WIBU Systems Smart-Card-Lösung verhindert Kopieren, Klonen und unerlaubte Nutzung von Knowhow
Dem Knowhow-Klau und der Produktpiraterie ein Ende zu setzen ist das Ziel von WIBU Systems, die für ihre Lösung kürzlich den 1. Preis Sicherheitswettbewerbs Baden-Würtemberg gewannen.
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Immer mehr Funktionen von Maschinen und Anlagen sind softwarebasiert. Diese Software, hinterlegt in Embedded-Systene und Industrie-PCs, sind Angriffspunkt von Produktpiraten. Auch enthalten digitale Maschinentagebücher begehrenswertes Knowhow.
Nach jüngster VDMA-Studie sind 56% der bundesdeutschen Hersteller vom Nachbau ihrer kompletten Maschinen betroffen. Auf 6,4 Mrd. € taxiert der VDMA den Schaden im vergangenen Jahr 2010 im deutschen Maschinen- und. Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Zumindest haben Plagiateure harte Zeiten vor sich.
Mit der Lösung Pro-Protect, Entwickler ist die Karlsruher WIBU Systems AG, können Unternehmen gleichzeitig die eingebettete Software bei Maschinen, deren Servicedokumente und Produktionsdaten vor Missbrauch sicher schützen. Das jedenfalls verspricht Oliver Winzenried, Vorstand und Gründer von Wibu-Systems AG, „zuvor gab es keine kostengünstigen, standardisierten Lösungen. Pro-Protect hilft, ihre Umsätze und ihr Knowhow zu sichern – sie können somit ihren Wettbewerbsvorsprung länger halten.“
Ausgezeichnet mit dem ersten Preis
Die Bewerbung der Karlsruher Firma zum „Sicherheitspreis Baden-Würtemberg 2011“ brachte vor wenigen Tagen den ersten Preis. „Das Projekt des Unternehmens wurde von der Jury ausgewählt, weil es beispielhaft für die Sicherheitsinfrastruktur ist. Denn Jahr für Jahr gehen auch den baden-württembergischen Unternehmen Millionenbeträge verloren, weil sie ihr Wissen nicht ausreichend vor Wirtschaftsspionage schützen.
Das Projekt Pro-Protect ist eines von zehn Projekten, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Ideenwettbewerb „Innovation gegen Produktpiraterie“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe betreut wurde (Details unter www.produktionsforschung.de). Wibu-Systems den bestehenden Softwareschutz CodeMeter derart erweitert, dass die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse im Maschinen- und Anlagenbau erfüllt werden.
Als Schutzhardware dienen die neu entwickelten Einsteckkarten, die in bestehenden Steuerungen und eingebetteten Systemen nachgerüstet werden können und industrielle Eigenschaften, beispielsweise erhöhte Störfestigkeit und Arbeitstemperaturbereiche, erfüllen. Sie bieten einen hohen Schutzgrad, denn die Berechtigungen liegen im hochsicheren Smart-Card-Chip.
Der Anwender erstellt den Schlüssel selber
„Ist der cryptische Schlüssel im Chip, dann haben auch wir keine Chance, an die Software zu kommen“, erklärt Winzenried gegenüber ELEKTRONIKPRAXIS, „der Anwender selbst erstellt nämlich diesen Schlüssel und bringt ihn in den Smart-Chip. Dazu erhält er von uns das nötige Werkzeug. Der Smart-Chip hat zahlreiche Schutzmechanismen gegen Hardware-Manipulation. Da schützen etwa Metallisierungsschichten den IC gegen Elektronenstrahl-Mikroskope.
Sensoren schützen vor Laserstrahlen und nicht zuletzt erkennen Sensoren gewollte Temperaturveränderungen, die ein bestimmtes Verhalten auslösen sollen. Mit Pro-Protect entstandenen verschiedene Lösungen, mit denen wir helfen, den Nachbau von Maschinen und Geräten zu erschweren und das enthaltene Knowhow in der eingebauten Software oder der Dokumentation zu schützen. Wir konnten die vorhandene Lücke standardisierter Schutzsysteme schließen. Der Sicherheitspreis ist für uns sehr wertvoll – sowohl er als auch das positive Feedback unserer Kunden, die erfolgreich Produktpiraten abwehren konnten, bestärken uns in unserem Engagement, noch trickreichere Lösungen zum Know-how-Schutz zu entwickeln.“
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