Der ZVEI hat im zum Internationalen Tag des Elektroschrotts eine Umfrage durchgeführt. Ein Viertel der befragten Nutzer von Mobiltelefonen entsorgt seine Altgeräte nicht. Neben Unwissenheit ist auch eine Sorge um die auf dem Gerät gespeicherten Daten ein Grund für das Horten.
Die meisten Menschen wissen, wie sie Elektroschrott richtig entsorgen. Jedoch hortet mehr als Viertel der Nutzer alte Mobiltelefone.
Der Verband der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat im Rahmen des internationalen E-Waste-Day eine Verbraucherumfrage unter 1.500 Teilnehmern zu ausgedienten Mobiltelefonen und anderem Elektroschrott gestartet. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn geschätzt lagern pro Person bis zu fünf Kilogramm Elektroschrott im Haushalt.
Wird ein neues Mobiltelefon gekauft, verschwindet gut ein Viertel der bisher genutzten Geräte im Schrank oder im Keller. Umgerechnet sind das 400 Mobiltelefone, die ungenutzt zuhause schlummern – allein bei den rund 1.500 Umfrageteilnehmern. Hinzu kommen weitere kleine und große Elektroaltgeräte wie Kopfhörer, Kaffeemaschinen und TV-Geräte, die nicht entsorgt oder einem anderen Verwendungszweck zugeführt werden. Die EU schätzt, dass in einem durchschnittlichen europäischen Haushalt pro Person bis zu fünf Kilogramm Elektroaltgeräte lagern.
Dabei zeigt die aktuelle Umfrage nicht nur, dass ein Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher (73 Prozent) die verschiedenen Möglichkeiten zur Entsorgung von großen und kleinen Elektroaltgeräten kennt und nutzt, sie kennen oftmals auch die Relevanz der richtigen Entsorgung: 84 Prozent der Befragten nannten die fachgerechte Entsorgung von möglicherweise gefährlichen Stoffen als Grund. Für 81 Prozent ist es wichtig, dass die enthaltenen Rohstoffe nach Möglichkeit recycelt werden. Diese Haltung spiegelt sich aus Sicht des Verbands auch in der Sammelmenge von Elektro- und Elektronikaltgeräten wider, die in Deutschland zuletzt um rund zehn Prozent auf 899.300 Tonnen (2020) gestiegen ist.
Die meisten Menschen entsorgen schon richtig
Auch wenn der Informationsstand an sich schon recht hoch ist – ein Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher fühlt sich weiterhin wenig bis überhaupt nicht informiert. Zehn Prozent der Befragten denken, die Entsorgung defekter Elektrogeräte über den Restmüll oder den Gelben Sack sei in Ordnung, sechs Prozent entsorgten tatsächlich auf diesem Weg.
Neben der Unsicherheit, wo sich das Gerät sonst entsorgen ließe, wurden unter anderem Zeitmangel und die Entfernung zum Wertstoffhof als Gründe genannt.
Zumindest diese Lücke ließe sich leicht schließen, denn seit 1. Juli 2022 sind Supermärkte und Lebensmitteldiscounter, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen, verpflichtet, Elektroaltgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm zurückzunehmen, unabhängig davon, ob das zu entsorgende Gerät dort gekauft wurde. Diese Möglichkeit ist jedoch bisher nur 16 Prozent der Befragten bekannt.
„Elektronische Produkte, die das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, sind kein Müll, sondern eine Quelle für wiederverwertbare Rohstoffe. Aber um diese zu sichern, müssen Altgeräte fachgerecht durch Konsumenten entsorgt werden“, erklärt Christian Eckert, Bereichsleiter Nachhaltigkeit und Umwelt im ZVEI.
Diese Wissenslücken gilt es zu schließen, damit die für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit nötige Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. Als gemeinsame Stelle der Hersteller informiert die Stiftung ear bundesweit die Verbraucherinnen und Verbraucher über die korrekte Entsorgung von elektronischen Altgeräten im Rahmen ihres gesetzlichen Informationsauftrags mit der Kampagne „Plan E“. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Umweltbundesamt wie auch der ZVEI und seine Mitglieder unterstützen diese Kampagne.
„Geräte, die noch funktionsfähig sind, aber bei einem Neukauf aussortiert werden, sollten nicht im Keller zuhause gehortet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten diese weiterverkaufen, verschenken oder spenden“, so Eckert.
Daten richtig löschen
Ein Grund für das Aufheben insbesondere von Mobiltelefonen (28 Prozent) ist die Sorge der Verbraucherinnen und Verbraucher, persönliche Daten könnten weiterhin abgerufen werden. Immerhin: Fast die Hälfte der ausrangierten Geräte wird weiter genutzt oder findet ein zweites Zuhause – entweder innerhalb der Familie (15 Prozent), über einen Verkauf (17 Prozent) oder weil es verschenkt bzw. gespendet wird (14 Prozent).
Stand: 08.12.2025
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Und für diesen Fall können vernetzte Elektrogeräte vorbereitet werden: Der ZVEI empfiehlt bei Mobiltelefonen, Tablets oder anderen ITK-Geräten zunächst die Daten zu sichern (Back-up) und das Gerät dann auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Bei Smart-TV und ähnlichen vernetzten Geräten der Unterhaltungselektronik ist ein Back-up nicht nötig. Diese Geräte können direkt auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden.
Der E-Waste-Day – internationaler Tag des Elektroschrotts
Das für den E-Waste-Day verantwortliche WEEE-Forum ist das weltweit größte Kompetenzzentrum für das Know-how und den Umgang mit Elektronikaltgeräten. Als gemeinnützige Vereinigung fördern sie den Austausch zwischen den Mitgliedern, damit diese ihre Arbeitsabläufe in Richtung Kreislaufwirtschaft verbessern können. Das Hauptaugenmerk des diesjährigen E-Waste-Day sind kleine Elektrogeräte wie Smartphones, Toaster und Co.
Kleine Elektro- und Elektronikgeräte, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, stellen eine große Herausforderung dar. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden 2019 weltweit über 22 Millionen Tonnen Elektrokleinmüll produziert. Das sind 40 Prozent der 57 Millionen Tonnen des gesamten weltweit anfallenden Elektroschrotts. Wenn die Menge dieser kleinen Gegenstände weiterhin mit der gleichen Rate wie der gesamte Elektroschrott steigt (etwa 3 Prozent pro Jahr), wird sie laut WEEE-Forum bis 2030 29 Millionen Tonnen erreichen.
Aufgrund ihrer geringen Größe werden Gegenstände wie Handys, elektrische Zahnbürsten, Toaster und Kameras oft falsch entsorgt und machen einen erheblichen Anteil der 8 Prozent des gesamten Elektroschrotts aus, die in die Mülltonne geworfen und anschließend deponiert oder verbrannt werden.