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Struktur: Folgen Sie geradlinig Ihrem Ziel
Eine zielstrebige Struktur zu haben und dieser auch geradlinig zu folgen, ist wichtig. Wenn Präsentatoren ständig zwischen verschiedenen Inhalten hin und her springen, verwirrt dies. Mindestens ebenso wichtig ist eine Dramaturgie. Eine Präsentation ist kein Fachaufsatz oder eine Promotion, bei der eine logische Gliederung unter Berücksichtigung aller Aspekte und Nebenaspekte der Maßstab ist.
Vielmehr müssen die Teilnehmer unterhalten werden, damit ihre Gedanken nicht abschweifen. In einer Zeit, in der wir allenthalben „Entertainer“ werden, sind wir darauf eingestellt, dass unseren Augen und Ohren ständig etwas geboten wird. Fahrstuhl- und Kaufhausmusik, Multimedia-Handys, Fernseh- und Radiowerbung, Wii, Flash-Animationen und PC-Spiele – ob wir es wollen oder nicht, unser Leben ist rund um die Uhr Entertainment. Die Folge: Ein Teilnehmer, der eine Präsentation erlebt, die zu wenig Spannung und Entertainment bietet, kann gar nicht anders. Er schaltet ab und freut sich über die lang ersehnte Ruhe. Der Präsentator hat dagegen ein Problem.
Dramaturgie: Bauen Sie Spannung zum Höhepunkt auf
Wie entsteht Spannung, vor allem, wenn das Thema selbst wenig dazu beiträgt? Durch die Dramaturgie, also den Aufbau zu einem Höhepunkt hin, und durch die Vortragsweise. Was ist neu in der Präsentation? Jede Präsentation hat neue Informationen, sonst wäre sie überflüssig. Das muss nicht die Verkündung des achten Weltwunders sein, das können kleine Aspekte sein.
Suchen Sie die überraschendste Information, die Ihr Thema hergibt.
Eine Entscheidung, die gefallen ist, ein neuartiger Entwurf, eine neue Studie. Nun bauen Sie Spannung auf, nach einer der drei Methoden, die Hitchcock einst genutzt hat:
- Tension
Anspannung, das (kurze) Hinauszögern der Auflösung. Eine einfache Möglichkeit ist das „Sprechen mit Doppelpunkt“. Dabei formulieren Sie den Satz so, dass die wichtige Information am Schluss steht, und zwar nach einem Doppelpunkt. Der Doppelpunkt wird dabei zur Pause, die Sie möglichst lange hinauszögern.
Statt zu sagen „Unsere neue Motherboard-Architektur ist dafür die geeignete Lösung“ formulieren Sie um in „Die geeignete Lösung dafür ist auch schon gefunden: die neue Motherboard-Architektur.“ Der Doppelpunkt bedeutet mindestens zwei Sekunden Pause, so entsteht Tension.
- Suspense
Spannungsbogen, das gezielte Zurückhalten einer Lösung, die sich jedoch abzeichnet oder die angekündigt wird. Entscheidend dabei ist, dass der gesamte Handlungsstrang immer wieder kurz vor der erwarteten Auflösung ablenkt. Kurz vor dem Mord wird im Film in eine andere Szene geblendet und das Publikum muss warten, ob gemordet wird oder nicht.
Kurz bevor Sie Ihre angekündigte Neuerung vorstellen, blenden Sie nochmals zurück, wie überhaupt die Idee einer Neuerung entstanden ist. Dann kündigen Sie wieder die Neuerung an, erneuter Rückblick, diesmal in die Produkthistorie. Und dann, endlich, kommt – nach einer Tension-Pause – der Höhepunkt: Ihre Neuerung.
- Surprise
Die Überraschung bei Hitchcock entsteht dadurch, dass die Hauptdarstellerin in Psycho nach dreißig Minuten tatsächlich erstochen wird. Das hat damals kein Publikum für möglich gehalten. Auch bei der Auflösung folgten zwei Überraschungen: Erstens, dass die skelettierte Mutter nicht die Mörderin gewesen sein kann und zweitens, dass überraschend Ihr Sohn sein Unwesen verkleidet ausgeführt hatte.
Überraschung entsteht, wenn durch Ihre Ausführungen Lösung A die logische erscheint, und es doch Lösung B wird. Überraschung entsteht auch, wenn die ganze Zeit weder A noch B präferiert wurde. Oder sie entsteht, wenn eine vollkommen unerwartete Lösung C plötzlich aus dem Ärmel gezaubert wird.
Sprechweise: Bieten Sie Abwechslung durch Betonung und Sprechpausen
Hans Sändner hat zudem gelernt, wie man durch Betonung, abwechslungsreiche Sprechweise und insbesondere durch Pausen eine Spannung und Dramaturgie erzeugen kann. Auch die Körpersprache und der Blickkontakt spielen eine Rolle dabei. Das Ergebnis ist ein aufmerksames Publikum, das sich beteiligt und das Sändner seitdem auch leichter überzeugt.
Für den ersten Teil der Beitragsreihe - Wie Sie Ihre Präsentation entrümpeln und Ihre Zuhörer überzeugen - klicken Sie bitte hier: Teil 1
Für den zweiten Teil der Beitragsreihe - So planen Sie Konzeption, Inhalt und Zeit Ihrer Präsentation - klicken Sie bitte hier: Teil 2
Für den vierten Teil der Beitragsreihe - So setzen Sie Alternativen zu Powerpoint ein - klicken Sie bitte hier: Teil 4
Für den fünften Teil der Beitragsreihe - So vermeiden Sie Fehler in der Vorbereitung und beim Präsentieren - klicken Sie bitte hier: Teil 5
*Michael Moesslang ist der führende Keynote Speaker und Führungskräfte-Coach zum Thema Wirkung und Präsentation.
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