zur Fertigung elektronischer Komponenten mbH: „Schreiner ProTech hat unseren Fertigungsprozess durch die Kombination von DAE und Typenschild nachhaltig vereinfacht. Das spart Kosten und macht uns im Wettbewerb noch stärker.“

Intelligente Lösungen können herkömmliche Produktionsprozesse gleich mehrfach optimieren. So potenzieren sich die Einspareffekte. Bei mindestens gleicher Qualität wird die Fertigung so erheblich beschleunigt. Das ist Innovation, die sich rechnet und ein Unternehmen wie SIMEA im globalen Wettbewerb nachhaltig stärkt.

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