Alleskönner auf RISC-V-Basis Startup vereint CPU, GPU, DSP und FPGA in einer Chip-Architektur

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Das Düsseldorfer Startup Ubitium hat einen universellen RISC-V-Prozessor angekündigt, der alle denkbaren Rechenlasten auf einem einzigen Chip vereinen soll, um spezialisierte Chips unnötig zu machen. Mit diesem Versprechen hat das fünf Monate alte Startup in einer Finanzierungsrunde 3,7 Mrd. US-$ Startkapital von Investoren eingefahren.

Eine Workloadunabhängige Prozessorarchitektur, die alles kann – und den Einsatz spezialisierter Chips wie GPU, FPGA oder DSP unnötig macht. Nichts geringeres verspricht der angekündigte „Universalprozessor“ des Düsseldorfer Startups Ubitium.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine Workloadunabhängige Prozessorarchitektur, die alles kann – und den Einsatz spezialisierter Chips wie GPU, FPGA oder DSP unnötig macht. Nichts geringeres verspricht der angekündigte „Universalprozessor“ des Düsseldorfer Startups Ubitium.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Versprechen, mit dem Ubitium seinen RISC-V-Chip ankündigt, klingt geradezu revolutionär: „Die 500-Milliarden-Dollar-Prozessorindustrie ist auf restriktiven Grenzen zwischen Rechenaufgaben aufgebaut“, sagt Hyun Shin Cho, CEO von Ubitium. „Wir heben diese Grenzen auf. Unser Universalprozessor kann alles - CPU, GPU, DSP, FPGA - in einem Chip, einer Architektur.“

Mit diesem Versprechen hat das fünf Monate alte Düsseldorfer Startup Ubitium gerade eine Finanzierungsrunde mit einem eingespielten Gesamtkapital von 3,7 Mrd. US-$ abgeschlossen. Führende Investorengruppen sind hierbei Runa Capital, Inflection und der KBC Focus Fund.

Ein Universalprozessor mit arbeitslastunabhängiger Mikroarchitektur

Die Gründer von Ubitium sind langjährige Veteranen der Halbleiterindustrie. CTO Martin Vorbach, der laut Unternehmensangaben „über 200 Halbleiterpatente hält, die von großen US-Chipunternehmen lizenziert wurden“, soll bereits seit 15 Jahren an der Entwicklung einer solchen bahnbrechenden, rekonfigurierbaren Computing-Technologie gearbeitet haben. Auf Basis seiner Forschungen sei es ihm gelungen, eine arbeitslastunabhängige Mikroarchitektur zu entwickeln, die es ermöglicht, dieselben Transistoren für verschiedene Verarbeitungsaufgaben wiederzuverwenden. Der Bedarf an mehreren spezialisierten Kernen für bestimmte Aufgaben – etwa paralleles Computing oder Signalprozessoren – könne somit entfallen. Davon würden natürlich insbesondere besonders rechenintensive Anwendungen wie künstliche Intelligenz profitieren. Vorbach ist ein Absolvent des Karlsruhe Institut fr Technologie (KIT) und war in der Vergangenheit unter anderem als CTO der PACT XPP Technologies AG und der kalifornischen Hyperion-Core Inc. aktiv.

Mitgründer und CEO von Ubitium ist Hyun Shin Cho, der von 2003 bis 2008 ebenfalls am KIT studierte. Der gebürtige Südkoreaner bekleidete zahlreiche Positionen bei Thyssen Krupp, zuletzt als Head of Digital Transformation in der Aufzugssparte TK Elevator. Vervollständigt wird das Gründungstrio durch den Vorsitzenden Peter Weber, der mit Stationen bei Intel, Texas Instruments und Dialog Semiconductor auf langjährige Erfahrung bei führenden Halbleiterunternehmen zurückblickt,

„Viel zu lange haben wir akzeptiert, dass intelligente Geräte komplex sein müssen“, sagt Hyun Shin Cho. „Mehrere Prozessoren oder Prozessorkerne, mehrere Entwicklungsteams, endlose Integrationsherausforderungen - heute ist das anders.“ Der RISC-V-basierte „Universalprozessor“ verspricht arbeitslastunabhängige und KI-fähige Rechenfunktionen für Edge-Geräte mit einem einzigen Prozessor. Das Wort „System-on-Chip“ findet in der entsprechenden Ankündigung keine Erwähnung; Es soll wie betont wird ein einzelner, workloadunabhängiger Prozessor auf Basis von RISC-V sein. Das böte eine drastische Reduzierung der Kosten: Zusätzlicher Hardware-und Entwicklungsaufwand, der in KI-lastigen Anwendungen durch das Hinzufügen von spezialisierten Recheneinheiten für extremes paralleles Computing wie GPUs, DSPs oder FPGAs entsteht, könne entfallen.

Ein neuer Standard ohne spezialisierte Chips?

Die Technologie von Ubitium zielt zunächst auf Embedded Systems und Robotik ab. Durch die Vereinfachung von Systemarchitekturen und die Senkung der Kosten soll der geplante Universalprozessor aber letztendlich fortschrittliche Rechenkapazitäten für alle Branchen zugänglich machen, ohne dass spezielle Hardware für jede Anwendung erforderlich wäre Ubitium plant die Entwicklung eines vollständigen Portfolios an Chips auf Basis derselben Mikroarchitektur und mit einem vereinheitlichten Software-Stack, die sich je nach Komplexität der Anwendung in ihrer Array-Größe unterscheiden. dieser Ansatz soll es Kunden ermöglichen, ihre Anwendungen je nach bedarf ab- oder aufzuskalieren, ohne dabei den Entwicklungsprozess ändern zu müssen. Das RISC-V-basierte, Workload-agnostische Design wiederum stelle sicher, dass sich der Prozessor an jede Aufgabe ohne zusätzliche Hardware-Modifikationen oder Integration heterogener IP-Cores anpassen kann.

Ziel des Unternehmens ist nichts Geringeres, als seinen Universalprozessor als neuen Standard zu etablieren. Man wolle hiermit die Kosten- und Komplexitätsbarrieren durchbrechen, die „den Einsatz von fortschrittlichen Rechen- und KI-Funktionen in verschiedenen Branchen eingeschränkt“ haben. „Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der jedes Gerät autonom arbeitet, intelligente Entscheidungen in Echtzeit trifft und die Art und Weise, wie wir mit Technologie interagieren, verändert“, fügt Hyun Shin Cho hinzu.

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