Parkplatzüberwachung Sensor bringt Parkplatzinfos aufs Mobiltelefon

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Spanische Forscher testen derzeit ein System, mit dem Autofahrer genaue Informationen über den nächsten Parkplatz direkt auf Smartphones, iPad oder Laptops bekommen können.

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Parkplatzüberwachung: Dieser Spezial-Sensor kommt in den Boden und überwacht Parkplätze (Bild: upc.edu)
Parkplatzüberwachung: Dieser Spezial-Sensor kommt in den Boden und überwacht Parkplätze (Bild: upc.edu)

Basis des Parkpklatzüberwachungssystems ist eine Kombination aus Licht- und Magnetsensor. Der Spezialsensor wird in den Boden eingelassen und erkennt, ob sich darüber ein Fahrzeug befindet. Die Park-Daten werden drahtlos an ein Kontrollzentrum übertragen, wo sie anwendungsgerecht aufbereitet werden.

Am Nordcampus der Universitat Politècnica de Catalunya laufen derzeit bereits erste Tests, die vom eigens gegründeten Unternehmen Urbiòtica durchgeführt werden. Anwendungspotenzial sehen die Entwickler beispielsweise in Parkhäusern, wo genauere Informationen über freie Plätze möglich wären als bisher. Aber auch Gemeinden könnten die Lösung nutzen.

Optische und magnetische Sensorik

Für das System wird bei jedem Parkplatz eines der 4 cm x 13 cm großen Sensormodule im Boden eingelassen. Zunächst ist nur die optische Komponente aktiv, was das System sehr energieeffizient macht. Nur, wenn der Lichtsensor am Schattenwurf merkt, das sich etwas über ihm befindet, wird der Magnetsensor aktiv. Dieser erkennt an einer leichten Störung des Erdmagnetfelds, ob wirklich ein Fahrzeug über dem Sensor steht. Ist das der Fall, überträgt das Modul diese Information via WLAN oder Mobilfunk an die Kontrollzentrale.

Damit weiß die Zentrale jederzeit exakt, welche der überwachten Parkplätze belegt und welche frei sind. Das ist dem Team zufolge ein großer Vorteil gegenüber Systemen, wie sie bisher gerade in Parkhäusern verbreitet sind. Denn dort wird nur gemessen, ob ein Fahrzeug ein- oder ausfährt und damit, wie viele Autos sich in der Anlage befinden. Das ermöglicht eine Anzeige, wie viele Plätze frei sind. Das neue System dagegen verspricht die Möglichkeit, beispielsweise auf Anzeigetafeln die Richtung zur nächsten Lücke anzuzeigen.

Sensor mit vielen Einsatzmöglichkeiten

Darüber hinaus planen die Forscher, dass Nutzer die Information über freie Stehplätze mithilfe diverser mobiler Endgeräte wie iPhone, Tablet oder Notebook abrufen können. Mögliche Anwendungsgebiete sind neben Parkhäusern beispielsweise auch der Einsatz entlang wichtiger Straßenzüge. Dadurch sollen Autofahrer weniger Zeit mit der Parkplatzsuche verbringen, somit Sprit sparen und auch die Umwelt schonen.

Zudem ist mit dem System eine Abrechnung nach der genauen Stehzeit möglich. Weitere Anwendungsmöglichkeiten wären etwa gezielte Reservierungen von Behindertenparkplätzen und eine Erkennung, ob an bestimmten Standorten die Straßenbeleuchtung ausreichend stark ist. Bereits ab Dezember soll die Lösung im Innovationsbezirk "22@Barcelona" großflächiger installiert werden.

(Pressetext)

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