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So einfach lässt sich der Kfz-Sensor-Bus SENT mit einem Oszilloskop analysieren

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Die Bedeutung der Nibbles im Detail

Bild 5: Gruppierung der Nibbles in Druck und Temperatur
Bild 5: Gruppierung der Nibbles in Druck und Temperatur
(Bild: LeCroy)
Wie aus Bild 5 ersichtlich, entsprechen die Nibbles 2 bis 4 den Werten des übertragenen Drucks in MSB-Codierung. Die ebenfalls MSB-codierten Nibbles 5 bis 7 enthalten die Temperaturwerte. Das erste Nibble der Nachricht enthält Status- und Kommunikation-Bits, während im letzten Nibble der Nachricht ein 4-Bit-CRC-Wert übermittelt wird, um die Richtigkeit der vorausgehenden Daten überprüfen zu können.

Überwachen von Druck- und Temperatur-Daten

Bild 6: Prozessablauf von der Erfassung der Rohdaten des SENT-Busses bis zu Visualisierung einzelner Datenbereiche
Bild 6: Prozessablauf von der Erfassung der Rohdaten des SENT-Busses bis zu Visualisierung einzelner Datenbereiche
(Bild: LeCroy)
Um eine grafische Darstellung der empfangenen Druck-Werte des Sensors im Oszilloskop einzustellen, sind drei Schritte notwendig, die in Bild 6 dargestellt sind. Das Endergebnis jedes einzelnen Blocks wird dabei direkt an den nächsten Block weitergeleitet. Die hier beschriebene „Message To Value“-Funktion kann digitale Daten aus seriellen Bussen herauslesen und anschließend direkt mit der Trend- oder Track-Funktion des Oszilloskops auf dem Bildschirm visualisieren.

Darstellung des Druckverlaufs auf dem Bildschirm

Ist die Funktion aktiviert, wird aus jeder Nachricht der entsprechende Datenbereich ausgelesen und den vorherigen Werten angehängt. So entsteht mit jeder weiteren Erfassung der Druckverlauf (oder Verlauf eines jeden beliebigen Messparameters) mehr und mehr auf dem Bildschirm. Dank großer Speicher können so Kurvenverläufe des Drucks über viele Sekunden hinweg erzeugt und beobachtet werden.

Bild 7: Track Funktion der Druckveränderung über 2 s hinweg
Bild 7: Track Funktion der Druckveränderung über 2 s hinweg
(Bild: LeCroy)
Bild 7 zeigt eine Aufzeichnung der Druckveränderung unseres Sensors über 2 s hinweg.

Anfangs entspricht der relative Druck dem Umgebungsdruck

Am Anfang der Aufzeichnung entspricht der relative Druck dem des Umgebungsdrucks. Danach wird mithilfe einer Spritze ein Über- bzw. Unterdruckszenario simuliert. Die mit der Track-Funktion auf dem Bildschirm ausgegebenen Werte können den tatsächlich empfangenen Daten entsprechen, so wie sie der Decoder liefert, sie können aber auch entsprechend umgerechnet sein, um die Werte in Bar oder g/m2 anzugeben. Dies kann in der Funktion „Message To Value“ eingestellt werden.

Auf einfache Art und Weise Ausgangsdaten eines Sensors überwachen

Mit einem modernen Oszilloskop mit SENT-Decoder und einer Funktion zur grafischen Ausgabe von Parametern lassen sich auf sehr einfache Art und Weise Ausgangsdaten eines Sensors überwachen. Das komplexe Signal wird dekodiert, interpretiert und in Echtzeit graphisch dargestellt. Diese Funktion hilft Sensor-Designern, aber auch Anwendern, die Sub-Systeme entwerfen, Testern sowie Qualitäts-Abteilungen und später auch den Service-Abteilungen bei Wartungsaufgaben.

Herzlichen Dank

Der Autor dankt Karel Claesen bei Melexis, der die Sensoren und die dazugehörigen Dokumentation zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank auch an Urs Schroffenegger bei Teledyne LeCroy für die sehr gute Zusammenarbeit, um die SENT-Funktionen in ProtoBusMAG einbetten zu können.

* Roland Gamper ist selbständiger Entwickler, der bei der Lahniss Ltd Software für Teledyne LeCroy entwickelt.

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