Robotik

So können Roboter die Elektronikfertigung flexibilisieren

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Flexibilität als Maßgabe in der Elektronikindustrie

Kuka hat es sich zum Ziel gesetzt, jeder Industriebranche maßgeschneiderte, roboterbasierte Automatisierungslösungen anzubieten. In der Elektronikindustrie sei der flexible Einsatz von Robotern unumgänglich. Der Return on Invest gilt als der entscheidende Faktor bei der Frage, ob automatisiert werden soll, denn Investitionen müssen sich wirtschaftlich innerhalb weniger Jahre bis Monate amortisieren. Natürlich sind Roboter länger als zwei oder drei Jahre einsatzbereit. Die Philosophie der Branche lautet aus Kukas Erfahrung aber: Es gibt wenige längerfristige Investitionen, es gibt idealerweise Anschaffungen für ein konkretes Projekt.

Vor diesem Hintergrund hat Kuka das jüngste Mitglied der KR Agilus Kleinrobotikfamilie, den KR 3 Agilus, entwickelt. Als schnellster Sechsachser seiner Klasse bewerkstelligt er nicht nur Tätigkeiten, die nicht allein in der Elektronikindustrie gefragt sind, wie z.B. Handling, Bauteiltests und Verpackungsapplikationen. Sondern er erfüllt auch die speziellen Anforderungen im 3C-Bereich, also Computer, Communications und Consumer Electronics.

Die Reichweite von 540 mm befähigt zur Automatisierung von Zellen mit einer Größe von nur 600 x 600 mm. So eignet er sich neben Kleinteil-Handling oder Pick&Place-Tätigkeiten auch zur Montage. Bei der Montage gibt es vielfältige Anwendungsfelder, etwa Fügeprozesse, Löten und Kleben, aber auch Schraubprozesse.

Fertigungsschritte zurück nach Europa holen

Gegenwärtig sind in der global aufgestellten Elektronikbranche die Arbeitsschritte in der Wertschöpfungskette zergliedert: Forschung und Entwicklung übernehmen überwiegend Teams in Europa und den USA. Die Fertigung siedelt zumeist in Asien. Während in den USA, Japan und Deutschland die Elektronikproduktion eher kapitalintensiv ist, ist sie in China noch sehr arbeitsintensiv.

Viele namhafte Marken haben beispielsweise im 3C-Markt einzelne Fertigungsschritte oder die ganze Produktion ausgegliedert. Mit der Automatisierung der Produktion besteht nun die Möglichkeit, etwa in China trotz der dort rasant steigenden Löhne weiterhin effizient zu produzieren - oder Schritte aus dem Herstellungsprozess wieder nach Europa oder in die USA zu holen.

Roboter ermöglichen inzwischen sehr flexible, smarte und wirtschaftliche Lösungen, mit denen es Vorteile bringen kann, lokal zu automatisieren. Kombiniert mit den Schlagworten Dezentralisierung und Mass-Customization lassen sich viele verschiedene, attraktive Ideen und Geschäftsmodelle entwickeln. Dies erlaubt zukünftig auch neue dezentralisierte Produktionskonzepte und -anlagen für die Elektronikfertigung außerhalb Asien. Dennoch wird China der Einschätzung Kukas zufolge weiterhin das Produktions-Powerhaus der Elektroindustrie bleiben.

Der Beitrag ist ursprünglich auf unserem Schwesterportal elektrotechnik erschienen.

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