Außenhandel Elektroindustrie Trotz aller Schwierigkeiten: Elektroexporte erreichen 2025 neuen Rekordwert

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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2025 war aus geo- und handelspolitischer Sicht kein leichtes Jahr für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie. Dennoch konnte die Branche ihre Exportleistung weiter steigern: Die Ausfuhren lagen um 5,1 Prozent über dem Vorjahr und erreichten mit 257,5 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.

Die Analysen zu den Exportzahlen der Branche im Jahr 2025 basieren auf Daten von Destatis sowie auf eigenen Daten des ZVEI.(Bild:  ZVEI)
Die Analysen zu den Exportzahlen der Branche im Jahr 2025 basieren auf Daten von Destatis sowie auf eigenen Daten des ZVEI.
(Bild: ZVEI)

Das Jahr begann für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie mit erheblichen politischen Unsicherheiten, die im weiteren Verlauf eher zu- als abnahmen. Hinzu kamen schwächelnde Absatzmärkte und weitere Belastungsfaktoren, die die wirtschaftlichen Erwartungen dämpften. Vor diesem Hintergrund ist das Exportergebnis bemerkenswert: Wie der ZVEI mitteilt, erreichten die Elektroexporte 2025 ein neues Allzeithoch.

Die Ausfuhren stiegen demnach um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 257,5 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Treiber war das starke Jahresendgeschäft: Allein im Dezember legten die Exporte um 10,6 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro zu. Damit konnte die Branche ein wirtschaftlich anspruchsvolles Jahr letztlich mit einem Rekordergebnis abschließen.

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Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die deutsche Elektro- und Digitalindustrie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit trotz schwieriger Rahmenbedingungen behaupten konnte. Gleichzeitig zeigen steigende Importe und strukturelle Marktverschiebungen, dass sich das globale Handelsumfeld weiter verändert.

Exporte innerhalb Europas legen deutlich zu

Parallel zu den Exporten erreichten auch die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter einen Höchstwert. Sie stiegen um 8,0 Prozent auf 274,9 Milliarden Euro. Da die Einfuhren stärker zunahmen als die Ausfuhren, weitete sich das sektorspezifische Handelsbilanzdefizit auf 17,4 Milliarden Euro aus und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau. Aber, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann, sie legten „seit langem damit weniger stark zu als die Exporte“; allerdings nur bezogen auf den Dezember. „Kumuliert von Januar bis Dezember 2025 kamen die aggregierten Einfuhren auf 274,9 Milliarden Euro – ebenfalls ein neues Allzeithoch. Ihren Wert aus 2024 übertrafen sie damit um 8,0 Prozent“, schreibt der ZVEI.

Bei den Absatzmärkten kam es zu Verschiebungen: Lieferungen in die USA und nach China lagen weiterhin vorn, gingen jedoch zurück – die Exporte in die Vereinigten Staaten lagen um 3,0 Prozent unter dem Vorjahreswert, die nach China um 6,2 Prozent. Dennoch überholten die USA die Volksrepublik nach einem Jahrzehnt wieder als wichtigsten Einzelmarkt für deutsche Elektroexporte.

Das Wachstum wurde vor allem von europäischen Partnerländern getragen, in die die Branche durchgängig mehr exportierte. In vielen europäischen Staaten lag das Plus im hohen einstelligen oder sogar zweistelligen Bereich. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten unter anderem Polen (+17,7 Prozent), Spanien (+15,9 Prozent) sowie kleinere Märkte wie Dänemark (+22,9 Prozent) und das außereuropäische Taiwan (+22,9 Prozent). Auch die Exporte nach Italien und Österreich näherten sich der 10-Prozent-Marke. Weitere Details zeigen die Grafiken des ZVEI.

Der Exportrekord darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche weiterhin unter strukturellem Druck steht. Steigende Importquoten, schwache Auftragseingänge und anhaltende Konsolidierungstendenzen zeigen, dass das Wachstum weniger Ausdruck eines konjunkturellen Aufschwungs als vielmehr eines tiefgreifenden Umbruchs ist. (sb)

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