Kfz-Bussysteme Stand der Technik und Trends beim standardisierten Automobilnetzwerk FlexRay

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Immer mehr Systeme im Auto müssen immer schneller und vor allem zuverlässig miteinander kommunizieren. Gefragt sind da leistungsfähige Netzwerktechnologien – und zwar am besten Standards wie FlexRay. Über den Stand der Technik und Trends unterhielten wir uns mit Rob Hoeben, Marketing Manager FlexRay bei NXP Semiconductors in Einhoven.

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ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Hoeben, FlexRay gibt es nun schon etliche Jahre und NXP mischt bei diesem Thema munter mit – wie kam es dazu?

Rob Hoeben: FlexRay entstand Ende der 90er Jahre, als klar wurde, dass vorhandene Netzwerktechnologien wie CAN zukünftigen Anforderungen an In-Vehicle-Networking nicht gewachsen sein würden. Eine Reihe von Herstellern schlossen sich zu einem Konsortium zusammen, um FlexRay als Standard für High-Speed-Kommunikationsnetzwerke in Fahrzeugen zu etablieren. NXP hatte schon damals eine führende Rolle bei der Entwicklung von CAN- und LIN-Transceivern, sodass es als einer der Hauptpartner in das FlexRay-Konsortium aufgenommen wurde und dort die Verantwortung für die Entwicklung der physikalischen Ebene des Netzwerks übernahm.

Welche Rolle hat NXP innerhalb des FlexRay-Konsortiums?

Die Entwicklung des neuen FlexRay-Standards nahm mehrere Jahre in Anspruch und resultierte in verschiedenen Zwischenversionen. NXP leitet bis heute die Physical Layer Working Group und überwacht als Mitglied des Steering Committee die Fortschritte des Konsortiums. Von uns stammt auch die erste Hardwarelösung: der NXP FlexRay-Transceiver TJA1080, mit dem andere Mitglieder des Konsortiums Systemstudien zu FlexRay-Anwendungen erstellen konnten.

Welches sind für Sie die wichtigsten Schritte bei der Fortentwicklung des Standards?

Ein wichtiger Meilenstein wurde Ende 2006 erreicht, als das erste mit FlexRay-Netzwerktechnologie ausgestattete Fahrzeug in die Serienfertigung ging: Der BMW X5. In diesem Fahrzeug kommt unser TJA1080 für die aktive Steuerung der Stoßdämpfer zum Einsatz. FlexRay hat damit den Schritt von der reinen Entwicklungsphase zum praktischen Einsatz in Serienfahrzeugen auf der Straße vollzogen.

Was ist das Besondere am TJA1080?

(Archiv: Vogel Business Media)

Als weltweit erster Siliziumchip für die physikalische FlexRay-Schicht hat der TJA1080 exemplarisch die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der FlexRay-Technologie gezeigt. Als grundlegende Komponente sorgt er für den Betrieb neuer und erweiterter Kommunikationssysteme in den Fahrzeugen von heute und morgen. Dabei bietet der Chip ein umfassendes Set an Funktionen, eine exzellente EMV-Leistung sowie einen außerordentlichen ESD-Schutz.

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