Die Ausgangslage war nicht einfach: Corona-Pandemie sowie Versorgungs- und Produktionsengpässe. Trotzdem konnte sich dataTec am Markt behaupten. Ein Grund zur Freude für den neuen CEO Markus Kohler. Aber auch über die neuen Partner.
Gute Geschäftszahlen: Nachdem CEO und Gründer Hans Steimer in den Ruhestand gegangen ist, führt seit dem 1. Januar 2022 Markus Kohler den Messtechnik-Distributor.
(Bild: dataTec)
Wer in der Welt der Messtechnik unterwegs ist, wird den Namen dataTec und mit ihm den Namen Hans Steiner ein Begriff sein. Steiner gründete im Jahr 1985 im baden-württembergischen Reutlingen den Fachdistributor für Oszilloskope, Messgeräte, Netzgeräte und weiteren Test- und Prüfsystemen. Noch bevor Steiner in den Ruhestand geht, hat er sich viele Gedanken um eine Nachfolgeregelung gemacht. Es ist nicht eine der Lieblingsaufgaben eines Geschäftsführers, viele warten ab oder verkaufen das Unternehmen an einen Investor.
Anders Hans Steiner: Die aktuell 121 Mitarbeiter mit ihren Familien sollten eine Zukunft haben. Aber auch Kunden und Lieferanten brauchten Gewissheit. Die Idee war, die Führungskräfte des eigenen Unternehmens in die Verantwortung und Pflicht zu nehmen. Es kam als Modell nur eine Aktiengesellschaft in Frage. Mit ausgewählten Mitarbeitern als neue Aktionäre will sich das Unternehmen weiterentwickeln. Fünf Führungskräfte erhielten je 6,2 Prozent der Anteile.
Neuer Vorstand nach 36 Jahren
Schon in den letzten Jahren hat das Management Board (v.l.n.r. bestehend aus: Markus Kohler, Jörg Scholl, Roland Bertler und Martin Pühl) gemeinsam mit Hans Steiner das Unternehmen geführt. Über die Zeit hat sich ein eingespieltes Team entwickelt, welches an der Spitze dataTecs auf Augenhöhe diskutiert, fachliche sowie Führungserfahrung mitbringt und auch künftig gemeinsam das Unternehmen leiten wird.
(Bild: dataTec)
Seit dem 1. Januar 2022 hat dataTec mit Markus Kohler als neuen Vorstand. Firmengründer Hans Steiner hat aus Altersgründen das Unternehmen verlassen. Allerdings bleibt Steiner als Aufsichtsratsvorsitzender mit seinem Wissen erhalten. Doch er lässt seiner Führungstruppe freie Hand, berichtet Kohler. Freuen kann sich Markus Kohler über die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2021/2022.
Obwohl das Geschäftsjahr geprägt war von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Versorgungs- und Produktionsengpässen, konnte dataTec dank ihres Logistikzentrums in Reutlingen einen Teil der Engpässe abfedern. Das Unternehmen schloss das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis von rund 68 Mio. ab. Das ist eine Steigerung von 44 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2020/2021.
Wie lässt sich das gute Ergebnis erklären? „Unser Rekordergebnis erklärt sich zum einen aus dem pandemiebedingten Nachholbedarf der Industrie. Zum anderen waren es vor allem Treiber wie Klimaschutz, Windkraft, Solartechnik, Elektromobilität, 5G oder die Medizintechnik“, fasst es Kohler zusammen.
Neue Partner ins Boot geholt
Im Messtechnik-Portfolio von dataTec sind fast alle wichtigen Hersteller vertreten: Rohde & Schwarz, Keysight, Tektronix und jetzt neu National Instruments (NI). Mit NI und dessen Produkte hat man bei dataTec gleich das neue Geschäftsfeld „Modulare Messtechnik“ eröffnet. Das hat ebenfalls zu den guten Zahlen beigetragen. Im Februar 2021 hat dataTec die Vertriebsrechte von NI für die DACH-Region übernommen.
Zum Portfolio von NI gehören Chassis, Controller und Module für PXI-, CompactDAQ- oder CompactRIO-Systeme, Multifunktions-I/O-Geräte, Software wie LabVIEW, TestStand, DIAdem und mehr. Für die von NI übernommenen Mitarbeiter wurde in den vergangenen Tagen in München ein neues Büro eingerichtet. Hier setzt dataTec auf die Erfahrung und das Know-how der Mitarbeiter.
Positiver Trend setzt sich fort
Markus Kohler, Vorstand CEO dataTec: „Die Pandemie und die Lieferengpasse habena auch uns zugesetzt. Trotzdem konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr ein sattes Umsatzplus erzielen.“
(Bild: dataTec)
Auch für das aktuelle Geschäftsjahr 2022/2023 ist Markus Kohler zuversichtlich. „Wir rechnen, dass sich der positive Trend aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr fortsetzen wird und rechnen mit einer weiteren Umsatzsteigerung. Auch wenn die Zahlen des ifo-Instituts über den Geschäftsklimaindex pessimistischer sind.“
Für die Jahre 2019 und 2020 waren die Einflüsse der Pandemie auf die Geschäfts von dataTec sehr deutlich. Hinzu kam, dass Keysight seinen ATP-Bereich der High-End-Messtechnik nicht mehr über dataTec anbietet und wieder selbst vertreibt. Dafür kam im Jahr 2020 Rohde & Schwarz hinzu. Auch die Messtechnik von Tektronix ist seit 2020 wieder im Angebot von dataTec.
Europäische Dependancen und Strategie
In Spanien ist dataTec an Ayscom dataTec beteiligt und hat im Geschäftsjahr 2021/2022 mit einem Umsatz von rund 2,5 Mio. Euro abgeschlossen. Im dritten Quartal dieses Jahres soll der spanische Länder-Webshop live gehen.
In Schweden ist der Distributor an Testhouse dataTec AB beteiligt. Das Geschäft in Schweden und Finnland entwickelt sich laut Kohler sehr gut und man schließt mit einem Wachstum von rund 30 Prozent ab.
Die meisten Umsätze erzielt dataTec in Baden Württemberg mit 34 Prozent gefolgt von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Für die neuen Bundesländer erwartet Kohler ein Umsatzplus durch die zwischenzeitlich verstärkte Industrieansiedlung im bisher ländlich geprägten Raum.
Stand: 08.12.2025
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Für die Zukunft zeigt sich der Messtechnik-Händler offen für weitere Expansionen.
CEO Markus Kohler
Der studierte Ingenieur der Informationstechnik fand seinen Weg zu dataTec im Jahr 2010. Seine Stationen waren bei Agilent Technologies als Business Development Manager und Key Account Manager.
Bei dataTec war er als Vertriebsingenieur im Außendienst und absolvierte berufsbegleitend ein Studium mit dem Abschluss als Master of Science Sales and Communications. Bevor er CEO wurde, war er mehrere Jahre Vertriebsleiter für die Elektronische Messtechnik sowie Leiter des Kundenmanagements.