Spannungsabfall-Kompensation

Spannungsregelung über beliebig lange Leitungsverbindungen

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Kompensation von Leitungs-Spannungsabfällen bei einem Buck-Regler

Bild 2. Beispiel für die Spannungsregelung an einem entfernten Verbraucher mit hoher Stromaufnahme. Ein 3,3 V/5 A Buck-Regler ist hier mit dem Cable/Wire Compensator LT6110 kombiniert.(Bild:  Linear Technology)
Bild 2. Beispiel für die Spannungsregelung an einem entfernten Verbraucher mit hoher Stromaufnahme. Ein 3,3 V/5 A Buck-Regler ist hier mit dem Cable/Wire Compensator LT6110 kombiniert.
(Bild: Linear Technology)

Bild 2 zeigt ein komplettes System zur Spannungsabfall-Kompensation an einer Leitung. Es besteht aus einem 3,3 V/5 A Buck-Regler und einem LT6110. Letzterer regelt die Spannung an dem entfernten Verbraucher, der über ein gut 6 m langes Kabel der Stärke 18 AWG (0,823 mm²) angeschlossen ist. Aufgrund des 5 A betragenden Ausgangsstroms des Buck-Reglers wird ein externer Messwiderstand benötigt.

Der maximale Laststrom ILOAD von 5 A bewirkt bei 140 mΩ Leitungswiderstand und einem RSENSE von 25 mΩ einen Spannungsabfall von 825 mV. Zur Regelung der am Verbraucher ankommenden Spannung VLOAD für 0 ≤ ILOAD ≤ 5 A muss das Produkt aus IIOUT und RFA gleich 825 mV sein. Es bestehen zwei Designoptionen: man kann entweder IIOUT festlegen und daraufhin den Widerstand RFA berechnen oder die Rückführwiderstände des Reglers für einen sehr geringen Strom berechnen und anschließend den Widerstand RIN für den gewünschten IIOUT-Wert berechnen.

Im Normalfall wird IIOUT auf 100 µA eingestellt (der Fehler von IIOUT beträgt ±1 % zwischen 30 µA und 300 µA). In Bild 2 beträgt die Stromstärke im Rückführweg 6 µA (VFB/200 kΩ). Der Widerstand RFA hat einen Wert von 10 kΩ, und der Widerstand RIN muss so berechnet werden, dass IIOUT · RFA genau 825 mV ergibt (siehe Formel 1).

Formel 1(Quelle:  Linear Technology)
Formel 1
(Quelle: Linear Technology)

Ohne Kompensation des Spannungsabfalls an der Leitung beträgt die maximale Änderung der am Verbraucher liegenden Spannung (ΔVLOAD) 700 mV, nämlich 5 A · 140 mΩ, was bei 3,3 V Ausgangsspannung einem Fehler von 21,2 % entspricht. Der LT6110 reduziert ΔVLOAD auf nur 50 mV bei 25 °C, was einem Fehler von nur mehr 1,5 % entspricht. Die Lastregelung verbessert sich somit um eine ganze Größenordnung.

Präzise Lastregelung

Für eine moderate Verbesserung der Lastregelung mit dem LT6110 bedarf es keiner exakten Abschätzung des Leitungswiderstands RWIRE. Der Lastregelungsfehler ist das Produkt zweier Fehler, nämlich des Fehlers infolge des Leitungswiderstands und des Fehlers, der durch die Kompensationsschaltung des LT6110 entsteht. In der Schaltung aus Bild 2 sorgt der LT6110 selbst bei einem Fehler von 25 % bei der Berechnung von RSENSE und RWIRE dafür, dass sich der VLOAD-Fehler auf 6,25 % verringert.

Für eine präzise Lastregelung ist es jedoch notwendig, den Widerstand zwischen Stromquelle und Verbraucher exakt abzuschätzen. Werden RWIRE und RSENSE sowie die Widerstände der Leitungs-Steckverbinder und Leiterbahnen, die in Reihe mit der Leitung liegen, präzise geschätzt, kann der LT6110 einen weiten Bereich von Spannungsabfällen mit hoher Genauigkeit kompensieren.

Mit dem LT6110 ist es bei exakter Abschätzung von RWIRE und bei Verwendung eines Präzisions-Messwiderstands möglich, den ΔVLOAD-Kompensationsfehler so weit zu reduzieren, dass er über beliebig lange Leitungen dem Spannungsfehler des Reglers entspricht.

Fazit

Der Cable/Wire Voltage Drop Compensator LT6110 verbessert die Spannungsregelung an einem entfernten Verbraucher, wenn die Regelung durch hohe Stromstärken, große Leitungslängen und hohe Widerstände gravierend beeinträchtigt würde. Eine präzise Regelung ist auch ohne zusätzliche Messleitungen, Kelvin-Widerstände, größere Leiterquerschnitte oder Point-of-Load-Regler, die als Nachteile anderer Lösungen anzuführen sind, möglich. Kompensator-Lösungen kommen stattdessen mit wenig Platz aus und minimieren die Designkomplexität und die Bauelementekosten.

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