Photovoltaik Solarkrise: Wechselrichter-Hersteller Fronius muss Stellen streichen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Photovoltaikanlagen tragen ihren Teil zur Energiewende bei, allerdings ist der Zubau ins Stocken geraten. Deswegen muss der österreichische Hersteller Fronius 350 Stellen streichen, vornehmlich am Standort Sattledt. Mit Grund für die Solarkrise sind stark subventionierte PV-Produkte aus China, die zu Dumpingpreisen verkauft werden.

Fronius investierte massiv in zusätzliche Produktionslinien und neue Arbeitsplätze. Die Norderweiterung des Fronius Produktionswerks im österreichischen Sattledt befand sich Anfang 2023 bereits in Betrieb. Inzwischen wurde ein innerbetriebliches Teilzeitmodell eingeführt, um Personalkosten zu senken.(Bild:  Fronius)
Fronius investierte massiv in zusätzliche Produktionslinien und neue Arbeitsplätze. Die Norderweiterung des Fronius Produktionswerks im österreichischen Sattledt befand sich Anfang 2023 bereits in Betrieb. Inzwischen wurde ein innerbetriebliches Teilzeitmodell eingeführt, um Personalkosten zu senken.
(Bild: Fronius)

Die Photovoltaikbranche, einst ein strahlendes Beispiel für Innovationsleistung und einen bahnbrechenden Geschäftserfolg, krankt bereits seit einigen Jahren in Europa an vielfältigen Problemen. Insbesondere hat die Wettbewerbsfähigkeit darunter gelitten, dass Produktions- und andere Kostenvorteile aus asiatischen Ländern wie China wesentlich geringere Preise für importierte PV-Produkte erlauben, als für die Waren heimischer Hersteller. Dazu mangelt es vielen Herstellern der Solarbranche an Unterstützung durch Regierungen und inzwischen tritt auch ein Problem damit auf, mit dem technologischen Fortschritt mitzukommen.

Nachdem Deutschland einem großen Subventionsprogramm für die Solarbranche die Rote Karte gezeigt hat, mehren sich die Nachrichten von Unternehmen, die aus dieser Entwicklung Konsequenzen ziehen müssen. Meyer Burger hat beschlossen, den Standort in Freiberg zu schließen und sich auf das Neugeschäft in den USA zu konzentrieren. Solarwatt verlegt die Modulproduktion von Dresden nach China. Und nun kündet der österreichische Wechselrichter-Hersteller Fronius davon, dass 350 Stellen gestrichen werden müssen.

Stellenstreichungen und Teilzeit

Diese Entscheidung wurde von der Geschäftsführung getroffen, weil die Absatzzahlen für PV-Produkte aufgrund gesunkener Energiekosten und Unsicherheiten bei der Förderung in Österreich in den ersten zwei Quartalen 2024 30 bis 40 Prozent unter Vorjahr lagen; in Deutschland soll sich der Zubau halbiert haben (via pv-magazine). Die Lager der Händler seien voll und entsprechend kommen bei Fronius weniger Bestellungen herein.

Nachdem das Unternehmen in den Jahren 2022 und 2023 ordentlich investiert hatte, um die Nachfrage nach PV-Produkten decken zu können, sieht es inzwischen weniger rosig aus. Bereits zum Jahreswechsel trennte man sich von Leiharbeitern und rund 1.300 der Beschäftigte der Photovoltaik-Fertigung wurden in innerbetriebliche Kurzarbeit geschickt. Jetzt kommen noch 350 Stellenstreichungen dazu, die wohl vornehmlich am österreichischen Standort Sattledt vorgenommen werden.

„Dumpingpreise von Herstellern aus China, die den europäischen Markt mit Produkten teilweise unter Herstellungskosten überschwemmt haben“ werden mit als Grund für die Schieflage genannt. Ausbleibende Reaktionen der EU-Politik, um den Wettbewerbsnachteil abzufedern, seien ausgeblieben, weshalb es nun zum Stellenabbau gekommen ist. (sb)

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