Universal Processing Array Startup meldet Tape-out des ersten „universellen“ Prozessors

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

Das Düsseldorfer Start-up Ubitium hat den Tape-out seines ersten Prozessors auf Samsungs 8-nm-Prozess abgeschlossen. Der Chip soll Embedded-, Signalverarbeitungs- und KI-Aufgaben auf einer Architektur zusammenführen. Möglich macht dies Verschaltung der einzelnen Rechenelemente, die sich nach Bedarf dynamisch verändern lasse – sogar im laufenden Betrieb.

Ein universeller Prozessor, drei unterschiedliche Laufzeitmodi: Je nach Notwendigkeit und Anforderung soll sich die Verschaltung der Prozessoreinheiten des Ubitium-Prozessors dynamisch anpassen lassen, selbst im laufenden Betrieb. (Bild:  Ubitium)
Ein universeller Prozessor, drei unterschiedliche Laufzeitmodi: Je nach Notwendigkeit und Anforderung soll sich die Verschaltung der Prozessoreinheiten des Ubitium-Prozessors dynamisch anpassen lassen, selbst im laufenden Betrieb.
(Bild: Ubitium)

Das Startup Ubitium, dass im Herbst 2024 erstmals mit dem Versprechen eines „Universalprozessors“ auf sich aufmerksam gemacht hat, hat den Tape-out seines ersten Prozessors bekannt gegeben. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Schritt bereits im Dezember 2025 abgeschlossen, hat die Meldung aber erst jetzt (9. März 2026) herausgegeben. Gefertigt werden soll der Chip bei Samsung Foundry im 8-nm-Prozess.

Der Prozessor ist als universelle RISC-V-Architektur für Embedded-Systeme konzipiert. Ubitium adressiert damit Anwendungen, in denen bisher unterschiedliche spezialisierte Prozessoren nebeneinander eingesetzt werden, etwa in Fahrzeugen, Industrieanlagen, Robotik, Drohnen und Konsumelektronik.

Ein Ansatz für heterogene Embedded-Workloads

Nach Darstellung des Unternehmens soll der Chip allgemeine Rechenaufgaben, Echtzeit-Signalverarbeitung und KI-Inferenz auf einem Die ausführen können. Genannt werden unter anderem Linux- und RTOS-Unterstützung, Echtzeitverarbeitung von Radar- und Audiosignalen sowie die Ausführung neuronaler Netze am Edge.

Kern des Designs ist ein sogenanntes Universal Processing Array mit 256 Elementen, das seine Ausführungsmodi dynamisch anpassen kann, selbst in laufendem Betrieb. Das ermögliche es dem Prozessor, verschiedene bislang getrennte Funktionen in einer homogenen Architektur zusammenzuführen und Datenübertragungen zwischen separaten Recheneinheiten zu vermeiden.

Laut Unternehmen bleibt dabei die Kompatibilität zu RISC-V-Software und Standard-Toolchains erhalten. Proprietäre Sprachen oder spezielle Compiler sollen nicht erforderlich sein.

Validierung der Basisarchitektur

Mit dem Tape-out werden laut Ubitium zunächst die grundlegenden Architekturkomponenten validiert. Dazu zählen insbesondere das Processing Array mit Laufzeit-Rekonfiguration sowie die LPDDR5-Speicherschnittstelle.

Am Projekt beteiligt sind neben Samsung Foundry auch Siemens Digital Industries Software und ADTechnology. Siemens verweist auf den Einsatz hardwaregestützter Verifikation, ADTechnology auf die Backend-Implementierung für den Tape-out im 8-nm-Prozess.

Ubitium plant nach eigenen Angaben noch einen zweiten Tape-out im Laufe des Jahres 2026. Die Volumenproduktion ist für 2027 vorgesehen. Das Unternehmen positioniert den Prozessor als Beitrag zur Konsolidierung von Hardware- und Software-Stacks in Embedded-Systemen. (sg)

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