Anbieter zum Thema
„Das digitale Signal wird störungsfrei weitergeleitet“
Wie kann man diese Mikrofone denn in das Smartphone als Gesamtsystem integrieren?
Akustik ist die Kernkompetenz jedes Smartphone-Herstellers, und die wird auch über die Kernkomponenten adressiert. Typischerweise nimmt ein Codec-Chip die Signale auf. Der ist für die Mikrofon- und die Lautsprechersignale verantwortlich. Vor dort geht das Signal zur Weiterverarbeitung entweder in einen Spezialchip für die Voice Cancellation. oder es kann auch ein Baseband-Prozessor zum Einsatz kommen. Das ist also Kern-know-how der Hersteller. Das Signal wird über eine standardisierte Codec-Schnittstelle eingelesen. Und die eigentliche Verarbeitung ist dann Hersteller-spezifisch.
Wo sehen Sie abgesehen von Smartphones noch weitere Applikationsfelder?
Wenn wir uns die heutige Situation ansehen, dann sind Smartphones natürlich der größte Markt. Aber auch in Headsets, Tablets und Laptops werden riesige Stückzahlen eingesetzt. MEMS-Mikrofone wurden ja erstmals Laptops verwendet. Der Grund dafuer ist, dass das Mikrophonsignal auf dem Weg vom Einbauort an der Oberkante des Displays zum Motherboard vielen Störsignalen ausgesetzt ist. In diesem Fall ist ein digitales MEMS-Mikrofon vorteilhaft, weil das digitale Signal störungsfrei weitergeleitet wird.
Diese Märkte werden sich weiterentwickeln. Ich sehe aber auch ein großes Potenzial im Bereich Human-Machine-Interface, wo es um Spracheingabe und –kommunikation, vielleicht noch in Kombination mit Gestik, geht. Das wird ein großer Trend werden, nicht nur bei mobilen Geräten. Die Spracherkennung wird bei Fernsehern, im Automobil, im Kühlschrank oder bei der Waschmaschine eingesetzt werden, vielleicht auch bei anderen Einrichtungen wie der Heizung. Darin sehe ich einen Riesentrend , der den Markt weiter treiben wird, als wir es im Moment erkennen können.
Was werden wir denn in den kommenden drei bis fünf Jahren denn noch in punkto Spracheingabe erwarten können?
Wir werden eine stark verbesserte, intelligente Spracherkennung sehen. Sicherlich wird es beide Trends geben – Touchscreen und Spracheingabe. Aber es gibt eben viele Gelegenheiten, wo die Touchscreen-Eingabe unpassend ist – zum Beispiel im Automobil. Das Tippen ist ja manchmal auf einem kleinen Touchscreen auch schwierig. Deshalb denke ich, der Trend wird eindeutig zur Spracheingabe gehen. Und der Schlüssel zum Erfolg ist die Intelligenz. Wenn ein System versteht, was ich will, werde ich es nutzen. Wenn es mich von den Worten, die ich verwende, nicht versteht, dann werde ich das System nicht akzeptieren. Je besser die Spracheingabe wird – und MEMS-Mikrofone sind dafür ein Treiber – desto mehr wird der Trend zur Spracheingabe gehen.
(ID:32768630)