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Voneinander lernen lautet die Devise

Deshalb glaubt Stelzer, dass sich die Mitarbeiter von TQ und SRI schon bald als ein Team verstehen werden. Zudem können beide voneinander lernen. „Wir haben schon richtig viel dazugelernt“, sagt der SRI-Geschäftsführer. „Wir haben in der Vergangenheit oft zu lange gebraucht, um ein Angebot beim Kunden abzugeben. Wir haben bei uns die Struktur im Vertrieb umgebaut und Kundencenter aufgebaut, wie sie TQ hat, damit wir uns sofort auf den Kunden fokussieren können.“
Auf der anderen Seite verfügt SRI über hohe Kompetenz beim Thema der schlanken Fertigung. Bereits 2001 wurde durch Siemens und Berater von McKinsey das Konzept der Lean-Fertigung in Durach eingeführt. Zwischenzeitlich hatte SRI sogar eine Consulting-Tochter, die dieses Prozesswissen nach außen hin vermarktete. Diese Tochterfirma wurde zwar mittlerweile geschlossen. Immerhin konnte SRI jedoch einige der Consulting-Mitarbeiter halten, die nach wie vor die Prozesse analysieren und ihr Wissen als Projektleiter weitertragen.
Kompetenz im Funkbereich bleibt Trumpf für die Zukunft
Ein wichtiges Pfund, mit dem SRI auch unter der Obhut von TQ wuchern kann, ist die technische Kompetenz im Funk- und Kommunikationsbereich. So hat SRI ein Wireless-HD-Video-Interface entwickelt, mit dem HD-Videodaten drahtlos übermittelt werden können. Das Interesse für dieses Produkt ist unter anderem im Medizinbereich groß, da Videokabel in Operationssälen ein Keimrisiko bergen.
Aber auch in anderen Anwendungsbereichen nimmt das Interesse an der drahtlosen Videoübertragung zu. „Gerade HDMI-Verkabelungen sind sehr teuer und werden immer mehr ersetzt“, weiß Geschäftsführer Manuel Stelzer. So gibt es derzeit erste Gespräche mit Automobilherstellern, die die Kabelstrecke von der Rückfahrkamera in das Cockpit durch Funk ersetzen wollen – sowohl im LKW- als auch im PKW-Bereich.
Darüber hinaus war SRI zuletzt in der Lage, seine Funkkompetenz bei einem Projekt einzubringen, in dem es auf schnelle und preiswerte Fertigung ankam: So baute das Unternehmen im vergangenen Jahr zum Weihnachtsgeschäft die Elektronik für die kabellosen Steuereinheiten einer Spielzeug-Autorennbahn. „Das war ein toller Auftrag. Und es macht Spaß, wenn man innerhalb kürzester Zeit eine fertige Idee beim Kunden umsetzen kann“, so Stelzer.
Für die Zukunft hat der SRI-Chef die Vision, wieder zu wachsen und spätestens in fünf Jahren wieder einen Umsatz von 200 Millionen Euro zu erreichen. Zudem will man künftig mehr eigenentwickelte Produkte auf den Markt bringen.
Ob das unter dem Namen SRI oder unter TQ geschehen wird, das ist laut Stelzer noch nicht entschieden. „Es gibt Vorteile für das eine wie für das andere. Wir sind noch in der Findungsphase.“
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