F&E- und Projektmanagement Studie zeigt erhebliche Optimierungspotenziale in Unternehmen
Marktflops verursachen vermeidbare Fehlinvestitionen und Entwicklungskosten. Im Rahmen der Wirtschaftskrise gerät so nicht nur das Unternehmensergebnis unter Druck, auch die richtige Ressourcenallokation für ein profitables Zukunftsgeschäft wird gefährdet.
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Doch wie können Effektivität und Effizienz im Forschungs- und Entwicklungsmanagement (F&E) sowie im kaufmännischen Projektmanagement kostenseitig optimiert werden? Die Antwort liefert eine aktuelle Studie der Münchner Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner GmbH (W&P): Nur wenn Unternehmen ihr F&E- und Projektmanagement verzahnen und das Innovationsmanagement zur Chefsache gemacht wird, können sie adäquat auf den zunehmenden Innovationsdruck bei immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen reagieren.
Die Studie zeigt auch, dass sowohl Konzerne als auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in diesem Bereich erhebliche Optimierungspotenziale ungenutzt lassen.
„In der momentanen wirtschaftlichen Situation kann sich niemand finanzielle Experimente leisten – völlig unabhängig von der Unternehmensgröße“, so Dr. Christoph Zernott, Geschäftsbereichsleiter Operations bei W&P und Initiator der Studie. „Die Effektivität in Projektselektion und -steuerung muss in Hinblick auf das Zukunftsgeschäft dringend verbessert werden – denn gerade die Bereiche Forschung und Entwicklung bleiben bei Optimierungsmaßnahmen oft außen vor.“
F&E- und kaufmännisches Projektmanagement verzahnen
Die Empfehlung des Experten: Eine straffe Projektorganisation mit perfektem Zusammenspiel zwischen Linien- und Projektorganisation sowie eine saubere Verzahnung von F&E- und kaufmännischem Projektmanagement sollten auf der Agenda für die weitere Unternehmensentwicklung ganz oben stehen.
Bei der Befragung von knapp 70 Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automationstechnik und Automotive wurden kleine (26%) und mittelständische Unternehmen (48%) sowie Konzerne (26%) hinsichtlich ihres strategischen F&E Management und ihrer operativen Projektumsetzung befragt.
Erhebliche Defizite bei KMUs als auch Konzernen
Dabei zeigte sich: Auch wenn strategisches F&E-Management und operative Projektumsetzung die erfolgsentscheidende Grundlage für zukünftige Innovationen bilden, weisen sowohl KMU als auch Konzerne erhebliche Defizite in beiden „Bausteinen“ auf. Lediglich 11 Unternehmen können einen integrierten Ansatz beider Abläufe unabhängig von der Unternehmensgröße vorweisen.
Konzerne verfügen in der Regel über ein strategisches F&E-Management zur Identifikation und Selektion von technisch realisierbaren Innovationen. Dies führt zwar zu einer höheren Projektabbruchquote vor der Markteinführung – allein 12% scheitern an der technischen Realisierbarkeit. Insgesamt aber fällt die „Flop-Quote“ nach der Markteinführung mit 9% deutlich niedriger aus als die der KMU mit 14%, die das F&E Management weniger strategisch angehen und oft situativ „nach Bauchgefühl“ entscheiden.
KMUs setzen stärker auf erfolgsentscheidende Verknüpfung
Bei der erfolgsentscheidenden Verknüpfung von Innovationsstrategie und Unternehmenszielen haben KMU die Nase vorn: Bei rund 62% der mittelständischen Unternehmen deckt sich die Priorisierung der F&E-Projekte mit der strategischen Unternehmensausrichtung, da die Geschäftsführung tendenziell stärker in das Innovationsmanagement eingebunden ist. In Konzernen ist dies nur bei 43% der Befragten der Fall.
Der Vergleich erfolgreicher und weniger erfolgreicher Unternehmen zeigt, wie wichtig dieser Gleichschritt hinsichtlich der Schlagkraft von Innovationen ist: Erfolgreiche Unternehmen wenden das Gestaltungsprinzip bereits zu 67% an, bei den weniger erfolgreichen lediglich knapp die Hälfte.
Hohe Abweichungen im Ressourcenbedarf
Weiteres Ergebnis: Vor allem Konzerne weisen im operativen, kaufmännischen Projektmanagement eine hohe Abweichung im Ressourcenbedarf auf, da sie zeitlich kritische Projekte durch eine höhere Kapazitätsflexibilität kompensieren (58%). Dabei ist gerade die Ressourcenplanung ein Erfolgsgarant in der Projektplanung – denn die Top-Unternehmen halten bei mehr als der Hälfte der Projekte die geplanten Budgets ein. Mittelständler hingegen haben zwar geringere Schwankungen im Ressourcenbedarf, gefährden aber dabei oft eine adäquate time-to-market (62%).
Systematische Wettbewerbsbeobachtung findet kaum statt
Die Beobachtung des Wettbewerbsumfelds sollte für die Unternehmen zudem ganz oben auf der Agenda stehen: „Erstaunlicherweise beschäftigt sich keines der befragten Unternehmen mit einer direkten, systematischen Wettbewerbsbeobachtung“, so Dr. Zernott. „Durch eine Orientierung an der Konkurrenz können jedoch Fehleinschätzungen zum Marktpotenzial von Neuproduktentwicklungen reduziert, strategische Lücken im Wettbewerb besser aufgedeckt und damit die Risiken von Fehlplanungen in den F&E-Budgets vermieden werden.“
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