Sensorik und Messtechnik sind Schlüsseltechnologien für eine vernetzte Industrie, eine nachhaltige Energieversorgung und eine sichere Medizintechnik. Auf der Sensor+Test 2025 treffen sich internationale Aussteller, Fachbesucher und Wissenschaftler, um über Lösungen, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven zu diskutieren.
Fachverbände, Gremien, wissenschaftliche Gesellschaften – sie alle bringen ihre Expertise, Netzwerke und Ideen ein. Auf der Sensor+Test entsteht daraus ein Messekonzept mit echtem Tiefgang.
(Bild: Bischof und Broel)
Ob digitale Kalibrierprozesse, Zustandsüberwachung oder energieeffiziente Sensornetzwerke – die Anforderungen an moderne Mess- und Prüftechnik wachsen stetig. Gleichzeitig sind präzise Sensoren, robuste Systeme und intelligente Auswertestrukturen längst zentrale Enabler für industrielle Transformation, Nachhaltigkeit und technologische Resilienz.
Die Sensor+Test in Nürnberg gilt seit Jahren als eine der wichtigsten internationalen Fachmessen für Sensorik, Mess- und Prüftechnik. Sie bringt Anbieter, Entwickler und Anwender zusammen, fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie und setzt durch ihre enge Vernetzung mit Fachverbänden und Forschungseinrichtungen immer wieder neue Impulse.
Was die Sensor+Test 2025 besonders prägen wird, welche Themen im Fokus stehen und wie die Messe aktuelle Herausforderungen aufgreift, darüber habe ich mit Elena Schultz, Geschäftsführerin AMA Service, gesprochen.
Frau Schultz, was plant die AMA Service zur Sensor+Test im kommenden Jahr? Welche Themen und Trends stehen im Fokus?
Elena Schultz, Geschäftsführerin AMA Service: „Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten als Innovationsmotor der Sensorik- und Messtechnik etabliert – und das zeigt sich auch auf der Sensor+Test“.
(Bild: AMA Service)
Die Sensor+Test 2025 steht ganz im Zeichen anwendungsorientierter Innovationen. Zwei Schwerpunkte prägen das Messeprofil besonders: Condition Monitoring und Innovative Calibration. Beide Themen sind in der Industrie angekommen – nicht als Spezialdisziplinen, sondern als strategische Bausteine für Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Ob Predictive Maintenance, digitale Kalibrierketten oder automatisierte Qualitätsprozesse – all diese Anwendungen basieren auf präziser Messtechnik, intelligenter Sensorik und robuster Systemintegration.
Dazu setzen wir verstärkt auf Praxisnähe: Live-Demonstrationen in der Calibration Area, thematisch kuratierte Sonderflächen und neue Austauschformate wie geführte Touren und kompakte Fachforen fördern die Sichtbarkeit konkreter Lösungen. Unser Ziel ist klar: technologischer Mehrwert, kompakte Wissensvermittlung und persönliche Begegnungen auf Augenhöhe.
Deutschland gilt als Innovationsstandort. Inwiefern spiegelt die Sensor+Test diese Rolle wider – gerade im Zusammenspiel von Industrie und Forschung?
Deutschland hat sich als Innovationsmotor der Sensorik- und Messtechnik etabliert – das zeigt sich deutlich auf der Sensor+Test. Neben industriellen Anwendungen bieten wir auch eine Bühne für aktuelle Forschungsergebnisse. Besonders im Fokus steht dabei die Sensor and Measurement Science International Conference – SMSI 2025, die im zweijährigen Turnus parallel zur Messe stattfindet.
Die SMSI bringt hochkarätige Plenarvorträge, Fachsessions, Tutorials, Posterpräsentationen und sogar einen Science Slam auf die Agenda. Sie schlägt die Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung – mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Hochschulen, Instituten und Entwicklungsabteilungen. Gerade deutsche Unternehmen sind oft Technologietreiber: sei es in der Miniaturisierung, Normung, energieeffizienten Systemarchitektur oder bei der Integration von KI-Methoden.
Die AMA Service arbeitet eng mit Fachverbänden und Institutionen zusammen. Welche Rolle spielen diese Partnerschaften für die Sensor+Test?
Eine sehr zentrale. Die Sensor+Test ist kein Event „von der Stange“, sondern wächst aus der Fachcommunity heraus. Fachverbände, Gremien und wissenschaftliche Gesellschaften gestalten aktiv mit – von der Themensetzung über Fachforen bis zu Sonderausstellungen und Gemeinschaftsständen.
Diese enge Verzahnung mit der Community macht das Messeformat so lebendig. Hier treffen sich Hersteller und Anwender, Start-ups und Weltmarktführer, Forschung und Praxis. Der fachliche Tiefgang und die Dialogkultur wären ohne diese Kooperationen nicht möglich.
Viele deutsche Unternehmen sind der Sensor+Test seit Jahren treu. Was macht diese enge Bindung aus – und wie unterstützen Sie diesen Austausch?
Ich denke, es ist die klare Positionierung der Messe: technisch fokussiert, qualitativ hochwertig und sehr persönlich. Unsere Aussteller schätzen die Zielgenauigkeit der Besucher, die Gesprächstiefe und die gut strukturierten Abläufe. Hier entstehen nicht nur Kontakte, sondern konkrete Projekte und Kooperationen.
Als Veranstalterin bieten wir dafür den passenden Rahmen: persönliche Betreuung, digitale Services, kuratierte Themenflächen, gezielte Matching-Formate – wir schaffen Strukturen, in denen Austausch effizient und verbindlich wird.
Globale Herausforderungen wie Klimakrise, Energieunsicherheit und geopolitische Spannungen betreffen auch Ihre Branche. Wie reagiert die Sensor+Test darauf?
Diese Themen sind längst in der Branche angekommen. Die Nachfrage nach ressourcenschonenden, robusten und intelligenten Lösungen steigt – ebenso wie der Bedarf an belastbaren Daten. Unsere Aussteller präsentieren eine Vielzahl konkreter Anwendungen: CO₂-Monitoring, Energieverbrauchsanalysen, KI-gestützte Zustandsdiagnosen, digitale Kalibrierscheine – die Sensor+Test ist Bühne für genau diese Technologien.
Stand: 08.12.2025
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Fachkräftemangel ist ein Dauerthema. Wie begegnet die Sensor+Test dieser Entwicklung – speziell im Hinblick auf junge Talente?
Nachwuchsförderung ist integraler Bestandteil unserer Messe. Mit dem Young Engineers Day sprechen wir gezielt Studierende, Absolventinnen und Berufseinsteiger an. Geführte Touren, Karrieregespräche, Kontaktbörsen und persönliche Gespräche mit Unternehmen eröffnen konkrete Perspektiven.
Zusätzlich fördern wir junge Teams über den Gemeinschaftsstand Young Innovators. Hier erhalten Start-ups, Hochschulgruppen und Forschungsteams Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit – und die Chance, frühzeitig in Netzwerke einzutreten.
Die Sensor+Test gewinnt international an Sichtbarkeit. Was erwarten Sie von den internationalen Ausstellern und Besuchern?
Wir freuen uns sehr über das wachsende internationale Interesse. Die Sensor+Test wird weltweit als spezialisierte und qualitativ hochwertige Plattform wahrgenommen – und das zieht zunehmend Anbieter aus dem Ausland an.
Unser Wunsch ist, dass internationale Teilnehmer nicht nur präsentieren, sondern sich aktiv in Foren und Diskussionen einbringen. Wir setzen auf länderübergreifenden Austausch, neue Impulse und internationale Partnerschaften – ganz im Sinne eines globalen Innovationsdialogs. (heh)