Brennstoffzellenflugzeug 1. Preis für Wasserstoff-Flugzeug der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther 2 min Lesedauer

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Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat bei der Luftfahrt-Messe „AERO 2024“ in Friedrichshafen ihr Leichtflugzeug Taifun 17 H₂ mit Brennstoffzellen-Antrieb präsentiert und beim „aerokurier Innovation Award 2024“ den ersten Preis in der Kategorie Aviation gewonnen.

Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.).(Bild:  THWS/Roland Oppelt)
Gruppenfoto des Taifun-Team der THWS um Prof. Dr. Johannes Paulus (4. v. l.).
(Bild: THWS/Roland Oppelt)

„Im letzten Jahr wurden wir auf der Messe AERO 2023 bereits mit dem ,Sustainable Aviation Award 2023‘ ausgezeichnet“, sagt Prof. Dr. Johannes Paulus, Dekan der Fakultät Maschinenbau und Leiter des Forschungsprojekts. „In diesem Jahr sind wir für die Weiterentwicklung unseres Wasserstoff-Flugzeugs von der Redaktion der Fachzeitschrift aerokurier für die Leserwahl ausgewählt worden. Bei der Leserwahl konkurrieren etablierte Hersteller und Zulieferer aus der Luftfahrtindustrie in mehreren Kategorien. Die Auszeichnung mit dem 1. Preis ist für uns daher ein ganz besonderer Erfolg.“

Von der Bundesregierung gefördertes Forschungsprojekt

Die Entwicklung einer ersten Version des Brennstoffzellen-Antriebsstrangs für Flugzeuge erfolgte von 2021 bis 2023 im THWS-Labor für Wasserstofftechnik im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekts „HyFly“ mit einer Fördersumme von mehr als 1,1 Mio. €. Ab 2022 begannen Studierende der THWS, den Brennstoffzellenantriebsstrang in einen Reisemotorsegler zu integrieren. Das THWS-Team verantwortet die Weiterentwicklung des Antriebssystems, die Systemintegration in das Flugzeug und die Entwicklung weiterer Details bis hin zur Erprobung im Reisemotorsegler Taifun 17 H₂.

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Wasserstoff-PEM-Brennstoffzelle mit 50 kW

Das Wasserstoffsystem des zweisitzigen Flugzeugs besteht aus einem Hochdruck-Wasserstofftank sowie der Wasserstoff-PEM-Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von 50 kW. Der weitere Antriebsstrang baut sich aus einem 6 kWh Lithium-Ionen-Hochleistungs-Akku als Pufferbatterie, einem elektrischen Laderegler, einem Elektromotor, einer selbstentwickelten Systemsteuerung und einem elektrisch verstellbaren Propeller auf. Die Taifun 17 H₂ besitzt eine Spannweite von 17 Metern, eine maximale Flugmasse von 820 kg und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 205 km/h. Durch die Verwendung von Solarenergie für die Elektrolyse kann zukünftig der benötigte Wasserstoff direkt am Hangar emissionsfrei und kostengünstig hergestellt werden.

„Damit wurde ein alltagstaugliches und wirtschaftliches Antriebssystem für einen flugfähigen Reisemotorsegler auf Basis grüner Wasserstofftechnologie entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Paulus. Nach der Messe sind weitere Bodentests geplant, um die vorläufige Verkehrszulassung (Permit to fly) vom Luftfahrt-Bundesamt zu erhalten.

Wasserstofftechnik an der THWS

Seit dem Wintersemester 2021 bietet die THWS den deutschlandweit einzigartigen Bachelorstudiengang Wasserstofftechnik an. Der Studiengang behandelt die Wasserstoffwertschöpfungskette von der klimaneutralen Wasserstofferzeugung bis hin zu Wasserstoffnutzung in der industriellen Produktion, zur Wärmeerzeugung oder für die Mobilität. Intensive Betreuung der Studierenden, eine praxisorientierte Ausrichtung sowie viele Praktika und Projekte zeichnen den Studiengang aus. (tk)

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Link: Zur THWS

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