Testsysteme für elektronische Baugruppen Testerspezialist Peter Reinhardt verrät sein Erfolgsrezept
Nur ein Testsystem, das den Wünschen und Aufgaben des Anwenders entspricht, wird gekauft, ist die Maxime von Peter Reinhardt, Gründer und Geschäftsführer der REINHARDT System- und Messelectronic GmbH in Diessen bei München. Seit 1976 ist das Unternehmen als Anbieter Testsystemen sowie -adaptern erfolgreich. Der Marktanteil des Marktführers beträgt nach eigenen Angaben in Deutschland und der Schweiz über 50%.
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„Testsysteme, welche die Prüfaufgabe voll erfüllen, die Investitionen für die Anschaffung und für die entsprechenden Produktlösungen im Rahmen halten, die Anbindung an Qualitätssysteme, Netzwerke und Fertigungssteuerungen ermöglichen, die Kalibrierung, Wartung und Schulung auch für viele Jahre ermöglichen, sind heute und in Zukunft die gefragten Lösungen“, zählt Peter Reinhardt auf.
„Wir“, versicht der Firmenchef, „sind stets bemüht, die neuesten Technologien der Anwender zu erfahren und gerne bereit, uns diesen Aufgabenstellungen anzupassen. Bei Kundenpräsentationen stellen wir immer wieder fest, dass sich alles, was angesprochen wurde, komfortabel und einfach lösen lässt. Das hat uns nicht umsonst zum Marktführer in Deutschland und der Schweiz mit über 50% Marktanteil gemacht.“
Schwerpunkt: Großer Produktmix und langlebige Produkte
Seit über 30 Jahren führt der bayerische Testerspezialist Marktanalysen durch. Das Ergebnis: 77% aller Firmen, die in Deutschland Elektronik herstellen, haben eine Typenvielfalt von 5 bis 500 verschiedenen Typen, die in Stückzahlen zwischen 3 und 5000 Stück gefertigt werden. Diese werden dann in Fertigungslosen zwischen 50 und 500 hergestellt und getestet.
Gerade mal 7 bis 8% haben eine Typenvielfalt von 5 bis 8 Typen bei Stückzahlen bis zu 1 Million mit Fertigungslosen zwischen 10.000 und 100.000. Der verbleibende Rest ist die Instandsetzung von Baugruppen, die 10 bis 40 Jahre alt sind und aus den Bereichen Militär, Bahn, Signaltechnik, Luftfahrt und Maschinensteuerungen für die diversen Fertigungsprozesse stammen. Eine weitere kleine Gruppe benutzt die Testsysteme schon für die Entwicklung neuer Produkte und verwendet damit die Spannungsversorgungen und Stimulierungs- und Messumgebung zur Erprobung der neuen Produkte.
Reinhardt: „ Wir haben viele Unternehmen in unserem Kundenkreis, die pro Tag mehr als zehnmal Prüfprogramm und Adaption wechseln. Da ist es überaus wichtig, dass die Rüstzeiten wie bei unseren Testsystemen bei typisch 1 Minute liegen und auch das Einlegen der Prüflinge soweit vereinfacht ist, dass sich die Handlingzeiten auf ein Minimum reduzieren.“
Ausgelegt für 15 bis 20 Jahre und Dreischichtbetrieb
Ein wesentlicher Vorteil der REINHARDT-Systeme für den In-circuit- und Funktionstest ist, dass sie für typisch 15 bis 20 Jahre und für den Dreischichtbetrieb konstruiert sind und kontinuierlich mit neuen Messmodulen und der entsprechenden Software versorgt werden. „Die Produkte werden in der Regel binnen 24 Stunden instandgesetzt und das auch noch nach 15 Jahren“, versichert der Firmenchef. Somit ist die Unterstützung für die Instandsetzung mit den erforderlichen Ersatzteilen, Schulungsmöglichkeiten für neue Mitarbeiter, Kalibrierung dieser Testsysteme nach den entsprechenden industriellen Vorgaben und Beratung für neue Testlösungen gewährleistet.
„Nachdem wir seit 42 Jahren den Markt aktiv beobachten und dafür Lösungen schaffen, haben wir festgestellt, dass die abenteuerlichsten Prüflösungen im Selbstbau auf Basis von diversen Karten wie PCI, Labview etc. entwickelt werden. Diese Testlösungen wurden speziell für ein oder maximal eine Handvoll Produkte entwickelt und haben eine typische Lebensdauer von 3 Jahren. Außerdem sehen wir, dass sehr viele Ingenieurbüros heute noch im Kundenauftrag Testsysteme entwickeln, die leider mit sehr wenig Erfahrung und meistens auch nur produktgebunden entwickelt werden, wobei die Kosten für die Investition und die nachfolgende Software bei einem Vielfachen des heute üblichen Universaltestsystems liegen“, bemängelt Reter Reinhardt.
Kompakte Testsysteme mit geringem Energieverbrauch

Reinhardt: Unser Ziel war es immer, Testsysteme so kompakt wie möglich zu erstellen, in modernster LSI-Technologie mit geringster Stromaufnahme, typisch unter 150 W, mit geringer Wärmeentwicklung und dadurch langer Lebensdauer. Neben In-circuit- und Funktionstestsystemen bietet REINHARDT seit 1990 eigene Prüfadapter an, die über 18 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt wurden, um nicht nur THT-Baugruppen, sondern auch beidseitig bestückte SMD-Baugruppen zu kontaktieren und die Verbindung mit dem Testsystem herzustellen.
Die Adaption war bis jetzt für den In-circuit-Test besonders, aber auch für den Funktionstest, eine sehr kostspielige Angelegenheit. Mit unserem Adaptionskonzept, das wir von Anfang an genutzt haben, können wir die individuelle Adapterlösung für typisch 300 bis 500 Euro realisieren.“
Testsysteme für 15.000 bis 50.000 Euro
Trotz Hightech-Lösungen werden die Tester zwischen 15.000 und 50.000 Euro angeboten, wobei die Programmerstellung für den individuellen Prüfling im In-circuit- und im Funktionstestbereich selten 1.000 Euro überschreitet. Das heißt, dass heute Adaption und Prüfprogramm bei typisch 1.500 Euro für jeden Prüfling von einem Facharbeiter ohne Softwarekenntnisse in 1 bis 2 Tagen erstellt werden können. Einbindungen in Inline-Systeme wurden bereits mit vielen Einheiten realisiert.
Die In-circuit-Tester messen Widerstände, Kondensatoren, Induktivitäten, Optokoppler, Relais, Thyristoren, Transistoren, FETs, Analoge ICs, IC-Defekte wie Kurzschluss nach VCC, Kurzschluss nach Masse, Bondingdrahtbruch, Kontaktfehler von Anschlussbeinen bei LSI-ICs (Beam Lead) sowie Dioden, Zenerdioden und LEDs mit voller Farberkennung. Auch der Polaritätstest von Aluminum-Elektrolytkondensatoren oder Tantalkondensatoren ist möglich. Unter Testsystemkontrolle lassen sich Tasten drücken und die Prüflinge bei erfolgreicher Prüfung markieren.
Beim Bauteiltest wird für eine ganze Reihe von heute üblichen Bauteilen bei Übernahme der Bauteilliste (BOM) das Programm automatisch erstellt. Bei gleichzeitiger automatischer Generierung von bis zu 8 Guard-Punkten pro Bauteil wird das Debugging vorgenommen. Der Fehler wird punktgenau grafisch auf dem Bildschirm angezeigt.
Kombisysteme für In-circuit- und Funktionstest

Die kombinierten Testsysteme führen in einer Adaption (Prüfadapter) den In-circuit-Test und den Funktionstest durch. Abgleichaufgaben oder Laden von Flash-RAMs oder PIC-Prozessoren sind möglich. Eine ganze Anzahl von Feldbussystemen wie CAN-Bus, LIN-Bus, Profibus etc. wie auch Boundary Scan lassen sich zum Test mit einbinden.

Das Blockschaltbild gibt eine Übersicht über die Stimulierungs- und Messeinheiten, analog und digital. Der Funktionstest wird in derselben komfortablen Oberflächentechnik programmiert wie der In-circuit-Test. Im Funktionstest werden Eingänge mit Spannungen, Strömen, Frequenzen, Pulsen und seriellen oder parallelen Logiksignalen versorgt und zeitecht die Reaktion zuerst bei Clustern und dann an den Ausgängen überprüft.
Je nach Produkt müssen Spezialstimulierungsquellen und Messeinrichtungen über COM-Bus, IEC/IEEE-Bus, GPIB-Bus, USB und Ethernet-Schnittstelle mit eingebunden werden. Über die flexiblen Programmieroberflächen lassen sich auch Geräte für Spezialaufgaben wie Hochfrequenz-Impedanzmessung, Funkgeräte-Messplatz oder Klirrfaktormessung usw. integrieren.
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