Keine großflächigen LC-Displays mehr Sharp setzt den Fokus auf Automobil, VR und künstliche Intelligenz

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Das Geschäft mit großflächigen LC-Displays ist für Sharp nicht mehr profitabel. Die letzte Produktionsstätte in Japan soll in ein Rechenzentrum umgewandelt werden. Der Fokus liegt auf Displays für Fahrzeuge und Tablets. Auch KI wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die Produktion von großformatigen LCD-Modulen am japanischen Standort Osaka soll bis Ende 2024 auslaufen. Sharp will verstärkt auf Displays in Fahrzeugen, VR und zusätzlich auf künstliche Intelligenz setzen.(Bild:  Sharp)
Die Produktion von großformatigen LCD-Modulen am japanischen Standort Osaka soll bis Ende 2024 auslaufen. Sharp will verstärkt auf Displays in Fahrzeugen, VR und zusätzlich auf künstliche Intelligenz setzen.
(Bild: Sharp)

Der japanische Technologiekonzern Sharp will sich bis Ende 2024 aus der Produktion von großflächigen LC-Displays zurückziehen. Das Werk in Osaka ist die letzte LCD-TV-Produktionsstätte in Japan und soll in ein Rechenzentrum umgewandelt werden, das von der Tochtergesellschaft Sakai Display Products Corp. betrieben wird.

Der Ausstieg aus dem großflächigen LCD-Geschäft markiert einen deutlichen Strategiewechsel des Unternehmens. Sharp kämpft bereits seit einigen Jahren gegen die immer stärker werdende Konkurrenz aus Südkorea und China. Vor allem die großen chinesischen Hersteller wie BOE und TCL dominieren den LCD-Markt. Diese Unternehmen haben in den letzten Jahren ihre Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut und ihre Wettbewerbsfähigkeit durch staatliche Subventionen erhöht.

Displays für Automobil und VR-Anwendungen

Statt auf den hochvolumigen LCD-Markt will sich Sharp auf kleinere Displays für Automobilanwendungen und Virtual Reality konzentrieren. Die Zukunft der OLED-Produktion und QD-EL (Emissive Quantum Dots) und MicroLED ist laut Sharp ungewiss. Bei der OLED-Produktion hatte Sharp immer wieder mit Problemen zu kämpfen.

Sharp hat im vierten Quartal 2018 mit der Produktion von AMOLED-Displays für Smartphones begonnen. Die Produktion wurde jedoch 2019 wieder eingestellt. Zwei Jahre später nahm Sharp die OLED-Produktion wieder auf. Das Unternehmen produzierte hochwertige AMOLED-Panels auf IGZO-Backplanes, schaffte es aber nie in die Massenproduktion. Die Zukunft des OLED-Geschäfts von Sharp ist unklar.

Eigene Automobilproduktion?

Neben Displays plant Sharp Berichten zufolge, einen elektrischen Van zusammen mit Foxconn zu bauen. Auf dem Dach sollen beispielsweise Solarmodule Energie erzeugen und im Innenraum ein Display mit 65 Zoll die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug sein. Laut Sharp nutzt der elektrische Van mit dem Namen LDK+ künstliche Intelligenz, die Informationen von Haushaltsgeräten sammelt, um die Klimaanlage und die Bildschirmhelligkeit anzupassen.

Mittelfristige Geschäftspläne

Mittelfristig will Sharp sein Geld mit Haushaltsgeräten und Büroausstattung verdienen, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. In Japan produziert Sharp in den Präfekturen Ishikawa und Mie auch kleine und mittelgroße LC-Displays für Fahrzeuge und Tablets. Das Unternehmen kündigte an, dass es den LCD-Betrieb verkleinern und sein Halbleitergeschäft verkaufen wolle. (heh)

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