Verbund IQ Softwareingenieure sind gefragt wie nie

Redakteur: Jan Vollmuth

Trotz Wirtschaftskrise und Auftragsrückgang beurteilen Experten die Jobperspektiven für Softwareentwickler als besonders gut. Denn die Lücke von Spezialisten dieser Art ist zwar aufgrund des Abschwungs etwas kleiner geworden, ausreichend Fachkräfte aber gibt es auf dem Markt bei weitem nicht.

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Von der Krise profitieren daher diejenigen, die jetzt entsprechende Weiterbildungsangebote wahrnehmen und dann beim Aufschwung mit ihrem Know-how zur Verfügung stehen. Darauf weist die gemeinnützige Gesellschaft Verbund IQ hin, die im Herbst zum vierten Mal den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Software Engineering und Informationstechnik“ in Kooperation mit der Georg-Simon-Ohm-Fach-hochschule Nürnberg anbietet (Beginn: 28. Oktober).

Am Arbeitsmarkt der Ingenieure für Informationstechnik hat sich die Wirtschaftskrise nach Darstellung des Industrieverbands VDE noch nicht negativ bemerkbar gemacht. Im Gegenteil: Trotz Wirtschaftsflaute fehlen hierzulande laut Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) aktuell annähernd 15.000 Ingenieure aus dem IT-Sektor.

Die Zahl wird eher steigen. Denn nach einer aktuellen Repräsentativumfrage des IW unter deutschen Unternehmen will der Großteil der Firmen die Zahl der Ingenieure konstant halten bzw. aufstocken.

Großer Bedarf an Software-Entwicklern

Einen großen Bedarf sehen Experten wie Dr. Stephan Weyhe, Geschäftsführer des Fachverbands Elektronik Design, bei Softwareentwicklern. Denn in der Informationstechnik werden zunehmend sogenannte „Embedded“-Systeme (Lösungen aus Hard- und Software) eingesetzt.

„Ingenieure aus dem IT-Bereich sind nach wie vor gesucht“, sagt Dr. Sonja Dulitz vom Industrieverband ZVEI, da trotz Auftragsrückgang ein Wachstum in der Branche zu verzeichnen sei. ABB Deutschland z.B. sucht derzeit rund 200 Mitarbeiter, die meisten davon aus dem IT-Sektor.

Der Kampf um die besten Talente hat längst begonnen. So meldet das Online-Stellenportal StepStone, dass mittlerweile bereits fast jedes dritte Unternehmen Fachkräfte abwerben will – vor einem Jahr war es erst jedes fünfte Unternehmen.

Mittelstand ist schlecht gerüstet

„Für den nächsten Aufschwung sind Unternehmen, vor allem der Mittelstand, schlecht gerüstet“, warnt die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Der Grund: Die Absolventenzahlen an Softwareentwicklern und -architekten reichen nicht einmal, um die Zahl der in Rente gehenden Ingenieure wettmachen zu können. Wenn trotz Rezession nicht in den Nachwuchs investiert werde, so Acatech, werde sich der Mangel an Fachkräften bei einem konjunkturellen Aufschwung umso dramatischer auswirken.

Stärker fundierte Ausbildung im Bereich Software Engineering

Prof. Dieter Rombach vom Fraunhofer-Institut fordert daher eine stärkere fundierte Ausbildung im Bereich des Software Engineering, weil hier die größten Lücken zu verzeichnen seien. Dies unterstreicht auch der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der Dekra-Akademie, demzufolge Softwareentwickler die besten Chancen am IT-Arbeitsmarkt haben (noch vor den SAP-Spezialisten).

Nach Meinung von Prof. Dr. Barbara Paech, Sprecherin des Fachbereichs Softwaretechnik der Gesellschaft für Informatik, haben Hochschulabsolventen gerade dann sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, „wenn sie eine Weiterqualifizierung im Bereich Software Engineering absolviert haben“.

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