OpSec Security und TU München Studie zeigt Motive für Fälschungskauf von Elektronikprodukten im Internet auf
Produktpiraterie nimmt weltweit zu, gleichzeitig verschärft sich die Situation durch die Wirtschaftskrise. Auch die Elektronikbranche bleibt davon nicht verschont. Eine aktuelle Studie zeigt, was Verbraucher dazu bewegt, bewusst gefälschte Produkte zu kaufen.
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Die Zahl gefälschter Elektronikprodukte steigt drastisch: So hat z.B. der deutsche Zoll hat 2008 gefälschte Computer im Wert von knapp 6 Mio. € beschlagnahmt – 50% mehr als im Jahr zuvor. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs.
Was bewegt Verbraucher dazu, bewusst gefälschte Produkte zu kaufen und wann würden sie das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erwerben? Aufschluss darüber liefert eine Studie der Firma OpSec Security in Zusammenarbeit mit der TU München.
Insgesamt 84% der 454 Befragten, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, kaufen Elektronikprodukte im Internet. Darunter fallen Kleingeräte, Zubehör, Entertainmentprodukte und Großgeräte. Damit ist diese Produktgruppe beim Online-Shopping die mit Abstand beliebteste. Besonders angesagt als Shopping-Plattform ist Amazon – dort kaufen 40% der Elektronikeinkäufer ein.
Nach eigenen Angaben achten 80% der Befragten darauf, keine Elektronikfälschungen zu kaufen. Fraglich ist jedoch, ob Verbraucher Fälschungen überhaupt erkennen und ob sie nicht unbewusst häufig das Risiko eingehen, eine potenzielle Fälschung zu erstehen, weil sie sich von Schnäppchenpreisen locken lassen.
6% der Umfrageteilnehmer gaben zu, schon einmal absichtlich ein gefälschtes Produkt erworben zu haben. Lediglich die Hälfte der befragten Elektronikeinkäufer glaubt, dass von einem gefälschten Produkt Gefahren, wie zum Beispiel Brand oder Stromschlag ausgehen könnten.
Starker Preisdruck aufgrund der Preissensibilität der Verbraucher
Auf die Frage, warum Elektronikfälschungen gekauft werden, gaben knapp 90% aller Umfrageteilnehmer (inkl. der Elektronik-Nichtkäufer) an, dass die Originalprodukte zu teuer seien. Diese Preissensibilität – insbesondere während der momentanen Wirtschaftskrise – führt dazu, dass sich der Druck auf seriöse Anbieter erhöht, da sie sich gegenüber Fälschern und Grauimporteuren behaupten müssen. „Gerade der Preiskampf im Elektronikbereich ist im Internet äußerst hoch, da es hier sehr viele Schnäppchenjäger gibt“, sagt Vera Mund, Social Content Specialist bei OpSec Security.
Neben dem Preis spielen aber auch psychologische Faktoren, wie zum Beispiel Prestige oder Gruppenzwang eine wichtige Rolle beim Kauf von Fälschungen. Alarmierend für Markenhersteller ist, dass 39% der Befragten als möglichen Grund für den Kauf von Fälschungen angaben, dass sowohl die Fälschung als auch das Original oftmals in den gleichen Fabriken in China hergestellt würden – somit sei ja egal, was man kauft.
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