Mensch-Maschine-Schnittstelle Sharp und der schnell wachsende Markt der Gestensensoren
Für das Technologieunternehmen Sharp ist der Markt der Gestensensoren hoch interessant und bringt bis zu zweistellige Wachstumsraten. Das Unternehmen bietet einen Chip mit drei Funktionen.
Anbieter zum Thema

Im Branchensegment Gestensensoren kann Sharp ein zweistelliges Wachstum verzeichnen. Mitverantwortlich für diesen Erfolg sind unter anderem die beiden Gestensensoren GP2AP052A00F und GP2AP054A00F. Gerätesteuerung per Geste hat die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine verfeinert und die Benutzerfreundlichkeit für bestehende Gerätetypen verbessert.
Untermauert werden die Zahlen auch vom Marktforschungsunternehmen NPD Display Search welches erwartet, dass 2015 bereits doppelt so viele gesture-sensing-solutions ausgeliefert werden wie im Jahr 2013. In einem Markt, indem sich die Nachfrage verdoppelt, ist Sharp mit einer aktuellen Produktionsleistung von Millionen Einheiten pro Monat und einem gesunden Marktanteil bereits gut positioniert.
Wie die Gestensensoren funktionieren
Die Technik hinter Gestensensoren ist nicht neu. Zunächst stellte sie die Hersteller jedoch vor eine Reihe von Herausforderungen. Für mobile Geräte erwiesen sich Größe und Stromverbrauch häufig als begrenzende Faktoren. Bei allen Anwendungen bildeten Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Kosten zentrale Aufgabenstellungen.
Sharp konnte seine erheblichen Ressourcen im Bereich Engineering einbringen und dem sich abzeichnenden Trend begegnen. Technologische Fortschritte haben es mittlerweile möglich gemacht, Gestensensoren auch in kleine Geräte zu integrieren. Das hat auch dazu beigetragen, diese Technik in kurzer Zeit populär zu machen. Neuerdings findet sich die Gestensteuerung als Benutzerschnittstelle auf Mainstream-Consumer-Elektronik. Smartphone-Hersteller integrieren Gestensensoren in ihre Geräte, so dass deren User Anrufe, Nachrichten und mehr über Handbewegungen annehmen und steuern können.
Ein Chip, drei Funktionen
Sharp nutzt dazu einen ganz eigenen Ansatz, um drei verschiedene Funktionen auf einem einzigen Sensor-Chip unterzubringen. Das bietet für die Gerätehersteller mehrere Vorteile. Als erstes Unternehmen entwickelte Sharp eine Komponente, die einen Umgebungslichtsensor (ALS), einen Gestensensor und einen Annäherungssensor in einer einzigen Einheit integriert.
Da der Sensor-Chip sein eigenes Infrarot-LED mitbringt, müssen Hersteller nicht Zeit und Ressourcen aufbringen, um die geeignete Infrarot-LEDs für ihre Sensoren auszuwählen. Das senkt deren Kosten und erhöht die Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Der ALS-Sensor ermöglicht innovative Funktionen, indem er die Helligkeit der LCDHintergrundbeleuchtung steuert. Dieses All-in-One-Design spart zudem wertvolle Herstellungskosten bei der Hardware, da es kompakte Gerätedesigns ohne Einbußen bei der Funktionalität ermöglicht.
Cyber-physikalische Systeme
Das Leben im und mit dem Internet der Dinge
Wie Gestensensoren arbeiten
Ein Gestensensor sendet einen unsichtbaren Lichtstrahl im Infrarotspektrum, der von Objekten vor dem Sensor abprallt. Die Menge des reflektierten infraroten Lichts, die zum Sensor zurückfließt, wird durch Fotodioden gemessen. Dadurch kann die Position des jeweiligen Objektes, wie die einer Hand, berechnet werden. Bewegt sich die Hand, ändert sich die Intensität des reflektierten infraroten Lichts und der Sensor erkennt eine Bewegung.
In dem schnell wachsenden Marktsegment ist eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Anwendungen denkbar. Es gibt Technologien wie Digital Signage, die durch Gestensensoren neu belebt werden. Die öffentlichen Bereiche, die diese Displays besetzen, sind meistens für klassische Eingabegeräte oder auch Touchscreens ungeeignet.
Ein Gestensensor erlaubt dagegen Scrollen oder Menüauswahl ohne körperlichen Kontakt oder Geräte, die Gefahr laufen physisch verschlissen oder missbraucht zu werden. Andere Anwendungsbereiche, in denen Gestensteuerung populär werden wird, sind Haushaltsgeräte, Beleuchtung und sanitäre Einrichtungen – sowie natürlich die mobilen Geräte wie Smartphones und Tablets.
Akzelerometersteuerung
FPGAs, mit denen Smartphone-Sensoren Veränderungen erfassen
(ID:43042070)