Manueller Fertigungsprozess Sensor-Handschuh erkennt Handbewegungen und Steckprozesse

Das Gespräch führte Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mit den verschiedenen Sensoren im Sensor-Handschuh lassen sich in der Produktion beim manuellen Fertigungsprozess Handbewegungen und Steckprozesse erkennen. Das hat auch Auswirkungen auf die Qualitätssicherung.

ClickID: Der Sensor-Handschuh ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Mit den Sensordaten lassens ich virtuelle Objekte oder Maschinen steuern. Eine physische Schnittstelle ist nicht notwendig.(Bild:  Voss Automotive)
ClickID: Der Sensor-Handschuh ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Mit den Sensordaten lassens ich virtuelle Objekte oder Maschinen steuern. Eine physische Schnittstelle ist nicht notwendig.
(Bild: Voss Automotive)

Mit einem Sensor-Handschuh soll die Qualität in manuellen Fertigungsprozessen gesichert werden. Dazu hat Voss Automotive einen Handschuh entwickelt, der die Mensch-Maschine-Interaktion verändern soll. Der Handschuh ist mit zahlreichen Sensoren und Algorithmen ausgestattet, um den Montageprozess in Echtzeit zu erkennen und zu validieren.

Mit den Sensordaten können virtuelle Objekte oder Maschinen gesteuert werden, ohne dass der Bediener eine physische Schnittstelle wie Maus oder Joystick benötigt. Dehnungssensoren im Handschuh erfassen die Bewegungen der Finger, Beschleunigungssensoren die Bewegungen und Neigungen der Hand und Magnetfeldsensoren die Orientierung und Position der Hand im Raum.

Im Gespräch mit Dr. Anne Völkel von Voss Automotive gibt die Leiterin der Innovationsprojekte Einblicke in die Technik und Ausblicke in mögliche Anwendungen.

Welche Aufgaben lassen sich mit ClickID übernehmen?

Dr. Anne Völkel von Voss Automotive: „ClickID schafft einen Mehrwert, indem das Gerät sicherstellt, dass die Montage korrekt durchgeführt wurde“.(Bild:  Voss Automotive)
Dr. Anne Völkel von Voss Automotive: „ClickID schafft einen Mehrwert, indem das Gerät sicherstellt, dass die Montage korrekt durchgeführt wurde“.
(Bild: Voss Automotive)

ClickID ist ein vielseitiges Werkzeug, das in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die korrekte Montage von Steckverbindungen, Klipsen oder ähnlichen Bauteilen in Serien mit hohen Stückzahlen zu überprüfen.

ClickID schafft einen Mehrwert, indem das Gerät sicherstellt, dass die Montage korrekt durchgeführt wurde. Dies ist besonders wichtig, damit Produktionsfehler vermieden werden und die Qualität der Endprodukte gewährleistet werden kann.

Welche Art von Sensoren sind verbaut und welche Aufgaben übernehmen sie?

ClickID enthält Audio- und Bewegungssensoren, die sicherstellen, dass sowohl das Geräusch der Montage (das Click) identifiziert wird als auch die Bewegung zu der Montage passt. Durch die Kombination der beiden Sensorkanäle wird beispielsweise ausgeschlossen, dass Montagevorgänge eines benachbarten Handarbeitsplatzes fälschlicherweise als der zu detektierende, fokussierte Montagevorgang erkannt werden.

Wie erfolgt die Auswertung der Sensordaten und wie genau wird der Montageprozess überwacht?

Die Sensoren streamen die Audio- und Bewegungsdaten und erkennen nach einem eigens entwickelten Algorithmus, wann ein Montageversuch stattgefunden hat. Anschließend werden die Sensordaten analysiert und die integrierte künstliche Intelligenz verwendet diese Analysedaten: Sie gleicht sie mit erlernten Mustern ab und gibt ein Feedback, ob die Montage erfolgreich ausgeführt wurde oder nicht.

Das System ClickID dokumentiert, ob eine Verbindung korrekt ausgeführt wurde. Wie lässt sich die Dokumentation zur Qualitätssicherung und Fehlerbehebung heranziehen?

Die Dokumentation erfolgt in erster Linie in einem Datenbanksystem, das kundenseitig über eine REST API eingebunden werden kann. Der Kunde kann somit seine Qualitätssicherungssysteme direkt mit dem ClickID-System verbinden.

Für welche Einsatzgebiete könnte sich die Entwicklung ClickID künftig außerdem eignen?

Neben der Überwachung von händischen Montagen könnten durch eine Erweiterung der Hardware in Zukunft auch stationäre Anwendungen möglich sein, zum Beispiel klassisches Condition Monitoring als Nachrüstlösung in der Produktion.

 (heh)

Zukunft gestalten: Perspektiven für die EMS-Branche

Besuchen Sie den Würzburger EMS-Tag

Die Veranstaltung gilt als eines der wichtigsten Managementtreffen der Branche, bei dem aktuelle Veränderungen, erfolgversprechende Strategien, generelle Managementfragen und wichtige technologische Entwicklungen in der Elektronikwelt analysiert und diskutiert werden. Das Programm bietet praxisorientierte Vorträge und interessante Einblicke in den EMS-Markt.

Branchenkenner, Marktakteure und Spezialisten zeigen beim Würzburger EMS-Tag, wie sich die EMS-Unternehmen verändern und aufstellen müssen, um im Wettbewerb Schritt zu halten.

(ID:50029822)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung