OpSec Security und TU München

Studie zeigt Motive für Fälschungskauf von Elektronikprodukten im Internet auf

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Trend zu teuren Fälschungen – hohe Risikobereitschaft

Die Mitarbeiter von OpSec stellen bei ihrer Arbeit regelmäßig fest, dass Fälschungen heutzutage nicht mehr an ihrem günstigen Preis zu erkennen sind. Der Trend geht vielmehr zu teuren, sehr gut gemachten Fälschungen. Dies bestätigt die Studie.

So hätten in einem Test während der Umfrage knapp 30% aller 454 Befragten einen iPod (Originalpreis: 149€) zu einem Preis von 90 bis 130€ in einem dubiosen asiatischen Online-Shop gekauft. Dass es sich dabei um eine Fälschung handelt, wussten sie zwar nicht, aber aufgrund des unseriös erscheinenden Anbieters, lag der Verdacht nahe.

„Dieses Ergebnis zeigt entweder, dass Verbraucher bereits bei einer geringfügigen Differenz zum Originalpreis das Risiko billigend in Kauf nehmen würden, ein gefälschtes Produkt zu erwerben, oder aber, dass die meisten eine Fälschung nicht erkennen und daher bei so einem relativ hohen Preis vermutlich davon ausgehen bzw. hoffen, dass es sich um ein Original handelt“, so Vera Mund.

Auffällig ist, dass 67% der Teilnehmer, die zugaben, schon einmal absichtlich gefälschte Elektronikware im Internet gekauft zu haben, den iPod im Test als Fälschung erkannt haben – das heißt, dass Fälschungskäufer häufig auch Fälschungserkenner sind.

Gesetzesstrafen haben kaum abschreckende Wirkung

Die Studie zeigt, dass Unternehmen neben den finanziellen Einbußen durch Produktpiraterie mit weiteren Problemen zu kämpfen haben. Diese liegen in der Einstellung der Verbraucher zum Kauf von Fälschungen begründet. So denken 60% der Befragten, die schon einmal absichtlich eine Fälschung erstanden haben, dies sei strafbar – was sie nicht vom Kauf abschreckte.

Unternehmen können sich also nicht darauf verlassen, dass eine Verbesserung der Gesetzeslage die Schäden durch Marken- und Produktpiraterie einschränken würde. Daher sei es wichtig, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst aktiv werden und gegen den Handel mit Fälschungen vorgehen.

Angaben zur Studie

Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage von OpSec Security in Kooperation mit der TU München unter 454 Teilnehmern, die mindestens einmal in sechs Monaten im Internet einkaufen. Abgefragt wurden das allgemeine Kaufverhalten, die Einschätzung des Risikos, das von gefälschten Produkten ausgeht, und mögliche Motive/Gründe, die Verbraucher zum Kauf von Fälschungen veranlassen. Dabei wurden die Branchen Elektronik, Kleidung, Spielwaren und Pharma untersucht.

Das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 27 Jahren, 67% der Befragten sind männlich, 33% weiblich. Zur Hypothesenaufstellung wurde zuvor eine qualitative Fokusgruppenbefragung durchgeführt.

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